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Die Jungen, die dem Bundesamt auf der Nase rumtanzen
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Da steht er also, der VW-Bus, und lässt allen vorbeifahrenden Hippies das Wasser im Mund zusammenlaufen. (Bild: hch)

Zuger Garage wirbt mit unkonventionellen Methoden Die Jungen, die dem Bundesamt auf der Nase rumtanzen

2 min Lesezeit 2 Kommentare 19.07.2017, 10:11 Uhr

Eine junge Autogarage wirbt im Kanton Zug mit unkonventionellen Massnahmen. Da thronen Sonnenschirme auf Vans und antike VW-Busse auf Anhängern. Nur, so richtig erlaubt ist das wohl nicht. Doch Graubereiche gehören dazu, finden die Unternehmer. Vor allem, wenn die Landbesitzerin nichts ahnt von der eigenen Werbeplattform.

Wenn man im Geschäftsleben erfolgreich sein will, gilt es, auch mal unkonventionell zu handeln. Etwa, indem man seine Fahrzeuge dort abstellt, wo sie auffallen, und sie dann so drapiert, dass man erst recht hingucken muss. Mit Liegestühlen obendrauf und grossen roten Lettern versehen.

Eine kleine Chamer Autogarage, die auch Zügelbusse und Kleinwagen vermietet, hat sich diese Strategie verinnerlicht, frei nach dem Motto «Auffallen ist alles». Peter Simon, der die Autoklinik AG vor fünf Jahren gemeinsam mit Markus Villiger gegründet hat, erklärt: «Immer mal wieder stellen wir unsere Fahrzeuge so ab, dass man hinschaut. Jedenfalls, wenn da keine Verbotstafeln stehen. Wir wollen positiv auffallen und manch einem ein Schmunzeln entlocken.»

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Inserate lohnen sich nicht

Herkömmliche Werbung macht das junge Unternehmen keine mehr. «Wir haben aufgehört, Zeitungsinserate zu veröffentlichen. Da gibt es lustigere und gewinnbringendere Möglichkeiten.» Darum dienen jetzt die Fahrzeuge selber als Werbefläche. In riesigen roten Lettern erkennt man die Aufschriften wie «Zügelbus» oder «Zügelesel» selbst aus der S-Bahn.

Nur die Ohren beim Esel fehlen.

Nur die Ohren beim Esel fehlen.

(Bild: hch)

Etwas keck ist das Ganze schon. So steht auf einem Platz bei der Autobahneinfahrt Lindencham seit einer Woche ein Anhänger, auf dem sich ein schicker alter VW-Bus mit roten Lettern als «Zügelbus» outet. Öffentlich Werbung machen, ohne einen Rappen zu zahlen? Schon ein wenig frech, oder? «Wenn ein Werbeträger Räder hat, ist das erlaubt, soweit ich weiss.» Es sei jedoch nicht geplant, den Bus über längere Zeit dort stehen zu lassen.

Das Astra weiss von nichts

Dennoch sieht man dem aufgeladenen VW-Bus an, dass es sich hierbei definitiv nicht um einen Kurzparker handelt. Und das auf einem Parkplatz, der häufig voll ist mit Autos.

Das Land, auf dem das Gefährt steht, gehört dem Bundesamt für Strassen (Astra). Und dieses toleriert, dass Autos darauf parkieren. Sprecherin Esther Widmer erklärt: «Wenn der Platz für Park and Ride genutzt wird, stört uns das nicht.» Das Astra weiss jedoch nichts davon, dass Unternehmen ihre Flächen auch zu Werbezwecken nutzen.

Eigentlich nicht geduldet

Auf den nicht ganz so heimlichen Dauerparker angesprochen, erklärt Widmer: «Eigentlich wird dauerhaftes Parkieren nicht geduldet. Wir werden dem nachgehen.»

Auch andernorts fallen die Zügelbusse der Autoklinik auf. So etwa hinter dem Metalli, wo ein Bus steht, auf dem Liegestuhl und Sonnenschirm montiert sind. «Für diesen Platz zahlen wir. Wir haben also eine entsprechende Bewilligung», beteuert Simon. Das empfiehlt sich wohl auch. Denn der Nachteil am Auffallen ist schliesslich, dass man auffällt.

Sich sonnen, während andere für einen zügeln? Oder wie ist das gemeint?

Sich sonnen, während andere für einen zügeln? Oder wie ist das gemeint?

(Bild: wia)

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2 Kommentare
  1. Peter Simon, 20.07.2017, 22:12 Uhr

    Danke für den Beitrag! Für 1500.- hättet ihr das ganze positiv geschrieben… ?
    Zur Info, alle Fahrzeuge auf den Fotos sind auf gemieteten Parkplätzen! ?

    1. Redaktion Christian Hug, 21.07.2017, 10:06 Uhr

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