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Die Brache in Emmenbrücke blüht auf
  • Gesellschaft
Am 15. September wird das Areal hinter dem Busbahnhof Emmenbrücke belebt. (Bild: zvg)

Start der Zwischennutzung am Seetalplatz Die Brache in Emmenbrücke blüht auf

4 min Lesezeit 03.09.2018, 19:57 Uhr

Am 15. September fällt der Startschuss für die Zwischennutzung am Seetalplatz. Das Areal inmitten der Emmer Verkehrsdrehscheibe soll in den nächsten drei Jahren zum Treffpunkt werden – nicht für Stadtluzerner, zumindest nicht in erster Linie.

NF 49: Diese kryptische Bezeichnung steht für die Zwischennutzung am Seetalplatz, die am übernächsten Samstag mit einem Fest eingeweiht wird. Die Organisatoren rechnen mit 300 bis 600 Besuchern – je nach Wetter (siehe Box).

NF 49? «Das ist die Abkürzung für Nivellement Federal, eine amtliche Vermessungsgrösse. Und gemäss der historischen Siegfriedkarte von 1880 liegt der Seetalplatz genau auf dem NF 49», sagt Geschäftsleiterin Francesca Blachnik. «Die Bezeichnung nimmt also Bezug zum Ort, ist offen und gleichwohl kreativ.»

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Emmer statt importierte Aktivitäten

Und genauso kreativ, offen und mit Lokalbezug soll auch die Zwischennutzung werden (zentralplus berichtete). An zwei Informationsveranstaltungen trommelte der Verein Platzhalter verschiedene Menschen und Ideen zusammen. «Da kamen viele Interessierte, Nachbarn, Gewerbetreibende und Geschäftsleiter umliegender Firmen zusammen – die Ideen sprudelten nur so», sagt Blachnik.

Verein Platzhalter Seetelplatz (von links): Ralph Eichenberger, Catherine Huth, Thomas Stadelmann, Francesca Blachnik, Reto Achermann und Edina Kurjakovic.

Verein Platzhalter (von links): Ralph Eichenberger, Catherine Huth, Thomas Stadelmann, Francesca Blachnik, Reto Achermann und Edina Kurjakovic.

(Bild: zvg)

Ateliers, Büros, Platz zum Flanieren, Urban Farming, ein Coworking-Platz oder eine Gemeinschafts-Werkstatt: Diese Projekte werden mit Sicherheit umgesetzt. Manch anderes hingegen steht erst am Anfang oder braucht noch Abklärung, etwa ein Skate- und Boulderpark oder ein Pop-up-Store. Die lustigste Idee war gemäss Blachnik «ein Schrei-Turm», wo man sich mitten auf der Verkehrsinsel im Strassenlärm abreagieren kann».

«Es ist für uns ein Gewinn, dass eine der grössten Zwischennutzungen im Kanton Luzern bei uns in Emmen stattfindet.»

André Gassmann, Gemeinde Emmen

Die Rückmeldungen seien durchwegs positiv. Mit Offenheit will Blachnik verhindern, dass sich nicht nur der eingespielte Luzerner Kulturkuchen auf dem Platz einnistet. Und die Hürde für Aussenstehende, sich darin wohlzufühlen, zu gross ist. «Wir versuchen von Anfang an, die Emmer Bevölkerung direkt zu integrieren. Es soll ja nicht in erster Linie ein Ort für Stadtluzerner sein – obwohl die natürlich auch willkommen sind.»

Das Eröffnungsfest

Die Zwischennutzung am Seetalplatz öffnet sein Tor am Samstag, 15. September 2018. Um 15 Uhr wird NF 49 mit einer Platzrede von Max Christian Graeff eröffnet. Danach gibt es ein musikalisches, kulinarisches und unterhaltendes Programm. Unter anderem mit einem Graffiti-Workshop, Spielen, einem Boule-Turnier, Tombola und Konzerten.

