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Die elf besten Anekdoten aus 100 Jahren Luzerner Fussball
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100 Jahre Innerschweizer Fussballverband werden auf knapp 400 Seiten dargestellt. (Bild: les )

Pfarrer als Fussballgegner und ein toter Hund Die elf besten Anekdoten aus 100 Jahren Luzerner Fussball

4 min Lesezeit 07.09.2018, 13:06 Uhr

Duschen neben einem frisch geschlachteten Tier, Lehrer und Pfarrer, die gegen Fussballvereine rebellieren, oder ein abgeschossener Hund: Der Innerschweizer Fussballverband hat in seinen 100 Jahren Geschichte viel erlebt. Nun ist ein knapp 400-seitiges Buch darüber erschienen.

«Nicht ganz ohne Stolz freue ich mich, die 350-seitige Chronik des Innerschweizer Fussballverbandes in den Händen zu halten», sagt Dany Frank. Er ist Hauptverantwortlicher des Werkes, welches zum 100-Jahr-Jubiläum des Fussballverbandes erstellt wurde. Acht Monate hat er daran gearbeitet, alle 89 Mitgliedervereine stehen im Buch im Fokus.

Frank sagt: «Diese Chronik soll auch Anerkennung und Wertschätzung an Abertausende von Menschen in der Innerschweiz sein, die sich im Fussball uneigennützig und ehrenamtlich engagieren.» Und das Werk überzeugt weiter mit einer Prise Humor und speziellen Anekdoten aus dem Vereinsleben. Wir haben elf solche Geschichten herausgepickt – eine im Fussball doch nicht ganz unwichtige Zahl.

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FC Ebikon: Ein Fehlschuss mit Folgen

Bei einem Spiel zwischen dem FC Ebikon und den Kickers wollte eine Spielerfrau ihrem Liebsten besonders nahe sein. Sie positionierte sich unmittelbar neben dem Tor, ihr Hündchen auf ihren Armen tragend. Ein Spieler namens Christen, der ansonsten für seine Kaltschnäuzigkeit bekannt war, schoss leider leicht daneben und traf – den Hund. Dieser überlebte den Fehlschuss leider nicht. So folgten Tränen, hysterisches Geschrei und eine grosse Aufregung, bis am Ende gar die Polizei anrücken musste.

FC Emmenbrücke: Ein wahrer Höhenflug

Im Jahr 1983 gewannen die Senioren des FCE den Cup. Man schaltete Lugano, Wangen, Servette und Netstal aus, wo jeweils ehemalige Nati-Spieler mitspielten. Im Final besiegte man Küsnacht (ZH) mit 3:1. In besonderer Erinnerung blieb jedoch das Auswärtsspiel in Genf. Statt mit einem Car reisten die Senioren mit der Swissair ab Kloten in die Westschweiz.

FC Escholzmatt-Marbach: Eine verhängnisvolle Ehrenrunde

An einem Dorfturnier in den 90er-Jahren sind der Legende nach die Feierlichkeiten etwas ausgeartet. So hat es der Siegerpokal nicht von der Ehrenrunde zurückgeschafft. Angeblich wurde dieser vergraben und gilt seither als verschollen. Für eine Schatzsuche würde sich das Hauptspielfeld in Ebnet also eignen.

FC Grosswangen-Ettiswil: Ein göttliches Einverständnis

Der FC Grosswangen wurde 1972 gegründet. Bevor es aber so weit war, musste der Dorfpfarrer sein Einverständnis geben. Der Grund war simpel: In der Viertliga wurden damals die Spiele oft und gerne am Sonntagmorgen während der Messe ausgetragen.

FC Gunzwil: Ein pionierhafter Vorstoss

Der FC Gunzwil hatte bereits im Sommer 1999 eine eigene Internetseite. Das Kuriose an der Geschichte: Nicht die erste Mannschaft, sondern die dritte Mannschaft war online präsent – zwei damalige Spieler leisteten Pionierarbeit. Erst zwei Jahre später hatte dann der Verein seine eigene Webseite.

