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Deshalb gewinnt der EVZ am Ende fast immer
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Gibt dem Team mit «big saves» Selbstvertrauen: EVZ-Goalie Tobias Stephan. (Bild: EVZ)

Die grosse EVZ-Weihnachtsbilanz Deshalb gewinnt der EVZ am Ende fast immer

5 min Lesezeit 25.12.2016, 12:02 Uhr

Knapp zwei Drittel der Eishockey-Qualifikation sind gespielt. Höchste Zeit, eine Zwischenbilanz zu den bisherigen Leistungen des EV Zug zu ziehen. Die schönste Bescherung für die Fans: Die Siegesserie wurde diese Woche auf sieben Siege verlängert – und auch sonst läuft’s rund. Nur zwei Statistiken müssen zu denken geben.

Nach 32 Spielen belegt der EVZ mit 69 Punkten hinter dem Meister SC Bern und dem letztjährigen Qualifikationssieger ZSC Lions den dritten Platz. Der Vorsprung auf den vierten Platz beträgt bereits 12, jener auf den Strich 27 Punkte. Zu diesem tollen Zwischenergebnis haben zahlreiche Faktoren beigetragen. Praktisch in jeder Teamstatistik sind die Zuger vorne mit dabei (siehe Box). Die momentane Tabellenlage entspricht also keinem Zufall, sondern ist das Ergebnis einer ausgeglichenen, kompletten und konstanten Teamleistung. Hier nur die augenfälligsten Zahlen. Der EVZ ist das erfolgreichste Heimteam, auswärts auf dem dritten Platz. Die Defensive ist statistisch mit 2,09 Gegentoren pro Spiel die beste, und der Sturm mit 3,22 erzielten Toren pro Spiel der dritterfolgreichste nach denjenigen des SCB und des ZSC.

Schlussspurts und Charakter

Emanuel Peter, Schütze des letzten Zuger Tores in diesem Kalenderjahr, erklärt sich den erfolgreichen Saisonverlauf mit der Konstanz. «Wir haben nie ein Loch gehabt. Zudem haben wir in knappen Spielen fast immer einen Weg gefunden, um zu gewinnen.» Der Trend, knappe Spiele jeweils für sich zu entscheiden, ist in dieser Häufigkeit kein Zufall, sondern ein Kennzeichen eines Spitzenteams. Er lässt sich mit verschiedenen Faktoren erklären. Einer davon besteht darin, dass der EVZ sein erfolgreichstes Hockey jeweils im dritten Drittel spielt, in dem es ihm gelingt, noch einmal einen Gang höher zu schalten und die Partien zu seinen Gunsten zu entscheiden. Der EVZ weist ein Torverhältnis von 48-19 im dritten Drittel auf (verglichen mit 24-20 im ersten und 30-24 im zweiten).

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Emanuel Peter am Puck:

 

Der EVZ demonstrierte seine unwiderstehlichen Schlussspurts in den beiden Spielen dieser Woche, als er am Dienstag in Genf die Partie in den letzten zehn Minuten drehen konnte und am Donnerstag gegen die SCL Tigers, wo er seine Dominanz erst im dritten Drittel in Tore ummünzen konnte. Ein erfolgreicher Endspurt setzt voraus, dass man sich in den ersten beiden Dritteln keinen allzu grossen Rückstand einhandelt, womit wir bei der eigentlichen Stärke dieses Teams sind.

Für das ausgezeichnete Defensivverhalten hat Verteidiger Simon Lüthi verschiedene Erklärungen. «Defensiv kann man immer gut spielen und sich Mühe geben, auch wenn es offensiv nicht läuft», sagt Lüthi. «Wir haben einen guten Charakter im Team und arbeiten alle gut zusammen, so helfen auch die Stürmer defensiv gut aus. Wir erhalten wenige Konter. Und natürlich gibt uns Tobi (Anm. d. Red.: EVZ-Goalie Tobias Stephan) mit ‹big saves› Selbstvertrauen.»

