Detailhandel
Ware unter zehn Franken Wert

Nun wird in Luzern schon Fleisch gegen Diebstahl gesichert

Einer Leserreporterin ist die elektronische Diebstahlsicherung in der Lidl-Filiale Perlen aufgefallen. (Bild: zvg)

Einer Leserreporterin ist beim Einkauf im Lidl in Perlen aufgefallen, dass zahlreiche Fleischartikel diebstahlgesichert sind. Selbst günstigere Artikel wie Fleischvögel werden so vor Langfingern geschützt. Aber auch andere Detailhändler bleiben nicht untätig.

Eine Leserreporterin hat nicht schlecht gestaunt, als sie beim Einkaufen im Lidl in Perlen auf diebstahlgesicherte Fleischvögel gestossen ist. Auf den Produkten haftet ein gelber Kleber mit der Aufschrift «Gesicherter Artikel», der die Kundschaft davon abhalten soll, die Ware zu stehlen. Der grossflächige Einsatz von Diebstahlsicherungen scheint nun also auch in der Schweiz Fuss zu fassen.

Aber wieso gerade beim Fleisch? Die Antwort ist naheliegend: «Wir mussten feststellen, dass im Falle von Diebstählen des Öfteren diese Art von Produkten entwendet wird», schreibt Lidl auf Anfrage von zentralplus. Deshalb habe man nun einige Frischfleischartikel diebstahlgesichert.

Diebstahl ist ein schweizweites Problem

Das neue System kommt in der ganzen Schweiz zum Einsatz, nicht nur in Perlen. Angewendet wird es keineswegs nur bei Edelstücken wie beispielsweise Rindsfilet, sondern auch bei Fleischwaren, die weniger als zehn Franken pro Kilo kosten. Die Sicherungen wurden auch bei Fleischvögeln, Bratenstücken oder Rollschinken angebracht. Gemäss Lidl handelt es sich aber vorläufig nur um einen Test.

Selbst günstige Ware wie Fleischvögel werden elektronisch gesichert. (Bild: zvg)

Momentan steht der Discounter mit dem grossflächigen Einsatz der Sicherungen noch alleine da. Andere Detailhändler setzen auf herkömmliche Massnahmen.

Aldi Schweiz verzeichnet «sehr wenige» Diebstähle

Bei Aldi Schweiz sieht man keinen Grund, vermehrt Artikel elektronisch zu sichern. Wie Aldi zentralplus mitteilt, sei man mit Ladendiebstahl zwar immer wieder konfrontiert, aber einen Anstieg an Diebstählen von Fleischwaren könne man im Gegensatz zu Lidl nicht feststellen. Aldi vermutet, dass die niedrigen Preise ihrer Produkte für die «sehr wenigen» Diebstähle mitverantwortlich sind.

Zudem zeige die Erfahrung, dass aufmerksame und gut geschulte Mitarbeiter die erfolgreichste Massnahme gegen Ladendiebstahl seien. Wieso Lidl im Gegensatz zu seinem deutschen Pendant aber öfter von Diebstählen betroffen sein soll, ist unklar, denn preislich unterscheiden sich die beiden Discounter wenig.

Auch bei Migros Luzern setzt man auf andere Massnahmen. Wie die Migros gegenüber zentralplus sagt, setzt sie in Luzerner Filialen keine solchen Diebstahlsicherungen ein. Coop kommuniziert keine Sicherheitsmassnahmen gegenüber der Öffentlichkeit.

Kennzeichnung von gesicherten Artikeln ist keine Pflicht

Theoretisch ist es möglich, dass Anbieter elektronische Diebstahlsicherungen verwenden, ohne dies zu kennzeichnen. Es gibt nämlich keine gesetzliche Pflicht, gesicherte Artikel zu markieren. Ob verborgene elektrische Sicherungen in Luzerner Supermärkten zum Einsatz kommen, ist unklar. Aus «sicherheitstechnischen Gründen» will sich die Medienstelle Aldi Suisse dazu nicht äussern. Die Migros sagt lediglich, dass keine solchen Sicherungen im Einsatz sind.

Im Gegenzug ist es rechtlich aber zulässig, Artikel mit einem Kleber als diebstahlgesichert zu markieren, auch wenn sie es gar nicht sind. Möglich also, dass auch nicht alle Artikel im Lidl wirklich diebstahlgesichert sind.

Verwendete Quellen
  • E-Mailverkehr mit Lidl
  • E-Mailverkehr mit der Medienstelle von Aldi Schweiz
  • E-Mailverkehr mit der Migros Luzern
Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.