Calida in finanziellen Nöten

So will Surseer Traditionsfirma das Ruder herumreissen

Calida steckt in einer finanziellen Krise. (Bild: sib)

Einmal mehr steckt das Unterwäscheunternehmen Calida mit Sitz in Sursee in der finanziellen Krise. Die Firma holt deshalb einen erfahrenen Textilmanager aus dem Ruhestand. Er hat Calida schon einmal aus dem Loch gezogen.

66,5 Millionen Franken: So tief ist das Surseer Unterwäscheunternehmen Calida 2023 in die roten Zahlen gerutscht (zentralplus berichtete). Das Defizit kam mit Ansage: Bereits im September hat die Unternehmensgruppe einen Strategiewechsel angekündigt. Defizitäre Tochterunternehmen werden abgestossen, ein Webshop mit verschiedenen Marken eingestellt (zentralplus berichtete).

Um aus dem finanziellen Loch zu kommen, hat die Gründerfamilie Kellenberger den erfahrenen Textilmanager Felix Sulzberger aus dem Ruhestand geholt, wie «20 Minuten» schreibt. Der heute 72-Jährige hat die Traditionsmarke bereits aus einer Krise um die Jahrtausendwende zurück auf stabilen Boden geführt. Nun soll er das als exekutiver VR-Präsident erneut schaffen. Wie er selber sagt, möchte er das maximal zwei bis drei Jahre machen – bis dann möchte er das Unternehmen auf Vordermann gebracht haben.

Gemäss ihm habe die finanzielle Schieflage nichts mit den Produkten zu tun, sondern mit betriebswissenschaftlichen Fehlern. Um die Jahrtausendwende machte dem Unternehmen die Expansion nach Indien Schwierigkeiten, heute seien es Fehlkäufe anderer Marken. Zudem sei die Firma «unnötig komplizierter» geworden.

Wie Sulzberger betont, müssen für das Defizit keine Köpfe rollen. Eine Massenentlassung werde es nicht geben – auch wenn er einige Personen entlassen habe. Stattdessen wolle sich das Unternehmen wieder auf die eigenen Kernkompetenzen fokussieren. So unter anderem mit zusätzlichen Calida- und Pop-up-Stores an attraktiven Lagen in Zürich. Damit wollen sie auch die kriselnden Warenhäuser und Einkaufszentren kompensieren.

Verwendete Quellen
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