Der Stadt Luzern sind bei Lärm-Posern die Hände gebunden
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Die Poser-Szene ist auch in der Stadt Luzern aktiv. (Bild: Unsplash/Alessio Lin)

Beliebte Strecken sind Kantonsstrassen Der Stadt Luzern sind bei Lärm-Posern die Hände gebunden

3 min Lesezeit 14.12.2020, 16:01 Uhr

Lärmende Autos stören zunehmend die Stadtbewohner. Gerade in Zeiten von Corona fallen sie vermehrt auf. Doch die Stadt Luzern kann wenig dagegen tun. Dennoch bleibt die Polizei nicht untätig.

Gerade während des Lockdowns war es auch in der Stadt Luzern auffällig still. Was da umso mehr auffiel: Dröhnende Motoren, die durch die Strassen hallten. Die sogenannte «Poser-Szene» verärgert die Stadtbewohner zunehmend. Auch Cyrill Studer Korevaar und Yannick Gauch von der SP/Juso sowie Daniel Lütolf und Jules Gut von der GLP sind genervt. Sie haben dem Stadtrat deshalb einige Fragen zur aktuellen Situation der Auto- und Motorradposerszene gestellt (zentralplus berichtete).

Dieser gibt den Interpellanten in erster Linie recht. Die Szene sei «störend», die Behinderung des Strassenverkehrs und die Lärmbelastung der Anwohnerschaft hält er für «inakzeptabel». Besonders beliebt sei die Strecke Seebrücke – Schweizerhofquai. Doch auch an der Tribschenstrasse, beim Vorplatz der Uni oder in Littau gibt es Lärmposer.

Rechtsgrundlage fehlt

Unternehmen kann die Stadt jedoch wenig. Denn die gesetzliche Grundlage ist schlicht noch nicht vorhanden. Ausserdem ist der Kanton für die Kontrolle der Strassenverkehrsgesetzgebung zuständig, wie der Stadtrat in seiner Antwort schreibt.

Eine mögliche Option wären Lärmblitzer. Wegen der fehlenden Rechtsgrundlage hat sich der Luzerner Kantonsrat jedoch kürzlich dagegen entschieden (zentralplus berichtete). Mittlerweile hat jedoch auch die Lärmliga Schweiz eine Petition gestartet (zentralplus berichtete).

Luzerner Polizei zog Poser-Autos aus dem Verkehr

Doch auch in der Stadt Luzern lässt man die Autofahrer nicht einfach gewähren. Zwar weiss der Stadtrat nicht, wie sich die Szene zusammensetzt oder welche technischen Manipulationen gerade im Trend liegen. Doch die Luzerner Polizei war in den letzten Monaten fleissig, wie er schreibt. Sie hat von Januar bis Mitte November 246 Fahrzeuge sichergestellt – gut 100 mehr als im Jahr 2019.

Dabei handelte es sich um Spezialkontrollen, bei denen teilweise auch Fachleute des Strassenverkehrsamts anwesend waren. Die sichergestellten Fahrzeuge wurden an dieses weitergegeben. Denn die obligatorische Motorfahrzeugkontrolle haben die Autos nicht durchlaufen.

Mehr Informationen will und kann der Stadtrat nicht geben. «Mit der Veröffentlichung von Trends könnten auch Anreize geschaffen werden, die aus Sicht der Behörden unerwünscht sind», schreibt er. Immerhin hat die Stadt bereits versucht, den Posern wortwörtlich einen Riegel vorzuschieben. Vor dem KKL, wo viele von ihnen wenden, nachdem sie über den Schweizerhofquai und die Seebrücke gebrettert sind, wurde eine Barriere errichtet, die das ordentliche Wenden verunmöglicht. Die Ordnungskräfte hätten damit bereits gute Erfahrungen gemacht, schreibt der Stadtrat. Wollte man die Poser-Fahrten jedoch komplett verhindern, würde dies auch den restlichen Strassenverkehr und den ÖV behindern. Deshalb will der Stadtrat auf weitere Massnahmen verzichten. Da die beliebtesten Strecken ohnehin grösstenteils Kantonsstrassen sind, könnte er dort auch gar nicht handeln.

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