Detailhandel
Ein Drittel der Läden steht leer

5 Jahre Mall of Switzerland: Entenfischen statt Feuerwerk

So gut besucht wie hier ist die Mall of Switzerland nicht immer. (Bild: zvg)

Die Mall of Switzerland in Ebikon feiert ihren fünfjährigen Geburtstag. Zeit für eine – durchzogene – Zwischenbilanz.

Die Mall of Switzerland in Ebikon polarisiert seit dem Tag, als sie eröffnet wurde. Manchen gefällt der Shopping-Tempel, für andere ist er ein Symbol dafür, wie sich der Detail-Handel in den letzten Jahren entwickelt hat: Nämlich weg vom stationären, hin zum Online-Handel.

Fünf Jahre alt wird die Mall diesen Samstag. Vom Pomp, mit dem sie 2017 eröffnet wurde, ist nicht viel geblieben. Damals sorgten Feuerwerk und Artisten für Spektakel, der damalige Regierungsrat Robert Küng durchschnitt das Eröffnungsband höchstpersönlich. Zum fünfjährigen Geburtstag hingegen gibt's ein Glücksrad für die Grossen und Entenfischen für die Kleinen.

Doppelt so viele Leerstände wie bei der Eröffnung

Das Programm steht symbolisch für die Probleme, mit denen die Mall zu kämpfen hat. Die Frequenzen sind schlicht nicht hoch genug, damit die dortigen Geschäfte florieren könnten. Die «Luzerner Zeitung» hat die Etagenpläne von 2017 mit den heutigen verglichen. Diese sprechen eine klare Sprache:

125 verschiedene Geschäfts- und Gastroflächen stehen in der Mall zur Verfügung. Bei der Eröffnung 2017 waren 20 davon frei. Heute sind es rund 40 und damit rund ein Drittel aller Flächen. Bei rund der Hälfte aller Geschäfte kam es zu einem Mieterwechsel oder die Fläche wurde ganz aufgegeben.

Das Angebot ist «durchschnittlich»

Nebst den tiefen Frequenzen und der starken Konkurrenz des Online-Handels gibt es ein weiteres Problem. So sagt ein anonymer Marktbeobachter gegenüber der Zeitung: «Der Name suggeriert Grossartiges, eine Destination zum Hinfahren, doch das Gebotene ist nur noch Durchschnitt und hat auch nichts typisch Schweizerisches für Touristen zu bieten.» Obwohl es die Mall der Schweiz sei, würde man für dieses Angebot nicht extra von Basel oder Zürich nach Ebikon fahren.

Ob die Besucherzahlen tatsächlich abnehmend sind, will die Mall of Switzerland nicht beantworten. Gegenüber der Zeitung sagt Centermanagerin Jessica Janssen nur: «Die Besucherzahlen sind erfreulich und auch die Umsatzzahlen zeigen einen positiven Trend auf.»

Wenn das so ist, darf man gespannt auf das Programm zum zehnjährigen Jubiläum der Mall sein.

Verwendete Quellen

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