Detailhandel
Höchster Wert seit 2014

Stadt Luzern: Geschäftsmieten stiegen 2021 markant

Die Geschäftsmieten in der Stadt Luzern befinden sich auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2014. Das überrascht auch den Präsidenten der City Vereinigung Luzern, Josef Williner. (Bild: zvg)

In der Stadt Luzern stiegen die Geschäftsmieten im letzten Jahr um rund 20 Prozent. Zeitgleich gingen viele Läden in Konkurs und zahlreiche neue Läden eröffneten. Was ist passiert?

Die Stadt Luzern hat auch dieses Jahr ein Detailhandelsmonitoring publiziert. Das Monitoring bildet die Entwicklung der Mietpreise und des Branchemixes im Detailhandel ab.

Das Monitoring zeigt, dass im Jahr 2021 die Medianmiete der Verkaufsflächen in der Stadt auf 485 Franken pro Quadratmeter und Jahr gestiegen ist. Das heisst, dass die Hälfte der Ladenmieter mehr und die Hälfte weniger als 485 Franken pro Quadratmeter Verkaufsfläche im Jahr zahlt.

Zudem war das Jahr 2021 von starken Fluktuationen geprägt. Insgesamt 98 Filialen schlossen ihre Türen und 95 eröffneten neu. Im Jahr 2020 waren diese Zahlen bedeutend niedriger: 36 Filialen schlossen und 19 eröffneten neu. Der Branchenmix blieb im letzten Jahr jedoch konstant.

Anstieg der Mietzinsen überrascht die City Vereinigung

Das Monitoring zeigt, dass die Medianmiete für Verkaufsflächen um rund 20 Prozent angestiegen ist. Eine Ladenbesitzerin bezahlte im Jahr 2021 im Mittel 485 Franken Miete pro Quadratmeter und Jahr, verglichen mit 401 Franken im Vorjahr. Das ist der höchste Wert seit 2014.

Die Mietzinsen im mittleren und oberen Preissegment sind stärker angestiegen als diejenigen im niedrigen Preissegment. Hier war gar ein leichter Rückgang der Mietzinsen von rund 17 Prozent zu beobachten.

Der Anstieg der Mietzinsen hat auch den Präsidenten der City Vereinigung Luzern, Josef Williner, überrascht. Er vermutet, dass man mit einer Rückkehr der Touristen aufs Jahr 2021 gerechnet hatte und dass als Reaktion darauf die Mietzinsen anstiegen.

«Viele Geschäfte hofften im Jahr 2020 zu überleben, aber leider haben es nicht alle geschafft.»

Josef Williner, Präsident der City Vereinigung Luzern

Die höheren Mietzinsen zeigten laut Williner, dass die Stadt Luzern nach wie vor attraktiv sei für den Detailhandel. Sollte der Mietzins noch weiter steigen, könnte dies zwar zu einem Problem werden. «Wenn ich die Entwicklung in diesem Jahr anschaue mit den vielen neuen Geschäften, die entstanden sind, dann sehe ich momentan aber noch kein Problem.»

Dennoch: Der Mietzins sei ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Detailhandels. Aufgrund der konjunkturellen Lage und des Entscheids der Schweizer Nationalbank, den Leitzins anzuheben, rechnet Williner aber nicht mit einem weiteren Anstieg der Mieten.

Grosse Umwälzungen im Luzerner Detailhandel

Vor einem Jahr hat sich Lucas Zurkirchen von der City Vereinigung Luzern über das Jahr 2020 wie folgt geäussert: «Viele sind am Limit und kämpfen um das Überleben.» Als Hauptproblem hatte Zurkirchen insbesondere die fehlenden Kunden in der Luzerner Altstadt im Jahr 2020 beklagt. Auch wenn 2021 wieder mehr Besucher in die Luzern Altstadt strömten, auf dem alten Niveau sind die Zahlen nicht. Wenig überraschend sind dafür die fehlenden Touristen verantwortlich.

Nun hat sich gezeigt, dass nicht alle Firmen überlebt haben. Viele Läden haben im Jahr 2021 ihr Geschäft aufgegeben, insgesamt sind es 98.

Der Grund für diese ausserordentlichen Umwälzungen sieht der Präsident der City Vereinigung ebenfalls in den Spätfolgen des Coronajahres 2020: «Viele Geschäfte hofften im Jahr 2020 zu überleben, aber leider haben es nicht alle geschafft. Dies führte zu den grossen Schwankungen, was man auch an den aktuellen Konkurszahlen sieht.»

Erfreulicherweise sind aber beinahe so viele neue Firmen dazugekommen, wie schliessen mussten. Die Stadt spricht im Detailhandelsmonitoring daher von einem «sehr dynamischen Jahr». Den 98 geschlossenen Filialen stehen 95 neue gegenüber. Von einem «Lädelisterben» kann also nicht die Rede sein.

Da viele Firmen gegangen und viele neu gekommen sind, könnte man vermuten, dass sich auch die Zusammensetzung der Branchen verändert hat. Das Monitoring zeigt aber, dass dies nicht der Fall ist. Die grösste Veränderung gab es in der Branche «Mode und Schönheit», wo 26 Schliessungen und 14 Neueröffnungen zu verzeichnen waren.

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