Der Wind hat sich gedreht: Immer weniger Luzerner besitzen ein Auto
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Eine Velostadt: Luzerner besitzen immer seltener ein eigenes Auto. (Bild: bic)

Neuste Zahlen zeigen Trend auf Der Wind hat sich gedreht: Immer weniger Luzerner besitzen ein Auto

2 min Lesezeit 1 Kommentar 21.10.2020, 05:00 Uhr

Die Stadtluzerner geben die Schlüssel ab. Die Anzahl der in Luzern registrierten Personenwagen nimmt derzeit deutlich ab. Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt auf, dass sich die Verkehrsprobleme der Stadt dadurch nicht von alleine lösen werden.

Seit Jahren wird über die Zukunft der Mobilität im urbanen Raum diskutiert, spekuliert und politisiert. In der Stadt Luzern scheint sich nun die Annahme zu bestätigen, dass das Auto für Städter immer unpraktischer wird. So nahm die Zahl der in der Stadt registrierten Motorfahrzeuge zuletzt deutlich ab.

Die Fahrzeugdichte pro 1’000 Einwohner ist so tief wie seit fast 17 Jahren nicht mehr, wie die neusten Zahlen von Lustat Statistik Luzern zeigen. Solche Zahlen können allerdings irreführend sein. So heisst das beispielsweise keineswegs, dass es heute weniger Autos in der Stadt gibt als damals. Die wichtigsten Zahlen und Fakten findest du in der Infografik:

Infografik: Motorfahrzeuge in der Stadt Luzern

Wasser auf die Mühlen des Stadtrates

Wie sind die neuen Zahlen also zu deuten? Klar ist, dass der Verkehr insgesamt nicht abgenommen hat – im Gegenteil. Die Lustat-Zahlen bestärken aber insbesondere jene Kräfte, die sowieso auf ein verändertes Mobilitätsverhalten hinarbeiten.

Dazu gehört nicht zuletzt der Luzerner Stadtrat. Die Abnahme der Personenwagendichte dürfte Wasser auf die Mühlen der städtischen Verkehrsplanung sein. Beispielsweise in Bezug auf das vorgesehene Parkierungskonzept. Dieses sieht unter anderem weniger Dauerparkkarten für öffentliche Parkfelder vor. Die Karten sollen Anwohnern nur noch mit einem Nachweis der Grundeigentümerschaft oder der Verwaltung vergeben werden, die bestätigt, dass kein Parkplatz in der Liegenschaft zur Verfügung steht (zentralplus berichtete).

Velo-Initiative will Gunst der Stunde nutzen

Die abnehmende Autodichte in der Stadt dürfte auch die Initianten der Velonetz-Initiative erfreuen. Die von Pro Velo lancierte Initiative verlangt, dass bis 2030 ein dichtes Velonetz von mindestens 20 Kilometern in und um Luzern entsteht. Die Initianten argumentieren, dass der Velo- und E-Bike-Boom sich nun auch in der Verkehrsplanung niederschlagen muss (zentralplus berichtete). Die Velonetz-Initiative befinde sich auf der Zielgerade, sagt Nico van der Heiden, Co-Präsident von Pro Velo Luzern, auf Anfrage. «Sie wird definitiv zustande kommen.»

Der Zweirad-Boom ist zwar kein rein städtisches Phänomen und wurde durch die Corona-Pandemie in jüngster Vergangenheit befeuert. Die Lustat-Zahlen legen aber nahe, dass dieser Trend zum Umsatteln vom Auto aufs Velo in der Stadt bereits seit zwei Jahren in vollem Gange ist.

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1 Kommentare
  1. Peter Lehmann, 21.10.2020, 10:14 Uhr

    Interessante Zahlen! Was ich vermute, aber nirgends wirklich steht: Die Bevölkerungszahl wurde für sämtliche betrachtete Zeiträume immer inklusive Littau betrachtet, oder?
    Da Littau ja bis 2010 eine eigenständige Gemeinde war, sind gewisse Schlussfolgerungen zu den Entwicklungen sicherlich auch mit Vorsicht zu geniessen, bzw. wären die Entwicklungen in den beiden Gemeinden bzw. Stadtteilen ebenfalls interessant zu wissen.
    Wichtig ist mM für Stadtpolitiker in erster Linie auch zu wissen, dass in der Verkehrspolitik für Littau oder Aussenquartiere im Würzenbach nicht die gleichen Schlussfolgerungen gezogen werden können, wie für die Innenstadtgebiete. Wäre schön, wenn einige Protagonisten „meiner“ SP dies auch wieder vermehrt berücksichtigen würden. Da prallen teils nur schon innerstädtisch massiv unterschiedliche „Realitäten“ aufeinander.

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