Die Luzerner decken sich mit Vorräten ein
  • Gesellschaft
Vereinzelt gehen in den Filialen die Konservendosen aus wie hier in der Winkelried-Migros in Luzern. (Bild: Leserbild)

Grossverteiler spüren das Corona-Virus Die Luzerner decken sich mit Vorräten ein

2 min Lesezeit 1 Kommentar 27.02.2020, 18:50 Uhr

Das Corona-Virus beschäftigt die Luzernerinnen und Luzerner. Bei der Migros-Luzern steigt die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Hygieneprodukten an und es kann zu Versorgungslücken kommen. Man ist jedoch vorbereitet.

Das Corona-Virus hat die Schweiz erreicht. Am Donnerstag teilte der Bund mit, dass hierzulande mittlerweile sechs Fälle bestätigt wurden. In der Innerschweiz konnte die Krankheit indes noch nicht nachgewiesen werden. Die Behörden haben jedoch Massnahmen ergriffen, um im Ernstfall adäquat zu reagieren (zentralplus berichtete).

Dazu gehört auch die eindringliche Aufforderung an die Bevölkerung, sich richtig zu verhalten und der Hygiene die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Auch rät der Bund schon länger und unabhänigig von der befürchtetenen neuen Epidemie, sich einen Notvorrat für eine Woche anzulegen. Und die Luzerner scheinen die Ratschläge zu beherzigen.

Migros verkauft mehr Dosennahrung

«In der Otto’s-Filiale beim Littauer Boden hatte es heute viel mehr Leute als sonst», berichtet ein zentralplus-Leser, der die Filiale regelmässig aufsucht. «Die Leute haben einiges an Toilettenpapier, Teigwaren und Konserven gekauft», erzählt er. Ob die Nachfrage nach solchen Produkten in der Region Luzern tatsächlich höher ist als sonst, konnte man beim Discounter indes nicht bestätigen, da die Verantwortlichen derzeit abwesend sind.

Anders tönt es bei der Migros Luzern. «Wir stellen in spezifischen Sortimentsbereichen eine stark erhöhte Nachfrage fest. Zuoberst auf dem Einkaufszettel stehen unter anderem Konserven, Reis und Teigwaren, Eier, Käse und auch Babynahrung», sagt Mediensprecherin Antonia Reinhard. Es könne deshalb durchaus kurzfristig zu Engpässen kommen, bis die neuen Lieferungen eintreffen. «Die Situation sieht in allen Filialen in der Region in etwa gleich aus», so Reinhard.

Grundsätzlich sei man bei dem Grossverteiler aber gut auf die aktuellen Entwicklungen vorbereitet. «Die Migros-Gruppe hat bereits vor drei Wochen eine Krisenstabsorganisation gebildet. Diese ist darum besorgt, dass wir unseren Versorgungsauftrag auch während einer möglichen Pandemie gerecht werden.» Man beschäftige sich folglich sehr akribisch mit der aktuellen Situation und nehme die Lage sehr ernst, sagt Reinhard. «Wir möchten dennoch keine Panik verbreiten. Das ist uns ganz wichtig», betont sie.

Migros und Coop haben Notfallplan

Man könne unter anderem auf die Erfahrungen mit der Schweinegrippe im Jahr 2009 zurückgreifen. «Auch damals wurde die Situation genau beobachtet und wir waren entsprechend vorbereitet.» Etwas speziell sei die jetzige Situation aber trotzdem, weil die Nachfrage vor elf Jahren nicht derart rasch angestiegen sei, so Reinhard.

Bei Coop kann man auf Anfrage keine regionspzezifischen Angaben machen. National gebe es aber ebenfalls eine stärkere Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und länger haltbaren Lebensmitteln. Auch bei Coop habe man schon seit vielen Jahren einen Pandemieplan und sei entsprechend vorbereitet.

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 28.02.2020, 15:17 Uhr

    Schon unglaublich, wie dumm der große Teil der Bevölkerung ist. Anstelle sich mal zu Informieren, liest man den Blick und ereifert sich dann der Panik. Der Präsident des FC Luzern und sein Trainer echauffieren sich darüber, dass ein ausgefallenes Spiel CHF 150’000.– kostet. In den Kommentarspalten findet man alles übertrieben. Anstelle von Hamsterkäufen lieber mal wirklich überlegen, wie sich ein solcher Virus überträgt und was man effektiv dagegen tun kann. Nämlich etwas auf seine Hygiene achten und die Hände waschen.

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