Der Tiger beisst – aber der EV Zug stoppt den Negativtrend
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Lange Zeit fiel es den Zugern (im Bild vorne Yannick Zehnder) nicht leicht, das Langnauer Abwehr-Bollwerk um Goalie-Jungspund Damian Stettler zu knacken. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Leader schlägt den Tabellenletzten Der Tiger beisst – aber der EV Zug stoppt den Negativtrend

3 min Lesezeit 13.02.2021, 05:00 Uhr

Zwischen dem EV Zug und den SCL Tigers liegen Welten, was das Spieler-Budget, das Talent und die Anzahl Punkte in der laufenden Meisterschaft betrifft. Auf dem Eis war der Unterschied zwischen den beiden Teams aber längst nicht mehr so markant. Weil die Zuger um ihre Form früherer Tage ringen.

Sieg mit 3:1 für den EVZ in einem Spiel, das nicht dazu taugt, über mehrere Tage im Gedächtnis eines Beobachters haften zu bleiben. Es ist das standesgemässe Resultat zwischen der, gemessen am Punkteschnitt pro Spiel, besten und der schlechtesten Mannschaft der National League. Vor deren Aufeinandertreffen trennten sie bereits 46 Punkte.

Also, so what? Punkt. Ende der Geschichte.

Nein, so einfach geriet es den Zugern nicht, ihren 25. Sieg im 34. Meisterschaftsspiel einzufahren. Weil es ihnen die lange clever agierenden Emmentaler nicht so einfach machten. Das belegt die Schuss-Statistik von bloss 34:28 zugunsten des vermeintlich klaren Favoriten.

Auf der Suche nach dem Selbstverständnis

Den Zugern ist die Souveränität, die sie so lange auszeichnet hatte, mit drei Niederlagen aus den letzten vier Partien abhandengekommen (zentralplus berichtete). In den vorangegangenen beiden Heimspielen gegen die ZSC Lions und Biel hatten die Mannen von Cheftrainer Dan Tangnes jeweils einen Vier-Tore-Vorsprung verspielt.

Zwischendurch hatte der EVZ nur noch in Langnau gewonnen. Aus dieser 4:9-Niederlage vor sieben Tagen zogen die SCL Tigers offensichtlich die richtigen Schlüsse, um überhaupt eine reelle Chance auf den Sieg zu haben.

Mit vier Spielern zwischen der roten und der eigenen blauen Linie versuchten sie, dem nach seinem Selbstverständnis suchenden Leader den Strom für die Angriffe abzustellen. Um so selber auf Konter zu lauern. Weil die Langnauer vor Wochenfrist drei Überzahltore kassiert hatten, mieden sie die Strafbank wie der Teufel Weihwasser.

Am Ende entschied das Talent für Zug

Zwei Drittel lang funktionierte diese Spielanlage gut. 1:1 stand’s ohne eine einzige Strafe für die beiden Teams und der erste Punktgewinn im laufenden Monat schien für die Gäste in Reichweite zu liegen.

Auch deshalb, weil der erst 19-jährige Damien Stettler im Tor der Langnauer mit jedem Schuss, den er parierte, ein bisschen grösser und breiter wurde (Abwehrquote 93,9 Prozent). In seinem erst vierten Spiel in der höchsten vierten Spielklasse war er nahe dran, ein erstes, grosses Ausrufezeichen zu setzen.

«Ich wollte ein starkes Bekenntnis meiner Spieler für gemeinsame Abwehrarbeit sehen.»

EVZ-Trainer Dan Tangnes

Doch letztlich machte halt doch das grössere Talent der Zuger den entscheidenden Unterschied aus. Mit einem Energieanfall bewerkstelligte Grégory Hofmann, einer der bestbezahlten Schweizer Spieler der Liga, das siegbringende 2:1 in der 42. Minute. Und der ebenfalls hochpreisige fünffache Meistergoalie Leonardo Genoni liess keinen weiteren Gegentreffer mehr zu (Abwehrquote 96,4 Prozent).

EVZ laut Tangnes zurück in der Spur

Doch die Zuger mussten sich bis zum Schluss mit Händen und Füssen wehren, um eine abermalige Rückkehr der Langnauer ins Spiel zu verhindern. Erst 43 Sekunden vor Schluss verscheuchte Jan Kovar mit dem Tor in Unterzahl zum 3:1 die letzten Zweifel am Sieg der Zuger. Dabei profitierte der Tscheche erst noch von einer Slapstick-Einlage Anthony Huguenins.

Dass Zug-Trainer Dan Tangnes hinterher nicht nur mit dem Resultat, sondern auch mit der Teamleistung zufrieden war, drückte vor allem Erleichterung aus. «Ich wollte ein starkes Bekenntnis meiner Spieler für gemeinsame Abwehrarbeit sehen. Das hat dieses Mal geklappt und war genau das, was uns in den letzten Spielen fehlte.»

Darum glaubte er sein Team nach dem saisonübergreifenden sechsten Sieg der Zuger über die SCL Tigers zurück in der Spur. Dass dem wirklich so ist, kann der Leader am Sonntag gegen den gleichen Gegner unter Beweis stellen.

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