Viele Vereine sind mit einem alten Mannschaftsfoto präsent. So etwa der FC Gunzwil.

Viele Vereine sind mit einem alten Mannschaftsfoto präsent. So etwa der FC Gunzwil.

(Bild: les)

FC Hitzkirch: Ein glorreicher Pfostenschuss

«Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gutgetan.» Beim Champions-League-Halbfinal 1998 zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund fiel das Tor zusammen. Die Kommentatoren Marcel Reif und Günter Jauch machten sich mit ihrer Moderation während der 76-minütigen Unterbrechung unsterblich.

Auch die dritte Mannschaft des FCH erlebte bei einem Gastspiel in Zug Ähnliches. Beim Einspielen donnerte ein Akteur das Leder an den morschen Torpfosten, das Tor zerbrach. Weil kein Ersatztor zur Verfügung stand, schickte der Schiri die Teams wieder nach Hause. Hitzkirch gewann die Partie am grünen Tisch.

FC Hochdorf: Eine blutige Dusche

Das erste Spielfeld der Hochdorfer lag zwischen Nunwil und Baldegg. Umziehen musste man sich damals im Keller des Restaurants St. Peter & Paul. Die Kaltwasser-Dusche befand sich in der Waschküche. Derselbe Ort, wo der Wirt jeweils Tiere schlachtete. So hing ab und zu ein geschlachtetes Tier zum Ausbluten neben duschenden Kickern.

FC Horw: Eine unerwartete Gegnerschaft

Wie schon der FC Grosswangen hatte auch der FC Horw bei seiner Gründung 1946 mit Fussballgegnern zu kämpfen. Die gesamte Lehrerschaft weibelte gegen den Fussballclub – und sogar der Pfarrer liess es sich nicht nehmen, von der Kanzel herunter zu predigen. Auch Flugblätter wurden verteilt, um die Bevölkerung aufzufordern, gegen den jährlichen Beitrag der Gemeinde an den Club zu protestieren.

FC Kickers Luzern: Ein Weltrekordhalter

Mit Usain Bolt versucht aktuell der schnellste Mann der Welt im Fussballbusiness Fuss zu fassen. Mit Joseph Imbach hatte auch der FC Kickers einst einen Leichtathletik-Weltrekordhalter in seinen Reihen. Er spielte 1915 bis 1918 in der ersten Mannschaft mit. An den olympischen Spielen in Paris schaffte er 1924 den Weltrekord über 400 Meter in 48 Sekunden. Dieser wurde zwar 24 Stunden später gebrochen – aber immerhin.

Luzerner SC: Eine irre Aufholjagd

Der FC Erstfeld erlebt im Oktober 1997 beim Spiel auf der Luzerner Hubelmatt sein Waterloo. In der 90. Minute ging man gegen den LSC mit 4:2 in Führung. In der vierminütigen Nachspielzeit schossen die Luzerner tatsächlich noch drei Tore und gewannen die Partie sensationell mit 5:4. Sogar der «Sonntagsblick» widmete dem Comeback einen Beitrag.

SC Reiden: Ein überraschender Besuch

Als die Delegierten des IFV im Juli 1967 für ihre Delegiertenversammlung in Reiden eintrafen, staunten sie nicht schlecht über den reichen Blumen-, Flaggen- und Fahnenschmuck im ganzen Dorf. Alles wegen uns? Nicht ganz, das Dorf brachte sich auf Vordermann, weil am folgenden Tag hoher Besuch auf dem Programm stand. Der Reidener Kardinal Benno Gut kam nämlich zu Besuch und mit dem festlichen Empfang wollte man dem Würdenträger aus Rom die Ehre erweisen.

In der Chronik wird die Geschichte des Innerschweizer Fussballverbandes aufgearbeitet.

In der Chronik wird die Geschichte des Innerschweizer Fussballverbandes aufgearbeitet.

(Bild: les)

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