Detailhandel
Wochenmarktangebot kleiner als früher

Warum die Marktstände in der Stadt Luzern schwinden

Im Vergleich zu früher sind es merklich weniger Marktstände an der Reuss. (Symbolbild) (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Warst du in letzter Zeit auch wieder an einem Wochenmarkt in der Stadt Luzern unterwegs? Dann ist dir eventuell aufgefallen, dass es weniger Marktfahrer hat als auch schon. Wir sagen dir, was die Gründe sind.

Für viele Luzernerinnen gehört es zu einem perfekten Samstag dazu, dass sie ihre frischen Lebensmittel am Wochenmarkt einkaufen gehen. Auch ein Leserreporter, welcher uns geschrieben hat, war an einem Samstag an der Reuss unterwegs. Ihm ist aufgefallen, dass es weniger Marktstände hat als früher. Wohin sind diese verschwunden? zentralplus begibt sich auf Spurensuche.

Schuld am Schwund trägt die Jahreszeit – aber nicht nur

Wir kontaktieren Marktfahrer, welche am vergangenen Samstag mit Abwesenheit geglänzt haben. Und wir können beruhigen. Die meisten von Ihnen sind nicht etwa verschwunden, sondern in den Ferien. Das bestätigt auch Werner Brauchart gegenüber zentralplus, der mit seinen Produkten vom Biohof Widacher fest zum Wochenmarkt dazugehört. «Einige sind momentan in den Herbstferien», erklärt er.

Da Brauchart auch Vizepräsident der IG Luzerner Wochenmarkt ist, hat er eine gute Übersicht über die Lage von allen Betreibern. Praktisch alle Händler sagen das Gleiche. «Jetzt ist die Jahreszeit, in der wir am wenigsten Umsatz machen können», meint er. In den Herbstferien laufe gar weniger als zur Sommerferienzeit. Und weiter: «Ab November werden sich auch einige in die Winterpause verabschieden. Das ist ganz normal.»

Die Betreiber können nicht einfach nach Lust und Laune entscheiden, ob sie an den Markt kommen oder nicht. So erklärt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern: «Die Präsenzen sind im individuellen Fall entsprechend vertraglich vereinbart und werden auch kontrolliert.» Wenn dann die geplanten Lücken entstehen, probiert die Stadt diese zu füllen. «Natürlich sind auch gerade die Herbst- und Wintermonate saisonal bedingt eher schwächere Monate. Lücken, die ebenfalls traditionellerweise zum Teil mit temporären, alternativen Angeboten ergänzt werden.»

Corona hat den Wochenmarkt verändert

Der Eindruck, dass sich in den letzten Jahren die Wochenmärkte verändert haben, täuscht nicht. Wie Mario Lütolf sagt, hat auch die Pandemie ihren Teil zur optischen Veränderung der Wochenmärkte beigetragen. «Ein weiteres Element, welches das äussere Bild wohl etwas beeinflusst, stellt die Tatsache dar, dass die Marktstände auf Basis der Pandemie-Dispositionen – wo möglich – noch immer etwas weiter auseinander positioniert werden.» Dies sei auch bei Besuchern gut angekommen. Durch dieses Umdenken gab es auch die Erweiterungen am Theaterplatz.

Ein Blick auf die Zahlen der Stadt Luzern zeigt, dass die Anzahl Marktstände in den letzten Jahren nicht gesunken ist. «Vielmehr ist die Anzahl der durch die aktuelle Vergabeperiode legitimierten Stände in allen Angebotskategorien stabil», sagt Lütolf. Bei der Aussage stützt er sich auf die Zahlen seit der Ausschreibung von 2019.

Marktfahrer, die aufhören, sind schwer zu ersetzen

Allerdings, es gibt immer wieder Marktfahrer, die das Handtuch werfen oder in Pension gehen. «Ich weiss, dass im nächsten Jahr einige aufhören werden», sagt Werner Brauchart. Und ob diese freien Plätze dann wieder mit neuen Marktfahrern besetzt werden können, ist fraglich. «Es gibt Leerplätze, welche schon länger existieren. Es ist schwer, Leute zu finden, die bereit sind, jeden Dienstag und Samstag an den Markt zu fahren.»

Die IG Luzerner Wochenmarkt sei daher auch froh, wenn sich Leute melden, die gerne an der Reuss einen Stand aufstellen wollen. «Wir sind immer froh und offen, wenn sich neue Leute melden», sagt der Vizepräsident der IG.

Die «Frischlinge» dürfen dann auch gespannt sein, wie sich das grosse Bauprojekt an der Bahnhofstrasse auf den Markt auswirkt (zentralplus berichtete). Durch den Durchgangsbahnhof wird die Stadt dann wohl zum Tetris-Spieler. «Dies wird tatsächlich einiges an Flexibilität von allen Involvierten erfordern. Wir bereiten uns aber darauf vor, die konkrete Positionierung der Stände dann so anzupassen, dass den Bauarbeiten ausgewichen und trotzdem weiterhin das ganze Angebot präsentiert werden kann» sagt Mario Lütolf.

Verwendete Quellen
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