Physisch stärker

Gemäss Lüthi, der nach langer Verletzungspause endlich wieder fit ist, bestünde ein weiterer Vorteil darin, dass man nun im dritten Jahr das System von Coach Kreis immer besser verinnerlicht habe. Nach dem blamablen Playoff-Out gegen Lugano war von einigen Anhängern dessen Kopf gefordert worden. Stattdessen entschied sich die Klubführung für einige Retuschen in der Kaderzusammenstellung, indem McIntyre, Klingberg und Helbling für Bürgler, Sondell und den zurückgetretenen Bouchard verpflichtet wurden.

Zudem kam mit NHL-Verteidiger Raphael Diaz der wohl begehrteste Schweizer Verteidiger zurück zum EVZ. Seine Routine und seine Stärken im Spielaufbau wirken sich positiv auf das gesamte Team auf. Er ist auch in Überzahl ein absoluter Schlüsselspieler.

«Wir dürfen sicher nicht zufrieden sein. Es ist eine ausgeglichene Liga. Wenn man ein bisschen zurücksteckt, sieht es plötzlich ganz anders aus.»

Simon Lüthi, Verteidiger

Wie hat sich diese frühsommerliche Unruhe auf das Team ausgewirkt? Lüthi antwortet trocken, dass «wir etwas grösser und schwerer sind, was uns bestimmt nicht schadet». Bisher lässt sich das jedenfalls nicht bestreiten. Die grössere Physis hat jedoch nicht nur mit personellen Verstärkungen zu tun, sondern auch mit der Vorbereitung der Spieler. So meint Peter, der den EVZ Ende Saison nach zwei Jahren Richtung Langnau verlassen wird, dass «ich noch nie so viel off-ice und zeitintensiv trainiert habe wie dieses Jahr». Deshalb sollte es auch kein Problem sein, den Rhythmus während dieser Phase mit vielen Meisterschaftsunterbrüchen hochzuhalten.

Simon Lüthi mit der Nummer 8 räumt vor dem EVZ-Tor auf:

 

Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Trotz der erfolgreichen Zwischenbilanz und der zahlreichen Spitzenplätze in den unterschiedlichsten Statistiken gibt es noch Steigerungspotenzial. Beispielsweise haben die Zuger bisher am meisten Strafminuten abgesessen, was angesichts des besten Boxplays der Liga allerdings nicht so stark ins Gewicht fällt. Genau umgekehrt sieht es beim Powerplay aus – mit weniger als 15 Prozent Erfolgsquote ist es das ineffizienteste der Liga.

Es spricht für die Mannschaft, dass die Spieler Verbesserungspotenzial orten – und zwar abseits dieser beiden offensichtlichen Baustellen. Peter findet es «wichtig, dass wir auf einem guten Niveau in die Playoffs steigen. Nicht wie letztes Jahr, als wir in den letzten Quali-Spielen abgebaut haben». Lüthi, dessen Zukunft für die nächste Saison noch immer unklar ist, findet gar deutlichere Worte. «Wir dürfen sicher nicht zufrieden sein. Es ist eine ausgeglichene Liga. Wenn man ein bisschen zurücksteckt, sieht es plötzlich ganz anders aus. Das wollen wir nicht, sondern so weitermachen und unser Ding durchziehen.» Ein EV Zug, der noch stärker ist als ein Team, das elf der letzten zwölf Partien gewonnen hat? Das wäre wohl die grösste Bescherung für jeden EVZ-Fan.

 

McIntyre am Spengler-Cup

Neben der U20-WM können EVZ-Fans über die Festtage auch am Spengler-Cup mit einem Zuger mitfiebern. David McIntyre spielt erstmals in seiner Karriere für sein Heimatland Kanada. Für ihn ist das eine «grosse Ehre», sagt McIntyre. «Du möchtest immer für dein Land spielen.»

Nicht nur aufgrund seiner Premiere im Ahornblatt wird es ein spezielles Turnier für ihn, sondern auch, weil ihn sein Vater und seine Stiefmutter in Davos besuchen kämen. Und weil das Turnier jeweils im kanadischen Fernsehen übertragen wird, könnten ihn viele seiner Freunde und Verwandte nach langer Zeit wieder live spielen sehen.

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