«DesignSchenken» in der Viscosistadt: Das Wagnis ist aufgegangen
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Erstmals in Emmen: Das DesignSchenken, hier im Gebäude der Hochschule Luzern – Design & Kunst. (Bild: Emanuel Ammon/Aura)

Designtage auch nächstes Jahr in Emmenbrücke «DesignSchenken» in der Viscosistadt: Das Wagnis ist aufgegangen

4 min Lesezeit 03.12.2017, 19:44 Uhr

Auch hartgesottene Weihnachtsmuffel dürften am «DesignSchenken» in der Viscosistadt in Emmenbrücke ins Schwärmen geraten sein. Über 90 Aussteller aus der ganzen Schweiz präsentierten ihre hochwertigen Produkte. Schon jetzt ist klar, dass auch 2018 die Designtage wieder in Emmen stattfinden.

Zum neunten Mal fand von Freitag bis Sonntag DesignSchenken statt. Bisher war die Ausstellung im Luzerner Stadtzentrum untergebracht. Nun haben die Initiantin Franziska Bründler und ihr Team für den stark gewachsenen Weihnachtsmarkt in der Viscosistadt in Emmenbrücke neue Räumlichkeiten gefunden. Und die Ausstellerzahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Zu sehen und zu kaufen gab es hochwertige, handgefertigte Produkte wie Schmuck, Ledertaschen, Möbel, Wohnaccessoires, Papeterieartikel oder handgewobene Decken.

Auch aussergewöhnliche Sachen wie die Fotobetonwürfel von Christoph Arnold, hergestellt in der Betonmanufaktur in Altdorf, oder die aus ausgedienten Ölfässern hergestellten Minibars von Martin Speiser aus Sissach waren zu sehen.

Das Provisorium in der Viscosistadt war einer der neuen Räume des DesignSchenken.

Das Provisorium in der Viscosistadt war einer der neuen Räume des DesignSchenken.

(Bild: Emanuel Ammon/Aura)

Nähen ist Nervensache

Wie viel Wissen in der Herstellung von handgefertigten Produkten steckt, erfuhr man beispielsweise von Marianna Gostner. Sie filzt nicht nur die Wolle für die Sitzkissen selber, sondern stellt auch die Farben aus Pflanzen selber her.

«Wir haben es geschafft.»

Franziska Bründler, Organisatorin

Dass Nähen mitunter eine Nervensache ist, weiss Miriam Kasper aus Winterthur: Sie verkaufte unter dem Label «Glitzerfee» ihre sorgfältig designten Kleider zum ersten Mal in der Zentralschweiz.

Auch Denise Sigrist aus Kreuzlingen war mit ihren kunstvoll gegossenen Keramikgefässen das erste Mal an den Luzerner Designtagen. Die 39-Jährige hat in Wien Produkt und Design studiert und arbeitet seit zehn Jahren mit Keramik. «Ich habe keinen Laden. Daher ist es für mich sehr wichtig, an Ausstellungen teilzunehmen und so Rückmeldungen zu bekommen.» Die Besucherinnen seien sehr interessiert, das Kaufverhalten beurteilte sie indes als «überlegt».

Denise Sigrist aus Kreuzlingen stellt kunstvolle Keramikgefässe her.

Denise Sigrist aus Kreuzlingen stellt kunstvolle Keramikgefässe her.

(Bild: mhu)

Nach Panik stellt sich Erleichterung ein

Die Messe startete im Jahr 2009 mit gerade mal 20 Ausstellern. «Und diese musste ich beinahe nötigen mitzumachen», erinnert sich Franziska Bründler heute ein wenig belustigt.

Am neuen Ausstellungsort in der Viscosistadt gibt es nun Platz um ein Vielfaches. Mit dabei waren dieses Wochenende über 90 Aussteller aus der ganzen Schweiz, darunter rund die Hälfte zum ersten Mal: Untergebracht im Bau 745 der Hochschule Luzern – Design & Kunst, im sogenannten Provisorium sowie in der Kunstplattform Akku – alles in nachbarschaftlicher Nähe zueinander.

Inzwischen muss Bründler auch die Aussteller nicht mehr zwingen mitzumachen. «Wir haben es geschafft», stellte sie am Sonntag erleichtert fest. «Es ist wirklich toll, dass hier alles konzentriert beisammen ist. Im Vorfeld hatten wir jedoch Panik, ob das alles klappen würde.» Die Organisatorin freut sich, dass nun viele positive Rückmeldungen zu hören waren. Wie die einer Frau, die extra aus Thun angereist kam und begeistert die gelungene Ausstellung am neuen Ort lobte.

Vernetzung mit lokalen Firmen

Man merkte es nicht nur im Gespräch, dass es Franziska Bründler, die selber Wirtschaft und Publizistik studiert hat, ein Anliegen ist, Industrie, lokale Firmen und Kunsthandwerk miteinander zu vernetzen. Zusammen mit zwei regionalen Herstellern für Leuchten und wichtigen Partnern der Messe – Baltensweiler aus Littau und das Lichtteam aus Rothenburg – hat sie beispielsweise einen Wettbewerb für den Nachwuchs lanciert. Die Aufgabe: aus einem Lampenrohling ein Unikat zu entwerfen.

Die Initiantin Franziska Bründler ist in der Viscosistadt sichtlich zufrieden.

Die Initiantin Franziska Bründler ist in der Viscosistadt sichtlich zufrieden.

(Bild: mhu)

Mitgemacht haben neun Gestalterinnen und Gestalter, eine Jury hat am Samstag die Leuchte von Bigna Suter und Meret Trösch, beides Studentinnen an der Kunsthochschule, den ersten Rang zugesprochen. Zudem haben auch die Besucher abgestimmt, der Publikumspreis geht an den Origamikünstler Sipho Mabona (zentralplus berichtete). Noch bis 31. Dezember können die Leuchten des Wettbewerbs auf der Webseite von Lichtteam ersteigert werden. Der Erlös geht an die Stiftung Tramhüsli.

Viele Besucher kamen nach Emmenbrücke

Fiona Losinger betreibt zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Ursula Häni an der Berner Münstergasse das selten gewordene Sattlereihandwerk. Aus feinstem Leder fertigen sie und ihr Team Taschen in allen Grössen und Farben. Sie waren nun bereits zum vierten Mal an DesignSchenken dabei.

Sie freuen sich, dass sie in der Viscosistadt nicht mehr frieren mussten wie vormals in der Kornschütte. Allerdings fand ihre Standbegleiterin am Samstag, in Luzern hätten jeweils mehr Leute die Messe besucht.

Produkte aus dem Sattleratelier: Geschäftsführerin Ursula Häni.

Produkte aus dem Sattleratelier: Geschäftsführerin Ursula Häni.

(Bild: mhu)

Bründler hingegen war rundum zufrieden mit dem Publikumsaufmarsch und sprach am Sonntagmittag von rund 4’000 Besuchern, die nach Emmenbrücke gekommen seien. Letztes Jahr waren es in der Kornschütte und an anderen Orten in der Innenstadt insgesamt 5’200 Besucher.

Für die Organisatorin ist so oder so jetzt schon klar: Auch nächstes Jahr wird DesignSchenken in der Viscosistadt stattfinden.

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