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Der Südpol wagt einen 19-Stunden-Rave
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«Das wird für uns eine ziemliche Challenge»: Südpol-Club-Chef Raphael Spiess. (Bild: zvg)

Grosse Kiste im ganzen Haus steht an Der Südpol wagt einen 19-Stunden-Rave

5 min Lesezeit 1 Kommentar 08.10.2019, 18:17 Uhr

Tanzen, als gäbs kein Morgen: Das Kulturhaus Südpol organisiert mit anderen Playern zusammen einen Riesen-Rave im ganzen Haus. Über 20 DJs legen in mehreren Hallen auf – und zum Herunterkommen gibts Dschungel-Flair und Tee.

Das wird alles andere als eine alltägliche Party: Der Rave am 26. Oktober im Kulturzentrum Südpol verspricht 19 Stunden elektronische Beats im ganzen Haus: von Techno über House bis zu Disco. Über 20 DJs werden auflegen, das Programm verteilt sich auf die Grosse Halle, Shedhalle, Bistro und Club. «Das wird für uns eine ziemliche Challenge, in dieser Grösse haben wir das noch nie gemacht», sagt Raphael Spiess, Leiter des Südpol-Clubs.

Im Prinzip wird es ein Ein-Tages-Festival unter einem Dach. Das ist nicht nur technisch und organisatorisch, sondern auch von der Manpower her eine Herausforderung und es braucht mehrere Schichten hinter der Bar, an der Technik oder an der Kasse. Aber die Vorfreude auf dieses Abenteuer ist ihm anzuhören.

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Das Haus wird von Samstag 17 Uhr bis am Sonntagmittag geöffnet sein. Organisiert wird der Rave nicht vom Südpol allein, sondern von weiteren Veranstaltern in Luzern: dem Klub Kegelbahn, dem Uferlos, dem Festival «Am Bach», dem Kollektiv Paul, den Kulturkonsumenten, dem Kollektiv Hörperlen und der Zwischennutzung Neubad. Als DJs treten sowohl lokale Akteure (etwa Sous Sol) als auch nationale (Kalabrese) und internationale Namen (Marvin & Guy und Terr) auf.

Unter anderen sind Marvin & Guy aus Italien zu Gast:

Marktplatz mit Drogenberatung

Zuerst geht es gemächlich in der Shedhalle los. Diese wird zu einer Art Marktplatz mit der grossen Bar und Essensständen. Sie bildet den Treffpunkt, wenn man sich unterhalten, etwas essen und herunterfahren will. Die Post geht nebenan in der Grossen Halle und im Bistro ab, wo DJs parallel auflegen – Techno, House, Rave. «Alles sehr elektrolastig», sagt Spiess. Eine Tanz-Performance wird das Publikum zudem am Anfang des Abends zum Tanzen animieren.

Die meisten Besucher werden kaum die ganze Party lang anwesend sein – und wenn doch, gibt es im Club eine Ruhe-Oase: «Wir werden den Club zu einem Urwald umgestalten», sagt Spiess. Statt Techno gibts entspannende Wald-Geräusche und es wird Tee serviert. «Wer die ganze Party durchzieht, soll sich hier erholen können», so der Club-Verantwortliche.

Apropos durchmachen: Partygänger putschen sich nicht selten mit Drogen auf. Darum wird auch die Drogenberatungsstelle in der Shedhalle präsent sein. Sie kann Konsumenten Tipps geben und bei einem Vorfall eingreifen. Man dürfe die Augen vor dieser Realität nicht verschliessen, so Spiess.

19 Stunden tanzen: Für den Rave im Südpol spannen verschiedene Veranstalter in Luzern zusammen.

Grosses Clubangebot in Luzern

Die Idee für den Riesen-Rave kam aus dem Umfeld des Clubs Uferlos. Aus einer ersten Anfrage hat sich die Idee weiterentwickelt und es kamen weitere Akteure an Bord. «Eigentlich ist es aus einer Schnapsidee entstanden», sagt Spiess. Nun hat es die Dimension einer ziemlich grossen Schnapsidee angenommen. «Es geht aber auch um ein kollektives Experiment, sich mit der zeitgenössischen Clubkultur auseinanderzusetzen», sagt der Mitorganisator. Und auch Themen wie Diversität und Inklusion werden grossgeschrieben.

