Der Zuger Hausberg hat etwas Attraktives verdient
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So stellte sich ein Architekturbüro 2010 die neue Bergstation mit Restaurant auf dem Zugerberg vor. Kommt das überarbeitete Projekt bald wieder aufs Tapet? (Bild: zVg)

Neubau des «Zugi»-Restaurants? Der Zuger Hausberg hat etwas Attraktives verdient

5 min Lesezeit 14.06.2017, 17:11 Uhr

Auf den Zugerberg kommt Bewegung, denn das Institut Montana heckt ein grosses Bauprojekt aus. Ein Thema ist auch die Bergstation der Zugerbergbahn mit dem Ausflugrestaurant. Ein Neubau des in die Jahre gekommenen Gebäudes wäre für Zug und seinen Tourimus attraktiv. Doch es gibt einen Haken.

Das Institut Montana plant im stillen Kämmerchen ein Jahrhundert-Bauprojekt und wird demnächst einen Bebauungsplan bei der Stadt Zug einreichen (zentralplus berichtete). Die Privatschule will Gebäude renovieren, andere durch Neubauten ersetzen oder erweitern. Der Bebauungsplan steht laut Auskunft von Montana-Direktor Nils Remmel vor der Vollendung.

Visualisierung eines Neubaus

Vor Jahren plante das Institut Montana bereits einmal ein Grossprojekt, das allerdings später abgeblasen wurde. Wegen der Bebauungsplanpflicht auf dem Zugerberg hatten die Grundeigentümer mit der Stadt Zug im Jahr 2010 einen Studienauftrag durchgeführt, in dem das Projekt des Architekturbüros Knapkiewicz & Fickert aus Zürich zur Weiterbearbeitung empfohlen wurde.

Dazu gehörte auch ein Neubau der Bergstation mit dem Restaurant Zugerberg; es existiert eine Visualisierung des futuristischen neuen Restaurants (siehe Bild).

Projekt überarbeitet

Das Projekt wurde inzwischen weiter entwickelt. Laut Stefan Bitzi vom städtischen Baudepartement, der für diesen Bebauungsplan zuständig ist, wurde das Projekt sowohl im Bereich des Instituts wie auch bei der Zugerbergbahn überarbeitet und angepasst. Wie die Anpassung konkret aussieht, ist allerdings noch nicht zu erfahren, denn der Bebauungsplan ist noch gar nicht eingereicht.

«Es ist deshalb noch zu früh, um sagen zu können, welche Möglichkeiten sich für die ZBB bieten», sagt Bitzi. Man könne jedoch davon ausgehen, dass nicht der Status Quo zementiert wird. «Es war und ist das Ziel von Stadt und Grundeigentümern, mit dem Bebauungsplan eine attraktive Entwicklungsmöglichkeit für die Ankunft auf dem Zugerberg zu ermöglichen.»

«Im Sinne der Bevölkerung macht ein attraktives Neubau-Projekt sicher Sinn.»
Vroni Straub-Müller, Verwaltungsratspräsidentin Zugerbergbahn AG

Sicher ist, dass das Projekt der Schule redimensioniert wurde. Denn die Schule sollte damals an Investoren verkauft werden, welche die Schülerzahl stark vergrössern wollten. Das sei heute nicht mehr das Ziel, erklärte Schuldirektor Nils Remmel zentralplus Anfang Jahr.

Bebauungsplan muss genehmigt sein

Zur Zukunft der Bergstation sagt Vroni Straub-Müller, Verwaltungsratspräsidentin der Zugerbergbahn AG: «Wir sitzen im Seitenwagen des Montana.» Die Bergbahn habe nicht den Lead. Erst müsse der Bebauungsplan eingereicht, geprüft, diskutiert und schliesslich genehmigt werden – das kann dauern. «Erst dann wird sich der Verwaltungsrat seine Überlegungen machen», sagt Straub. Erfahrungsgemäss rechnet man mit rund zwei Jahren.

Wann erfolgt wohl der Spatenstich für die neue Bergstation? Vroni Straub setzte kürzlich für den Zugiblubbi-Erlebnisweg die Schaufel an. Zusammen mit Vertretern der Korporation und der Kantonalbank.

Wann erfolgt wohl der Spatenstich für die neue Bergstation? Vroni Straub setzte kürzlich für den Zugiblubbi-Erlebnisweg die Schaufel an. Zusammen mit Vertretern der Korporation und der Kantonalbank.

Das Haus der Bergstation sei in die Jahre gekommen, aber die Bausubstanz noch in Ordnung, so Straub. Die  Pächter des Restaurants machten ihre Sache gut, betont sie (siehe Kasten unten). Langfristig wären eine Sanierung oder ein Neubau Optionen.

Einen Neubau würde Straub-Müller begrüssen. «Im Sinne der Bevölkerung und um mehr Frequenzen auf der Zugerbergbahn zu haben, macht ein attraktives Neubau-Projekt sicher Sinn. Ich fände das spannend, und es würde auch dem Tourismus etwas bringen.»

Zugerberg ein sensibles Gebiet

Die Grundstücke des Instituts Montana und der Bergstation der Zugerbergbahn liegen in der «Bauzone mit besonderen Vorschriften Zugerberg» mit überlagerter Ortsbildschutzzone. Für Neubauten sowie grössere Um- und Ausbauten besteht eine Bebauungsplanpflicht. Das Areal der Privatschule grenzt laut Informationen im Geoinformationssystem des Kantons Zug an verschiedene Landwirtschafts- und Naturschutzzonen. Es könnte also noch einige Diskussionen geben um das Bauprojekt im Zuger Naherholungsgebiet.

