Die grossen Zuger und Luzerner Gemeinden erwarten hohe Stimmbeteiligung
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Die Zahlen aus den Gemeinden versprechen eine hohe Stimmbeteiligung am Sonntag. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Vor dem Super-Sonntag Die grossen Zuger und Luzerner Gemeinden erwarten hohe Stimmbeteiligung

4 min Lesezeit 26.09.2020, 11:45 Uhr

Die aktuellen Zahlen lassen darauf schliessen, dass diesmal besonders viele Leute abstimmen werden. Das liegt einerseits an den Vorlagen, die polarisieren. Ein wenig vielleicht aber auch daran, dass man schon länger nicht mehr abstimmen durfte.

«So etwas haben wir noch gar nie gesehen», sagte Claudia Cuche-Curti, Stadtschreiberin von Zürich, heute Freitag gegenüber Radio SRF. Die Stimmbeteiligung sei «enorm hoch».

Tönt ja schon fast nach Rekord, könnte man meinen. Nachfrage deshalb bei ein paar grossen Gemeinden in den Kantonen Luzern und Zug: Sieht das hier ähnlich aus wie in Zürich: Verspricht der Super-Sonntag auch in Sachen Beteiligung ganz aussergewöhnlich zu werden?

Vielleicht liegt es auch am Nachholbedarf

«Auch bei uns in Baar ist die Stimmbeteiligung aussergewöhnlich hoch», sagt Reto Maissen, Leiter Gemeindebüro Baar. «Wir schätzen, dass wir eine Beteiligung von rund 60 Prozent erreichen werden, was natürlich sehr erfreulich ist.»

Reto Maissen geht davon aus, dass es vor allem die spannenden eidgenössischen Vorlagen sind, welche zu dieser hohen Beteiligung führen. In Baar stimme man aber auch noch zusätzlich über eine kommunale Vorlage, nämlich die Gebietsplanung Unterfeld Süd ab (zentralplus berichtete). «Zudem ist es schon längere Zeit her, seit die letzte Abstimmung stattfinden konnte.» Dies war am 9. Februar 2020 der Fall. Möglicherweise bestehe deshalb etwas Nachholbedarf, vermutet der Leiter des Baarer Gemeindebüros.

Rücklauf in Zug aktuell bei rund 60 Prozent

Ähnlich tönt es bei der Stadt Zug. Stadtschreiber Martin Würmli erklärt auf Anfrage, dass der Rücklauf aktuell circa 60 Prozent betrage. Dies lasse auf eine hohe Stimmbeteiligung schliessen.

«An die Urne kommen in der Regel höchstens noch 20 bis 30 Personen.»

Guido Solari, Krienser Stadtschreiber

«Wir rechnen mit einer sehr guten Stimmbeteiligung», sagt auch Thomas Zumbühl, Leiter Wahlen und Abstimmungen der Stadt Luzern. Er rechnet mit einer Beteiligung von 56 bis 58 Prozent. Als «enorm hoch» will Zumbühl diese Quote jedoch trotzdem nicht bezeichnen. Das habe es so ähnlich auch schon zum Beispiel im Jahre 2018 gegeben.

Könnte es sein, dass der jetzt schon gute Rücklauf allenfalls auch etwas mit Corona zu tun hat? Immerhin hat die Stadt Zürich ihre Bürger und Bürgerinnen in einem Schreiben explizit dazu aufgefordert, diesmal möglichst brieflich abzustimmen.

In Luzern stimmen fast alle brieflich ab

Sind die bereits aktuell guten Beteiligungszahlen allenfalls vor diesem Hintergrund zu sehen? Stimmen wegen der Pandemie mehr Leute brieflich ab? Thomas Zumbühl sieht da keinen Zusammenhang: «In der Stadt Luzern stimmen rund 99,8 Prozent der Wählerinnen und Wähler brieflich ab.» Es kämen also jeweils nur noch wenige Personen ins Urnenbüro. «Dies war auch bereits vor Corona so, daher mussten wir nichts Spezielles unternehmen.»

Die gute Beteiligung sei auf die Abstimmungsthemen zurückzuführen. Diese würden polarisieren. Kantonal wird über die Initiative der SP für «transparente Vormieten» abgestimmt (zentralplus berichtete), die Stadtbewohner Luzerns befassen zudem mit der Spange-Nord-Initiative (zentralplus berichtete) und der Sanierung des St. Karli Schulhauses.

Hoher Wert auch in Kriens

Wie in der Stadt Luzern haben die Behörden auch in Kriens – im Gegensatz zu Zürich – keinen Aufruf erlassen, wegen Corona diesmal auf dem Briefweg abzustimmen: «An die Urne kommen in der Regel höchstens noch 20 bis 30 Personen», erklärt Guido Solari, Stadtschreiber von Kriens.

Solari rechnet ebenfalls mit einer hohen Stimmbeteiligung: «Im Moment haben wir einen Rücklauf von 42 Prozent. Dieser Wert ist im Vergleich hoch.» Es sei davon auszugehen, dass die Beteiligung mehr als 50 Prozent betragen werde. In Kriens wird neben nationalen und kantonalen Vorlagen über ein Einzonungsmoratorium der Grünen befunden.

Der indirekte Einfluss von Corona

Für die Stadt Sursee war das Thema Corona ebenfalls kein Grund, vor dem Gang ins Urnenbüro zu warnen. Die grosse Mehrheit bevorzuge sowieso die briefliche Stimmabgabe, sagt Andrea Stutz, Stadtschreiber-Stellvertreterin. «Aufgrund unserer Einrichtungen können aber die Abstands- und Hygienevorschriften bei der persönlichen Stimmabgabe problemlos eingehalten werden.»

Auch in der Stadt Sursee ist die Stimmbeteiligung aktuell im Vergleich zu anderen Freitagen vor dem Abstimmungssonntag höher. Einen Bezug zu Corona sieht Andrea Stutz dabei schon: Sie verweist nämlich auf jene nichteidgenössischen Vorlagen, die am 17. Mai wegen der Pandemie nicht durchgeführt werden konnten und nun nachgeholt werden. Diese Geschäfte könnten nun im Soge der eidgenössischen Vorlagen von einer höheren Stimmbeteiligung profitieren.

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