Reist aus Berlin an: Kalipo.

Für Spiess ist die gemeinsame Veranstaltung ein Zeichen, dass man in der Clubkultur nicht nur gegeneinander arbeitet, sondern auch zusammenspannen kann. «Luzern hat für eine kleine Stadt ein grosses Club-Angebot, da besteht schon die Gefahr, dass man sich das Publikum abgrast», sagt er. Darum nun also ein Versuch, die Köpfe zusammenzustecken und eine Riesen-Party zu veranstalten.

Signal für mehr Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit sei sehr freundschaftlich und alle Beteiligten helfen mit Manpower, Know-how, ihrem Netzwerk und Werbung. Mit dem Neubad ist auch der direkte Nachbar – verbunden durch die Veloachse – mit an Bord. Vielleicht der Anfang für eine regelmässigere Kooperation? Raphael Spiess sagt dazu: «Der Südpol muss ein Signal senden: Wir sind da und wollen zusammenarbeiten.» Dafür könnte der Rave ein guter Anfang sein.

Der Südpol war in der jüngsten Vergangenheit vor allem mit sich selbst beschäftigt – mit Abgängen, Neuausrichtung und schliesslich einem neuen Team (zentralplus berichtete). Nun kann das Haus zeigen, was hier alles denkbar ist. «Wir haben viel Platz und alle Möglichkeiten. Wenn eine gute Idee da ist, wollen wir sie ermöglichen», sagt Spiess.

Rave im Südpol

Rave im Südpol (Grosse Halle, Shedhalle, Club): Samstag, 26. Oktober ab 17 Uhr bis Sonntagmittag. Organisiert zusammen mit Kegelbahn, Uferlos, Paul, Am Bach Festival, Kulturkonsumenten und Neubad.

Eintritt: Vorverkauf 25 Franken, Abendkasse 30. DJs: Marvin & Guy (Life and Death, Permanent Vacation, Correspondant), Kalipo Live (Audiolith), Terr, Kalabrese, O/Y, Ehrlich & Gefehrlich, Playlove, Koray, Maria Sternhagel Vollmann, Na Dee, Flo Dalton, Sous Sol, Nønen, Sensitive Swordsman, Octoville, Stiglitz, Guy De Prà, Andele Andele, Contenance & Miles Away, 10 Ton Obsidian, Spin-Alonga

Das weitverzweigte Haus sei für den Rave Fluch und Segen zugleich. Die vielen Räume und Durchgänge machen die Organisation und den Einlass der Party ziemlich komplex. Andererseits: Welches Haus in Luzern ist so flexibel nutzbar und kann die Hallen, den Club und das Bistro frei kombinieren?

Eine Woche für die Dekoration

Man kennt auch die Kritik, dass der Südpol zehn Jahre nach seiner Eröffnung noch etwas steril daherkommt. Beim Rave werden die Hallen kaum wiederkennbar sein: Eine Woche lang werden die Organisatoren allein für die Dekoration der verschiedenen Räume aufwenden. «Wir werden da sehr viel herausholen», verspricht Spiess.

1’400 Gäste haben Platz, die Organisatoren hoffen auf knapp 1’000 Rave-Begeisterte. «Damit wären die Hallen schon gut gefüllt», sagt Spiess. Er ist überzeugt, dass der Anlass über Luzern hinaus Leute anziehen wird: Aus Nid- und Obwalden hat der Südpol regelmässig Gäste, ab und zu auch aus Zürich, Basel oder Bern.

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1 Kommentare
  1. PHIL, 14.10.2019, 16:51 Uhr

    Yes! Das wird eine riesen Gaudi.
    Ich freue mich jetzt schon😊