Heligonka aus Emmenbronx spielen um 16.30 Uhr New-Folk-Pop, gefolgt vom DJ-Duo Vicciolina Versace Experience um 18 Uhr. Um 20.30 Uhr folgt die Plattentaufe der zehnköpfigen Reggae-Band Basement Roots aus Emmenbrücke.

Beteiligt sind das Jugendbüro Emmen, akku Kinderatelier, Nosyphos, Fleeds, Guets us Ämme, Café Delia, Guet's Güggeli, Walden, Kaffeekranz, Bönis Bistro, Kulturkonsumenten.

Ähnlich positiv tönt es bei der Gemeinde Emmen. «Es ist für uns ein Gewinn, dass eine der grössten Zwischennutzungen im Kanton Luzern bei uns in Emmen stattfindet, und zeigt, was hier passieren kann», sagt André Gassmann, Leiter Kommunikation, Marketing und Wirtschaftsförderung. Gerade auch für die Immobilienbesitzer rings um den Seetalplatz sei es spannend zu beobachten, was auf der Verkehrsdrehscheibe passiert. Direkt beteiligt sei die Gemeinde nicht, doch koordiniere sie den Kontakt zu lokalen Vereinen und Organisationen. «Wir freuen uns über Emmer Beteiligungen, denn es sollen ja explizit nicht Aktivitäten importiert werden.» So sind zum Beispiel Emmer Vereine und Bands am Eröffnungsfest anzutreffen.

Restaurant eröffnet erst nächsten Frühling

Acht der insgesamt 22 Räume in den Containern sind bereits vermietet. Auch sind schon mehrere Anfragen für Firmenanlässe eingegangen.

Noch mehr Zeit braucht hingegen das Kernstück des Areals, ein Restaurant mit einem Eventraum für bis zu 300 Personen. Am Fest werden die Betreiber der Einfach Eventgastro GmbH rund um Markus Kurmann bereits vor Ort sein. Regelmässig dort einkehren kann man Mitte September aber noch nicht. «Es braucht noch mehr Zeit für den Ausbau und den Einbau der Küche», sagt Blachnik. Eine Bar soll bereits ab Oktober stehen und für erste Events zum Einsatz kommen. «Ziel ist es, dass wir im nächsten Frühling richtig starten, unter anderem mit den 0-Kilometer-Menus.» Letzteres sollen Gerichte sein, die aus direkt vor Ort hergestellten Produkten entstehen.

«Das Ganze ist ein Experimentierfeld. Insofern macht es Sinn, dass nicht bereits zum Start alles vorgegeben ist.»

Francesca Blachnik, Geschäftsleiterin Zwischennutzung NF 49

Ohnehin wird die Zwischennutzung nach der Eröffnung nicht gleich von 0 auf 100 hochgefahren. Sprich: Das Areal wird nicht rund um die Uhr offen sein, sondern laut Blachnik am Anfang vor allem auf Anlässe und aufs Arbeiten fokussiert sein. «Das Ganze ist ein Experimentierfeld. Insofern macht es Sinn, dass nicht bereits zum Start alles vorgegeben ist. Wir hoffen auf viele Neugierige am Eröffnungsfest, die sich anschliessend in irgendeiner Form an der Zwischennutzung beteiligen und diese mitgestalten.»

Auch der Kanton macht vorwärts

Hinter den Kulissen laufen bereits die Arbeiten für die mittelfristige Nutzung des Areals. Der Kanton Luzern als Besitzer hat vor Kurzem den Startschuss für das geplante Verwaltungsgebäude am Seetalplatz gegeben. Im neuen Komplex sollen dereinst rund 1’300 Angestellte des Kantons arbeiten (zentralplus berichtete). Die Dienststelle Immobilien sucht in einem zweistufigen Wettbewerb ein Unternehmen für die Planer- und Realisierungsarbeiten.

Das Gebäude soll möglichst aus Holz gebaut werden und nebst den Büroflächen auch Platz bieten für Retail-, Drittnutzungen und Wohnungen. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 130 Millionen Franken. Für 2021 ist eine Volksabstimmung geplant. Ist diese Hürde geschafft, sollen die Bauarbeiten 2022 starten und der Bau 2025 fertig sein.

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