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Die Grünliberalen wollen nicht geliebt werden
  • Politik
Nationalratskandidaten der GLP ohne Hoffnung auf den Sitz: Claus Soltermann, Michèle Kottelat und Daniel Stadlin. (Bild: zvg (Yves Roth) )

GLP Zug: Kampf um Bürgerlichkeit? Die Grünliberalen wollen nicht geliebt werden

2 min Lesezeit 09.07.2015, 15:52 Uhr

Es gehe darum, die Stimmen ihrer Wähler nicht zu verschwenden, sagen die Zuger Grünliberalen. Und unterstützen deshalb die FDP und CVP mit einer Listenverbindung. Hoffnung auf einen Sitz hat die Partei keine. Ist das eine Bankrotterklärung? Oder will die GLP endlich ernst genommen werden?

«Es ist für uns unmöglich, einen Sitz im Nationalrat zu gewinnen», sagt Daniel Stadlin, Vizepräsident der Zuger Grünliberalen. Trotzdem hat die Partei für die Nationalratswahlen drei Kandidaten aufgestellt – und nun eine Listenverbindung mit CVP und FDP vereinbart. «Dabei machen wir uns keine Hoffnungen auf einen Sitz», sagt Stadlin. «Es geht uns darum, die FDP und die CVP zu unterstützen.» Die GLP macht sich also zum Steigbügelhalter? «Das könnte man so sagen.»

Grund dafür sei die Basis der Zuger GLP: «Wir wollen, dass die Stimmen unserer Wählerinnen und Wähler nicht nutzlos sind. Mit der Listenverbindung unterstützen sie nun die bürgerliche Politik, auch wenn wir keinen Sitz ergattern.»

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«Ökologisch, aber nicht aus der linken Haltung heraus»

Das klingt allerdings nach einer politischen Bankrotterklärung: Macht sich die GLP damit nicht obsolet – wenn FDP und CVP ihre Wähler national genauso gut vertreten können? «Nein, wir haben ja die ökologische Komponente, mit der wir uns von den anderen bürgerlichen Parteien absetzen können», sagt Stadlin. «Aber viele unserer Mitglieder teilen die gesellschaftspolitischen Grundwerte der FDP und CVP. Für uns sind ökologische Anliegen wichtig, aber nicht aus einer linken Haltung heraus. Zudem sind viele Mitglieder nahe bei der FDP.»

Die GLP muss im Kantonsrat immer wieder auf ihrer Bürgerlichkeit beharren, wird von den Bürgerlichen als links bezeichnet. Die Linke hat ihr sogar eine Listenverbindung angeboten. Das hat die GLP abgelehnt (zentral+ berichtete). «Diesen Weg haben unsere Mitglieder für unmöglich befunden», sagt Stadlin.

Will GLP endlich ernst genommen werden?

Die Listenverbindung mit CVP und FDP könnte nun auch als Andienen verstanden werden. Erhofft sich die GLP davon, von CVP und FDP im Kantonsrat ernster genommen zu werden? «Das ist nicht die Idee. Natürlich gibt es einzelne Kantonsräte, die uns nicht für bürgerlich halten.» Aber mittlerweile nehme man die GLP schon als bürgerlich wahr, sagt Stadlin. «Es geht uns mit dieser Listenverbindung nicht darum, geliebt zu werden. Sondern darum, die bürgerliche Politik der Mitte zu unterstützen.»

Die Spitzenkandidaten von FDP und CVP, Bruno Pezzatti und Gerhard Pfister, würden im Sinne der GLP politisieren. «Nicht immer, natürlich, aber doch in vielen Punkten», sagt Stadlin. «Bei der Energiewende sind wir anderer Meinung.» Gerade da allerdings ist etwa der FDP-Ständerat Joachim Eder auf völlig anderer Linie als die GLP, hat mit seinem Vorstoss zur Überholung des Landschaftsgesetzes dazu angeregt, die Energiewende als Gelegenheit zur Abschaffung des Denkmal- und Landschaftsschutzes zu benutzen. Stadlin relativiert: «Uns geht es nur um die Nationalratswahlen. Bei den Ständeratswahlen sind wir noch nicht so weit, zu kommunizieren, wen wir unterstützen wollen.»

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