Die Lozärner Määs ist abgesagt
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Die Lozärner Määs fällt 2020 aus. (Bild: Emanuel Ammon/Auraonline)

Erst das zweite Mal in der Geschichte Die Lozärner Määs ist abgesagt

4 min Lesezeit 2 Kommentare 30.07.2020, 11:00 Uhr

Corona macht es einfach nicht möglich: Die Luzerner Herbstmesse findet dieses Jahr nicht statt. Die Händler haben dafür bereits den Zuschlag für nächstes Jahr erhalten.

Lange stand sie auf der Kippe, jetzt ist es definitiv: Die Lozärner Määs wird 2020 nicht stattfinden. Das teilt die Stadt Luzern am Donnerstag mit. Eigentlich wären Jahrmärkte unter den aktuellen Covid-19-Bedingungen des Bundes grundsätzlich möglich, so lange das Schutzkonzept entsprechend eingehalten wird. Deshalb habe man auch verschiedene Szenarien und Alternativen sorgfältig geprüft.

Doch nun kam die Stadt zum Schluss, dass eine Durchführung wenig Sinn macht: «Wir müssen akzeptieren, dass der traditionelle Charakter der Määs unter den gegebenen Bedingungen, mit einem überzeugenden Schutzkonzept für den zu erwartenden Andrang von Besucherinnen und Besuchern, nicht gewährleistet werden kann», wird Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern, zitiert. Der Entschluss wurde zusammen mit den Markt- und Schaustellerverbänden, der Interessengemeinschaft Luzerner Herbstmesse und Märkte (IG LHMM), der Luzerner Polizei und anderen Gruppierungen gefällt.

«Das ist für mich eine emotionale Sache. Mein Herz blutet.»

Urs Doggwiler, Inhaber der Metzgerei Doggwiler

Der Entscheid fiel aufgrund der anhaltenden sensiblen Lage und den fortgeschrittenen Vorbereitungen des Anlasses. Leidtragende sind auch die Schausteller – wegen Corona fallen reihenweise Märkte und Chilbis ins Wasser. Die Stadt hat jenen, die an der diesjährigen Määs einen Stand betrieben hätten, deswegen bereits eine Zusage für 2021 gemacht.

Einer, dem der Entscheid besonders nahe geht, ist Urs Doggwiler. Der Inhaber der gleichnamigen Metzgerei ist seit Jahrzehnten Stammgast an der Määs. Für ihn ist das Ganze eine «Herzensangelegenheit», wie er sagt. «Seit über 70 Jahren sind wir an der Määs, ich selbst stehe seit 50 Jahren hinter dem Grill.»

Dass die Herbstmesse nun abgesagt wurde, bedauert Doggwiler zutiefst. «Das ist für mich eine emotionale Sache. Mein Herz blutet.» Ganz so unerwartet kam die Nachricht aber nicht. «Es wäre wohl der einzige Anlass von diesem Ausmass in der Schweiz gewesen, der stattgefunden hätte.» Die Stadt habe wohl aus Vernunft gehandelt. Die derzeitige Situation mache eine Durchführung schlicht zu schwierig.

«Für manche war es der letzte Strohhalm in einem katastrophalen Veranstaltungsjahr.»

Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern

Das sagt auch Mario Lütolf von der Stadt Luzern. Man habe verschiedenste Optionen mit den Betreibern diskutiert – etwa eine Verkleinerung des Anlasses, eine Verteilung auf verschiedene Plätze in der Stadt, eine Umzäunung oder eine Verlegung in die Messe und auf die Allmend. Doch jede dieser Varianten führte zum gleichen Ergebnis: «Wir waren uns einig, das wäre keine Määs mehr und hätte die Probleme bloss verschoben», sagt Lütolf.

Auch eine Umzäunung des Geländes wäre denkbar gewesen, um die Anzahl Personen im Rahmen zu halten. Doch dann würden auch Schutzkonzept-Anforderungen an die wartenden Mengen gestellt. «Der öffentliche Raum lässt sich nicht wie ein Europapark bewirtschaften», sagt Lütolf. Den über 160 zum Teil langjährigen Partnern abzusagen, sei keine einfache Aufgabe gewesen. «Für manche war es der letzte Strohhalm in einem katastrophalen Veranstaltungsjahr.» Vor einem Stand die BAG-Regeln umzusetzen, wie es am Wochenmarkt funktioniert, wäre zwar möglich. Eine Grossveranstaltung mit über 300’000 Besuchern als Ganzes zu verantworten, sei unter den «anhaltend kritischen Bedingungen» jedoch schlicht nicht möglich, wie Lütolf erklärt. Folglich blieb der Stadt nur die Kapitulation.

Letzte Absage im Jahr 1939

Auch für Doggwiler ist die Herbstmesse nicht der einzige Anlass, der ins Wasser fiel. Gerade die Määs sei für die Metzgerei eine Werbeplattform. Unterkriegen lässt sich Doggwiler aber nicht: «Wir Luzerner sind Stehaufmännchen und blicken nach vorne.»

Rund 20’000 Menschen besuchen die Lozärner Määs jedes Jahr pro Tag. Das einzige Mal, dass sie bisher in der Vergangenheit hatte abgesagt werden müssen, war im Jahr 1939 infolge der Mobilmachung, wie die Stadt schreibt. Nun zwingt Corona die Veranstalter zum zweiten Mal dazu, die Herbstmesse abzusagen. Im nächsten Jahr soll es dann vom 2. bis 17. Oktober weitergehen.

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2 Kommentare
  1. mebinger, 30.07.2020, 11:37 Uhr

    Wartet nur liebe Schweizer anpassungsfähige Schafe und Angsthasen, im Herbst geht es bei uns auf Talfahrt und zwar nicht wegen Corona sondern wegen der Politischen Reaktion darauf Wir übertreiben masslos und richten alles zugrunde

    1. der dozent, 31.07.2020, 05:50 Uhr

      Das positive ist… an der Hochschule hat man Ruhe und ist nicht gestört durch Musiklärm:)

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