Zugerbergbahn von Stadt Zug finanziert

Der grosse Haken ist die Finanzierung. Die Stadt Zug ist Hauptaktionärin, also faktisch Besitzerin der Zugerbergbahn. Sie zahlt jährlich rund 700’000 Franken an die Bahn. «Keine andere Zuger Gemeinde zahlt auch nur einen Rappen», sagt die Stadträtin ein wenig bitter. Der Kanton beteiligt sich ein wenig.

Die Zugerbergbahn ist ein defizitärer Betrieb. «Als höchstes der Gefühle könnten wir einen Studienauftrag finanzieren», sagt die Verwaltungsratspräsidentin.

Für einen Neubau hätte deshalb der Grosse Gemeinderat Zug ein grosses Wort mitzureden. Und man könnte alternative Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Straub spricht von «Private Public Partnership» und denkt dabei zum Beispiel an eine Bank als Partner. «Oder man könnte sich überlegen, das Restaurant im Baurecht abgeben.» Doch das sei alles noch Theorie.

«Über ein Finanzierungsmodell konnte man damals noch nicht sprechen.»
Hans Christen, früherer VR-Präsident der ZBB

Restaurant-Neubau andiskutiert worden

Vor einigen Jahren war also ein Neubau bereits einmal ein Thema. Damals war Stadtrat Hans Christen (FDP) Verwaltungsratpräsident der Zugerbergbahn. Wie stellten sich die Verantwortlichen damals die Finanzierung vor? «Die Kosten für einen eventuellen Neubau der Bergstation der ZBB mit Restaurant wurden andiskutiert», erinnert sich Christen, der damals auch Finanzvorstand Zugs war. «Über Zahlen konnte man aber zu dieser Zeit noch nicht sprechen. Aus diesem Grund konnte man auch nicht über ein Finanzierungsmodell sprechen.»

«Im Verwaltungsrat ist dieses Projekt auf der Traktandenliste nach hinten gerutscht.»
Vroni Straub-Müller

Zurück in die Gegenwart: An der Generalversammlung der Zugerberbahn AG diese Woche war die Bergstation kein Thema. Und ohne Bebauungsplan wird es auch keines werden, machte Vroni Straub-Müller nach der GV gegenüber zentralplus klar.

«Im Verwaltungsrat ist dieses Projekt auf der Traktandenliste nach hinten gerutscht, weil der Bebauungsplan immer wieder verschoben und auch bis jetzt noch nicht eingereicht wurde», so die Zuger Stadträtin. Das Signal ist klar: Montana, vorwärts machen, bitte.

Fürs erste muss der «Zugiblubbi-Erlebnisweg», der jetzt gebaut wird, als Neuerung auf dem «Zugi» reichen. Derweil Bürgenstock, Pilatus, Titlis und andere Zentralschweizer Tourismusdestinationen munter weiter Geld in eine attraktive Infrastruktur buttern.

«Zugerberg»-Pächter erhielten befristeten Vertrag

Ein Team von sieben festangestellten Mitarbeitern unter der Leitung von Karl Helpferer betreibt heute das Restaurant Zugerberg. Es ist das ganze Jahr und bei jedem Wetter geöffnet. Angestellt sind die Mitarbeiter vom «Rathauskeller», der das Bergrestaurant seit sieben Jahren gepachtet hat.

Laut Kuno Trevisan, Geschäftsführer des «Rathauskellers», ist der Betrieb auf dem Zugerberg stark witterungsabhängig und deshalb eine Herausforderung. «Wenns regnet, kommt niemand. Wenn es Nebel hat und sich dieser plötzlich lichtet, geht aber die Post ab auf dem Zugi.» Durch die Synergien mit dem Restaurant unten in Zug, könne man rasch reagieren und die Köche des Zuger Traditionsrestaurants arbeiten für beide Lokale.

Relativ günstiger Pachtzins

Mit dem Geschäftsgang sei er «zufrieden», meint der Geschäftsführer. Zahlen will er keine nennen. «Wir erbringen eine konstante Leistung und zahlen jeden Monat pünktlich den Mietzins.» Die Pacht sei «relativ günstig, respektive angemessen» sagt Trevisan.

Auch Trevisan ist gespannt, ob und wann ein Neubau auf dem Zugerberg kommt. Es werde seit Jahre davon geredet. «Als wir das Restaurant vor sieben Jahren pachteten, teilte man uns mit, dass in einigen Jahren ein Neubau geplant und der Vertrag deshalb befristet abgeschlossen werden müsste.» Inzwischen sei der Vertrag immer wieder stillschweigend verlängert worden. Das Haus sei zwar alt, werde aber von der Zugerbergbahn gut in Schuss gehalten, erklärte der Zuger Gastronom.

Stadt mit Pächtern zufrieden

ZBB-Verwaltungsratspräsidentin Vroni Straub-Müller erklärt, dass die Zugerbergbahn zufrieden ist mit den heutigen Pächtern. «Die machen das sehr gut und haben ein gutes Angebot, das auf die Wanderer und Ausflügler abgestimmt ist. Abends kann man ausserdem fein essen auf dem Zugerberg», sagt sie.

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