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Die harten Zeiten für Migros-Kinder im Ennetsee sind vorbei
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Filialleiterin Doris Nussbaumer in der Gemüseabteilung der neuen Chamer Migros. (Bild: mam)

Oranger Riese rollt in Cham den roten Teppich aus Die harten Zeiten für Migros-Kinder im Ennetsee sind vorbei

3 min Lesezeit 28.06.2018, 18:45 Uhr

Migros-Kinder hatten in Cham immer schon ein etwas härteres Leben als anderswo. Jetzt ist alles gut: Mit einem Drittel mehr Verkaufsfläche ist die am Donnerstag wiedereröffnete Dorf-Migros richtig grosszügig geraten. Es gibt mehr Frischprodukte, alles ist modern, und es besteht Anlass zur Freude für Lokalpatrioten.

Manchmal ist Freud und Leid nah beieinander – wie derzeit auch im Neudorf-Center in Cham. Während im leeren OVS-Laden alles dunkel bleibt und die Tristesse daran erinnert, dass dort eben alle Leute ihren Job verloren haben (zentralplus berichtete), brummt die wiedereröffnete Migros gleich nebenan wie ein Bienenstock.

Bunte Ballone künden vom Ausbau des Detailhandelsgeschäftes, ein roter Teppich wurde für die Kunden ausgerollt. Die Migros-Verantwortlichen platzen vor Stolz, und die Kunden haben ebenfalls ihre Freude – nicht nur am Laden, sondern auch am Eröffnungsrabatt, der am ersten Wochenende gilt.

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Freude herrscht: Ballone künden von der Wiedereröffnung der Migros im Chamer Neudorf-Center.

Ballone künden von der Wiedereröffnung der Migros im Chamer Neudorf-Center.

(Bild: mam)

Fisch im Offenverkauf

Filialleiterin Doris Nussbaumer ist bester Laune: «Wir haben nun viel mehr Platz für unsere Frischprodukte», sagt sie. «Alles ist hell und grosszügig – und endlich ist auch alles im Fluss.» Die alte Migros war mit 1’000 Quadratmetern Verkaufsfläche noch um ein Drittel kleiner gewesen – und vor allem war sie verwinkelt, gewissermassen in eine Ecke des Shopping-Centers gedrängt.

«Endlich ist alles im Fluss.»

Doris Nussbaumer, Migros-Filialleiterin, Cham

Das ist nun anders: Der Eingang liegt neu am Ende der Mall im Neudorf-Center. Der Kunde trifft dort auf die grosse Gemüse- und Früchteabteilung, wird nach links der Bäckerei entlang geleitet und begegnet neben dem Fleischstand einer Neuerung: dem Offenverkaufsstand für Fisch. Käse wird zwar nicht offen verkauft, aber man behilft sich mit einer Spezialitätentheke, in die vor Ort abgepackte Tranchen von Käselaiben gelegt werden.

Imposante Glasfronten

Im weiteren Verlauf der Einkaufstour fallen die meterlangen Glasfronten der neuen Kühlgeräte auf, welche die Migros in ihren neuen Filialen einbaut. «Stufenkühler mit Glastüren» heissen die Dinger, die modern aussehen, aber auch ein bisschen Abstand zwischen Kunde und Produkt schaffen.

«Wir sparen mit ihnen eine Menge Energie», sagt Peter Burri, der regionale Verkaufsleiter der Migros. «Das Tolle daran ist, dass die Kunden die Neuerung auch annehmen.» Umsatzeinbussen bei gekühlten Waren habe man wegen der Glasschränke keine festgestellt, sagt Burri.

Nach den Stufenkühlern, die auch für die vielen Convenience-Produkte nötig sind, treffen wir auf Promotionsstände mit Bio-Produkten. Das Alnatura-Sortiment wird im Unterschied zur Migros im Metalli in Zug nicht in einem separaten Laden verkauft, sondern auf die verschiedenen Abteilungen der Filiale aufgeteilt. Im Non-Food-Bereich fallen die vielen Lifestyle-Sachen auf.

Bitte Türe schliessen: leckere Glacésorten.

Bitte Türe schliessen: leckere Glacésorten.

(Bild: mam)

45 Angestellte

Bevor wir die ebenfalls vergrösserte Blumenabteilung mit ihren Rosen und bunten Sträussen besichtigen, müssen wir an der Kasse vorbei. Hier gibt es einen Selbstzahlerbereich mit Scangeräten, der bei unserm Besuch völlig leer ist. Daneben gerade mal vier Kassen, an denen sich lange Schlangen stauen. Hier befindet sich eindeutig die Engstelle und der Schwachpunkt der neuen Chamer Migros. Einmal abgefertigt, packen freundliche Angestellte die Einkäufe ein – wie man es aus andern Ländern kennt.

Insgesamt sind es 45 Leute, die für den orangen Riesen im Neustadt-Center arbeiten. Während des Umbaus mussten sich die Chamer Migros-Kunden mit einem Provisorium bescheiden, da waren erheblich weniger Mitarbeiter im Einsatz. «Einige haben in dieser Zeit in andern Filialen gearbeitet», sagt Marktleiterin Doris Nussbaumer, «andere haben auch unbezahlt Ferien genommen.»

Grösser als Baarer Migros

Nun aber braucht es jeden, die Migros läuft unter Volllast. Gefühlt ist sie nun ein wenig grösser als der Coop im Chamer Zentrum, der vor Jahren das Neustadt-Center verlassen und gegenüber der Kantonsstrasse einen Neubau bezogen hat.

Zwar ist die Chamer Migros immer noch nicht mit jener im Einkaufszentrum Zugerland vergleichbar, die drei M hat. Auch nicht mit jener im Metalli-Zentrum in Zug, die zwei M hat. Aber viel fehlt nicht mehr. Und sie ist unter den M-Märkten der Zuger Migros-Läden einer der grössten und modernsten. Ein wenig grösser gar als jene beim Bahnhof in Baar, was jedem Lokalpatrioten Anlass zur Freude gibt. Die harten Zeiten für die Migros-Kinder im Zuger Ennetsee sind vorbei.

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