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Nietlispach kämpft in Zug gegen Majstorovic
Der Showdown für den grossen Fight des «Bachelor»

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<p>Gewogen – und nicht zu leicht befunden: Janosch Nietlispach bei der «Weight-Ceremony» in Zug.</p>
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Gewogen – und nicht zu leicht befunden: Janosch Nietlispach bei der «Weight-Ceremony» in Zug. (Bild: woz)

Am Samstagabend in der Bossard-Arena wird die Stunde der Wahrheit eingeläutet: Die zwei Giganten schlagen und treten sich im Kampf um den K-1-Kickbox-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht. Zuvor wurden die beiden Kontrahenten noch öffentlich bei Ochsnersport gewogen.

Es gibt sicherlich sinnlichere Formen des Striptease. Doch selbst wenn es ein bisschen unbeholfen wirkt, wie sich Zugs Janosch Nietlispach und sein Gegner Petar Majstorovic aus Hose, Hemd und Socken schälen, bevor sie in Unterhosen auf der elektronischen Waage stehen – die Blicke einiger junger Damen sind ihnen gewiss.

Kein Wunder. Ruhm macht verführerisch. Das gilt vor allem für den amtierenden Bachelor und Frauenschwarm Janosch Nietlispach, der nicht nur mit seinen Muskelpaketen und seinen knapp zwei Metern Körpergrösse die Augen des vermeintlich schwachen Geschlechts auf sich zieht. Der 28-jährige Chamer hat aus seinem romantischen Fernsehabenteuer auch modisch dazu gelernt – der beige Sommeranzug steht ihm wirklich wie angegossen.

«Ja, gross ist er schon, aber mein Mann wäre er nicht – ich habe schon einen.»

Ladenangestellte bei Ochsnersport

Und doch geben sich seine weiblichen Fans cool und sogar kritisch. «Ja, gross ist er schon, aber mein Mann wäre er nicht – ich habe schon einen», meint eine Ladenangestellte salopp. Ihre Kollegin dimmt den Mythos Nietlispach dann noch um einige Lux runter: «Im Fernsehen ist ja doch alles bloss Show.» Sie habe sich sicher nicht jede Folge des Bachelors reingezogen. Neugierig sind beide gleichwohl.

Die beiden Kampfhähne geben sich derweil gelassen vor dem grossen Kampf. «Natürlich bin ich ein bisschen nervös vor dem Kampf, aber das gehört dazu», erklärt der Turm aus Cham. Sein Bachelor-Dasein im Fernsehen vermisst er nicht. Mit seiner angebeteten Kristina sei er immer noch zusammen. Und noch glücklich? «Waren Sie etwa schon einmal mit einer Frau zusammen, mit der Sie nicht glücklich waren?», stellt er die Gegenfrage. Upps.

Ist sich siegessicher: Petar Majstorovic.

Ist sich siegessicher: Petar Majstorovic.

(Bild: woz)

Aber was ist für ihn eigentlich der Kick beim knallharten Kickboxen nach all den süssen Schäferstündchen? «Kickboxen ist eine sehr vielseitige Sportart, die sehr schnell und explosiv ist», beschreibt Nietlispach. Aber ist das doch sicher sehr gefährlich? «Ich habe mir auch schon die Nase und die Zehen gebrochen», räumt er ein. Im Grunde sei Kickboxen nicht gefährlicher als andere Sportarten.

Nietlispach kämpft zum 6. Mal um einen WM-Titel. Es wird am Samstag sein letzter Kampf in der Bossard-Arena sein. «Ich möchte auf dem Höhepunkt meiner Karriere abtreten.» Ausserdem würde der Sport so viel Zeit beanspruchen, dass er nun ein bisschen sein Leben geniessen möchte. Geschäftliche Pläne habe er auch schon.

«Janosch, hast du mich eigentlich gefragt, ob du meinen Gürtel einfach so nehmen darfst?»

Petar Majstorovic

Und wie bereitet er sich auf den Showdown in der Bossard-Arena vor? «Am Samstag wird die Zeit vor dem Kampf durch viele Rituale ausgefüllt sein», sagt Nietlispach. Er werde ein Birchermüsli frühstücken. Dann seine Freunde treffen. Einen gemeinsamen Lunch einnehmen. Miteinander spazieren gehen. Gemeinsam die Halle besichtigen. Sagt’s, hängt sich den WM-Gürtel selbstbewusst über die Schulter und macht dann die einstudierte Drohfaust.

Mit 42 Jahren noch immer Kickboxer

«Janosch, hast du mich eigentlich gefragt, ob du meinen Gürtel einfach so nehmen darfst?», flachst sein Gegner Petar Majstorovic im Vorbeigehen. Der sympathische, gebürtige Kroate macht mit dunkler Sonnenbrille auf Jugo-Coolness. Dann tippt er ein bisschen auf seinem Handy herum. Der Kickboxer, der in Bern lebt, ist schon seit 1996 im Geschäft. «Man kann kickboxen, solange man sich fit fühlt», sagt der 42-Jährige und sieht dabei erstaunlich fit aus.

Inzwischen hat der Veranstalter von K-1, quasi die Championsleague im Kickboxen, die Szenerie im Eingang von Ochsner Sport in Zug mit schwarzen T-Shirts und Programmen dekoriert. Eine Asiatin instruiert einen Fotografen immer wieder, wie er später die beiden Kampfsportler abzulichten hat. Ihr asiatischer Kollege rückt die elektronische Waage immer wieder zurecht – bis auf den Zentimeter genau. Rituale des Wartens.

«Ich werde gewinnen.»

Janosch Nietlispach

Dann ist es endlich so weit und die beiden Kontrahenten simulieren mit nacktem Oberkörper und in Unterhosen einige Kampfposen, nachdem sie nicht für zu leicht befunden wurden. Beide liegen knapp unter der zulässigen 93-Kilo-Marke.

Am Samstagabend ab 21 Uhr geht es dann in der Bossard-Arena ans Eingemachte. «Ich bin mir sicher, dass ich Janosch schlagen werde», sagt Petar Majstorovic. Ob der «Bachelor» tatsächlich seinen «Majster» finden wird? Auch Nietlispach raspelt kein Süssholz. «Ich werde gewinnen», ist er überzeugt.

Ist sich auch sicher, dass er gewinnt: Lokalmatador Janosch Nietlispach.

Ist sich auch sicher, dass er gewinnt: Lokalmatador Janosch Nietlispach.

(Bild: woz)

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