Die Absage der Luzerner Fasnacht zieht einen Rattenschwanz nach sich
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Dieses Jahr ungefragt: Der Fasnachts-Bazar bleibt auf seiner Ware sitzen. (Bild: mam)

Kostümverleihe und Gastro zittern Die Absage der Luzerner Fasnacht zieht einen Rattenschwanz nach sich

2 min Lesezeit 25.11.2020, 07:29 Uhr

Die Luzerner Fasnacht 2021 ist in grossen Teilen abgesagt. Leiden müssen deswegen nicht nur die Fasnachtsfans und Guggenmusiken, sondern auch die Gastrobetriebe und Kostümverleiher.

Die Luzerner Fasnacht findet nicht nur auf den Strassen, sondern auch in den Beizen statt. In vielen Restaurants werden spezielle Anlässe durchgeführt, die jeweils ein breites Publikum anziehen – und für gute Umsätze sorgen. Das wird für heuer schwierig, wie viele Betreiber sagen.

Eines der betroffenen Restaurants ist die «Pfistern», das von der Remimag geführt wird. Hier wird nicht nur im Lokal selbst gefeiert. Unter der Egg findet auch der der Fasnachtsmarkt und die traditionelle «Usgüügelete» statt, an der die «Pfistern» einen Stand betreibt. Beides fällt im kommenden Jahr aus. Geschäftsführer Florian Eltschinger rechnet deswegen im Februar mit Umsatzeinbussen von 60 bis 70 Prozent, wie er der «Luzerner Zeitung» erklärt. «Und das in einer Zeit, wo es in Luzern ohnehin weniger Gäste hat.»

Ein Funken Hoffnung

Ähnlich dürfte es auch im Hotel Schweizerhof aussehen – einer der Fasnachtshochburgen in Luzern. Wie hoch die Einbussen ausfallen, ist gemäss Gian Walker, Geschäftsleitungsmitglied, «schwer einzuschätzen.» Das sei auch noch vom Wetter und allfälligen Vorfasnachtsanlässen abhängig. Fest steht aber, dass mit dem Ausbleiben der Fasnacht «ein wichtiger Bestandteil des ersten Eventquartals» fehlen wird.

Etwas optimistischer sieht es Joel Dittli, Betreiber von «Joel’s Brasserie» beim Hotel Luzernerhof. Er sagte gegenüber der Zeitung: «Wir machen uns aktuell keine Gedanken, mit welchen Umsatzeinbussen wir rechnen müssen, sondern wie wir kurzfristig eine traditionelle Fasnacht mit neuen Einflüssen coronatauglich realisieren.» Er ist der Meinung, dass eine Absage von Grossanlässen nicht das Ende der Fasnacht sein muss, sondern eine Rückbesinnung, als die Fasnacht noch in einem kleineren Rahmen stattfand.

Kostüme bleiben Ladenhüter

Wenig lustig ist die Situation auch für Kostümverleiher und Geschäfte, die Bastelmaterialien für Masken und Kostüme verkaufen. Wie etwa der «Vonarburg» an der Alpenstrasse. Da sei die Nachfrage nach Fasnachtsartikeln jedweder Art «minim», wie Geschäftsführer Jörg Schnider gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagt. Immerhin: Das Geschäft lebt auch von Malerei-, Näh- und Strickartikeln und hat dank diesen die Krise bisher relativ gut überstanden.

Anders geht es dem Fasnachts-Bazar an der Bireggstrasse. Geschäftsführer Damian Surber muss derzeit einen Umsatzrückgang von 80 Prozent hinnehmen. «Wir gehören zu jenen, welche die Härtefallregelung prüfen müssen», wird er zitiert. Derzeit wird das Geschäft nur noch mit drei Mitarbeitern und verkürzten Öffnungszeiten geführt.

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