Alle Luzerner Filialen betroffen

Otto’s schliesst einen Radikal nach dem anderen

Otto’s mini heisst der Laden, der in Luzern und Willisau Radikal ersetzt hat. (Bild: jdi)

Otto’s schliesst sämtliche Luzerner Filialen seines Tochterunternehmens Radikal. Wieso, bleibt ein Betriebsgeheimnis.

Der Radikal am Luzerner Hirschengraben ist seit vergangener Woche Geschichte. Stammkunde S. Jäger* bedauert dies. Die Schliessung erwischte ihn auf dem falschen Fuss (zentralplus berichtete). Statt im Radikal muss er künftig sein Schnäppchen im neuen Otto’s mini machen.

Nach Publikation des Artikels meldeten sich mehrere zentralplus-Leserinnen in den Kommentarspalten und per E-Mail. Offenbar ist die Filiale am Hirschengraben kein Einzelfall. «Scheint zu wenig gelaufen zu sein, der Laden in Ebikon», vermutet ein Leser, dem eine Mitarbeiterin des dortigen Radikal mitgeteilt habe, dass der Laden verschwinden werde.

Otto’s streicht Ebikoner Radikal ersatzlos

Einer anderen Leserin wurde an der Kasse dasselbe mitgeteilt. Was sie bedauert. «Schade, ich liebte den Laden», schreibt sie in die Kommentarspalten. Sie erlebte offenbar Ähnliches wie S. Jäger. Im Werbeprospekt hatte sie die Aktion für ihr Lieblingsshampoo entdeckt. Doch als sie im Ebikoner Radikal stand, war dieser halb leer geräumt – und ihr Shampoo weg. Ob auch in Ebikon bald ein Otto’s mini eröffnet?

Die Schliessung des Radikal in Ebikon bestätigt Angela Schnyder, Direktionsassistentin bei Otto’s. Die Filiale werde Anfang Mai den Betrieb einstellen, sagt sie gegenüber zentralplus. Doch wird es dort, anders als in Luzern, keine Ersatzfiliale geben.

Willisauerinnen weiterhin auf Schnäppchenjagd

Ein Blick auf die digitale Karte zeigt, dass es in Luzern noch einen dritten Radikal gibt. Und zwar in Willisau. Dort ging ein zentralplus-Leser gelegentlich shoppen – bis er hätte feststellen müssen, dass die Filiale verschwunden gewesen sei, wie er schreibt.

Anstelle des Willisauer Radikal eröffnete Otto’s einen Otto’s mini. Dem Konzept steht der Leser weniger skeptisch gegenüber als S. Jäger, der eingangs erwähnte Stammkunde des Radikal in der Stadt Luzern. Er bemängelt zwar, dass das Lebensmittelangebot kleiner geworden sei. «Aber sonst super gemacht», so sein Fazit.

Ist Otto’s mini die teure Variante des Radikal?

Das sieht ein weiterer zentralplus-Leser anders. Seit aus dem Radikal ein Otto’s mini geworden sei, gebe es, so sein Eindruck, viel mehr Markenprodukte, die gleich teuer seien wie im Coop. Etliche Produkte seien zudem teurer geworden. «Warum kostet ein Pack Ebly mehr als sieben Franken», fragt er, «während es im Radikal nur gut fünf Franken kostete?»

Es habe sich beim tieferen Preis von 5.50 statt 7.50 Franken um eine Aktion gehandelt, lautete die simple Erklärung von Otto’s-Direktionsassistentin Angela Schnyder. Ob Otto’s mini tendenziell teurer sei als Radikal, beantwortet sie nicht.

Radikal bald Geschichte?

Ob bald sämtliche Radikal-Filialen geschlossen werden, möchte Schnyder nicht verraten. «Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu unseren langfristigen Plänen im Zusammenhang mit unserer Expansionsstrategie aus betriebsstrategischen Gründen keine Auskunft geben», ist alles, was zentralplus ihr dazu entlocken kann.

Hingegen bestätigt sie, dass alle Radikal-Mitarbeiterinnen bei Otto’s beschäftigt bleiben. Auch diejenigen, die in Ebikon dereinst ein letztes Mal die Ladentüren verschliessen werden.

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit Otto’s-Direktionsassistentin Angela Schnyder
  • Kommentare und E-Mails von zentralplus-Lesern
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