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Fall Emmen: Untersuchung wird eingestellt Die Hoffnung, den Täter eines Tages zu fassen, bleibt lebendig

2 min Lesezeit 15.01.2018, 18:51 Uhr

Die Untersuchungen im Fall Emmen werden eingestellt. Die Ermittlungsbehörden geben auf – für den Moment. Was bleibt, ist die Bestürzung über die schreckliche Tat.

Der Fall Emmen ist vorerst abgeschlossen. Die Luzerner Staatsanwaltschaft gab diesen Montag bekannt, die Untersuchung vorläufig einzustellen (zentralplus berichtete). Damit gibt sie zu, über keine erfolgversprechende Spur zum Täter zu verfügen. Dieser bleibt auf freiem Fuss – eine erschreckende Vorstellung.

Es ist ein Eingeständnis dessen, dass man mit den Ermittlungen gescheitert ist. Auf Basis der heutigen Erkenntnisse mache es keinen Sinn mehr, weiter zu ermitteln. Die Wahrscheinlichkeit, den Täter noch zu fassen, tendiert leider gegen null.

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Der Staatsanwaltschaft kann man kaum einen Vorwurf machen. Mit dem Massen-DNA-Test ging sie einen ungewöhnlichen Weg – über 400 Personen mussten eine Probe abgeben. Mehrfach bat sie die Bevölkerung um Mithilfe und setzte mit 20’000 Franken die höchste je in Aussicht gestellte Belohnung aus. Auf die Namensnennung «Aron» gingen zwar rund 300 Hinweise ein, zielführend waren sie offensichtlich nicht.

Ein Gefühl der Ohnmacht

Klar könnte man entgegnen, dass die Schwere des Verbrechens es verlange, weiterzumachen. Das Opfer ist seit der abscheulichen Tat gelähmt. Alles erdenklich Mögliche müsste unternommen werden, den Täter zu ermitteln und für eine gerechte Strafe zu sorgen. Diese Genugtuung ist man dem Opfer schuldig.

Doch gibt man sich nicht einer Illusion hin, dass jedes Verbrechen irgendwann ermittelt und verurteilt wird? Der Zeitpunkt für die Sistierung der Untersuchung mag zweieinhalb Jahre nach der grauenvollen Tat überraschend kommen, für Irritation sorgen und ein Ohnmachtsgefühl auslösen. Aber wäre dies irgendwann anders?

Der Fall Emmen war in seiner Abscheulichkeit einzigartig. Es ist zu hoffen, dass sich ein solches Ereignis nie mehr wiederholt. Die Befürchtung, man würde den Täter nie fassen, existierte schon kurz nach der Tat. Die Hoffnung, den Täter eines Tages doch noch zu fassen – vielleicht mit neuen Ermittlungsmethoden –, wird dafür auch immer erhalten bleiben. Denn daran ändert der nun gefällte Entscheid nichts.

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