«Der Wettkampf gilt als einer der härtesten überhaupt»
  • Regionales Leben
  • Sport
Auf die beiden Hobby-Biker warten 12'850 Höhenmeter, verteilt auf 333 Kilometer Strecke. (Bild: zvg)

Zuger Mountainbiker am Swiss Epic «Der Wettkampf gilt als einer der härtesten überhaupt»

4 min Lesezeit 07.08.2020, 16:00 Uhr

Zwei befreundete Biker aus Baar nehmen am Mountainbike-Wettkampf Swiss Epic teil. Damit wollen sie Spendengelder für die Krebsliga sammeln.

Thomas Ulrich und Stefan Hornbacher kennen sich vom Tennis. Die Freundschaft besteht seit rund drei Jahren, wie Hornbacher erklärt. Vom Swiss-Epic-Projekt musste er Ulrich aber nicht lange überzeugen: «Thomas war sofort einverstanden. Er fand das eine gute Idee.»

Die beiden Sportler aus Baar nehmen vom 18. bis 22. August am Swiss Epic, einem 5-tägigen Mountainbike-Wettkampf, teil, der durch den Kanton Graubünden führt. Ziel der Teilnahme ist eine Spendenaktion für die Krebsliga Zentralschweiz. Die Gemeinde Baar unterstützt das Projekt der beiden Biker mit einem Beitrag von 2’500 Franken (zentralplus berichtete).

zentralplus: Was bewegt einen Tennisspieler zu der Teilnahme an einem Radrennen?

Stefan Hornbacher: Mountainbiken ist nebst Tennis schon seit meiner Jugend ein Hobby. Der Fokus im Wettkampfbereich lag aber immer beim Tennis. Eigentlich wollte ich schon seit Jahren an einem Bikerennen mitmachen, dass es nun der Swiss Epic ist, hätte ich bis im letzten Herbst auch nicht gedacht. Es gilt als eines der härtesten Rennen überhaupt – und genau das war einer der Hauptanreize. Thomas ist für diesen Event ein Top-Teampartner, ich freue mich sehr auf dieses Abenteuer mit ihm.

Thomas Ulrich: Ich bin seit zehn Jahren leidenschaftlicher Mountainbiker. Wir haben auch vor der Teilnahme häufig Biketouren unternommen. Da haben wir gemerkt, dass wir ähnlich ticken und uns gut ergänzen. Stefan und ich geben ein gutes Team ab und können uns gegenseitig gut pushen.

zentralplus: Wie habt ihr euch auf das Rennen vorbereitet?

Hornbacher: Für die meisten Sportler ist die Saison im Herbst vorbei. Für mich nicht. Ich wusste, dass ich das Training brauchte. So unternahm ich während des ganzen Winters Biketouren, weil ich keine Ausrüstung für Indoor-Training habe. Mit guter Kleidung ist dies aber kein Problem. Am 1. Januar beispielsweise genoss ich eine Schneeabfahrt vom Wildspitz in kompletter Dunkelheit – ein tolles Erlebnis. Zudem spiele ich ja noch Tennis, welches als zusätzliches Training diente.

Hornbacher wagte eine Nachtabfahrt vom Wildspitz, dem höchsten Gipfel des Rossbergs. (Bild: S. Hornbacher)

Ulrich: Grundkondition bringen wir beide mit. Aber Biken belastet den Körper ganz anders als Tennis. Deshalb war ich nebst den Biketouren zusätzlich noch oft im Fitnesscenter, um andere Körperbereiche zu trainieren.

zentralplus: Wie plant ihr, Spendengelder zu sammeln?

Hornbacher: Lange war nicht klar, ob der Swiss Epic aufgrund des Coronavirus überhaupt stattfindet. Ich ging davon aus, dass das Rennen ausfallen würde. Ende Juni kam dann überraschenderweise die definitive Zusage. Von daher hatten wir nicht mehr so viel Zeit für die Vorbereitung. Wir zogen zuerst ein Crowdfunding in Betracht, entschieden uns dann aber dagegen. Stattdessen warben wir in unserem Umfeld. Später traten wir mit der Idee an die Presse.

zentralplus: Was ist euer Bezug zur Krebsliga?

Hornbacher: Ich überlegte, für welchen guten Zweck ich etwas machen könnte. Ich habe einige Personen im Familien- und Bekanntenkreis, die leider an Krebs erkrankt oder daran gestorben sind. Für mich war es deshalb schnell klar, dass ich gerne für die Krebsliga sammeln möchte.

Ulrich: Ich habe meine Grossmutter an den Krebs verloren. Auch Freunde sind oder waren von der Krankheit betroffen. Deswegen fand ich die Krebsliga eine gute Idee.

Fixkosten von 5000 Franken

Die Startgebühren belaufen sich gemäss Hornbacher auf 4000 Franken pro Team. Dazu müssen zwingend einheitliche Trikots erstellt sowie Powerfood und Ersatzmaterial besorgt werden. «Die Fixkosten belaufen sich damit auf rund 5000 Franken», sagt Hornbacher.

Mit dem Förderbeitrag der Gemeinde Baar hätten sie ihr «Ziel für die Deckung der Fixkosten» erreicht. Den Rest bezahlen sie aus eigener Tasche. Jeder Spendenfranken, der jetzt noch dazukommt, wird an die Krebsliga Zentralschweiz überwiesen, für «Menschen, welche nicht nur fünf Tage ans Limit müssen, sondern wesentlich länger und noch viel aufopferungsvoller zu kämpfen haben», wie die beiden in ihrem Gönnerschreiben erklären.

«Wir sind gespannt, welchen Betrag wir schlussendlich an die Krebsliga spenden können», so Hornbacher abschliessend.

Interessierte, die gerne spenden möchten, dürfen sich direkt an die Biker wenden: st. [email protected] oder [email protected]

Gehen ans körperliche Limit: Thomas Ulrich (links) und Stefan Hornbacher (rechts). (Bild: zvg)

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Abonniere den Newsletter

Und erhalte unsere Post ganz nach Deinen Bedürfnissen und Wünschen: Täglich oder wöchentlich.