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Der SC Kriens verlegt seinen «heiligen Rasen»
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Bauherrenvertreter Christian Haas (links) und Bruno Galliker vom SC Kriens freuen sich über den neu verlegten Rasen. (Bild: pze)

Kunstrasen soll am 28. September spielbereit sein Der SC Kriens verlegt seinen «heiligen Rasen»

5 min Lesezeit 10.09.2018, 19:37 Uhr

Das neue Kleinfeld-Stadion bekommt sein Herzstück, einen 400’000 Franken teuren Kunstrasen. Die Verantwortlichen planen optimistisch: Bereits in zwei Wochen soll hier um wichtige Punkte gekämpft werden. Dafür braucht es neben fleissigen Helfern aber auch gutes Wetter.

Noch ist das Krienser Kleinfeld eine regelrechte Baustelle. Der Boden der Tribüne noch mit provisorischen Platten belegt, aus der Decke hängen Rohre. Doch der Schein trügt: Hier soll schon sehr bald in der Challenge League gekickt werden. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren.

Jetzt folgt das Wichtigste überhaupt: Der heilige Kleinfeldrasen wird verlegt. Doch anders als bisher ist es kein Naturgrün. Ein Kunstrasen wird künftig das Krienser Stadion zieren. Am Montag starteten die Arbeiten. Die Materialien dafür wurden – zusammen mit den Einbauspezialisten – den weiten Weg aus den Niederlanden in die Zentralschweiz gebracht.

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«Platz wird uns Heimvorteil verschaffen»

Geschäftsführer Bruno Galliker freut sich über den neuen Rasen. Er erklärt, der Entscheid Kunst über Natur sei ein strategischer, kein sportlicher. «Wir können immer darauf trainieren, müssen ihn nicht schonen. Es ist für uns als Klub ein zusätzlich nutzbarer Platz.» Bisher habe hauptsächlich die erste Mannschaft auf dem Hauptrasen gespielt – doch jetzt können auch Juniorenteams sowohl Trainings wie auch Spiele auf dem Kunstplatz austragen.

Der neue Krienser Stadionrasen wird verlegt.

Der neue Krienser Stadionrasen wird verlegt.

(Bild: pze)

Künstliche Spielfelder gelten als schnell und präzise. Topteams wie die Berner Young Boys profitieren davon. Ist das für Kriens, das als Aufsteiger mit Kampf und Teamgeist punkten will, kein Nachteil? «Sie unterschätzen uns», sagt Bruno Galliker selbstbewusst. Und ergänzt: «Wir werden ständig auf dem Kunstrasen trainieren und ein Gefühl dafür bekommen. Ich denke, der Platz wird uns einen Heimvorteil verschaffen.»

400’000 Franken für 10 Jahre 

Ebenfalls vor Ort ist Christian Haas, Bauherrenvertreter der Gemeinde Kriens. Er erklärt: «Die Dauer des Aufbaus ist wetterbedingt. Wenn es regnet, können wir nicht arbeiten.» Ohne Verzögerungen sei das Spielfeld bis spätestens am nächsten Montag verlegt. Es folgen fünf Tage, in denen 216 Tonnen Sand verteilt werden. In weiteren zwei Tagen verstreuen die Arbeiter 64 Tonnen Granulat, das für das Spielgefühl sorgen soll.

So sieht die Verlegung des Rasens aus:

 

400’000 Franken kostete der neue Kunststoffrasen, bezahlt grösstenteils von der Gemeinde und teilweise vom SC Kriens. Die erwartete Lebensdauer beträgt rund 10 Jahre, also rund das Doppelte eines Naturrasens. Fährt Kriens mit dem künstlichen Grün also billiger? «Wir rechnen pro Trainingseinheit und dann kommt es uns deutlich günstiger», erklärt Haas. Das heisst: «Es kann viel mehr trainiert werden, der Platz muss theoretisch nicht mehr gesperrt werden.» Auch können Juniorenspiele auf dem Hauptplatz ausgetragen werden.

Bruno Galliker (links) und Christian Haas betrachten den neuen Rasen ganz genau.

Bruno Galliker (links) und Christian Haas betrachten den neuen Rasen ganz genau.

(Bild: pze)

Mit allen Sicherheitsabständen misst der Rasen 8’700 Quadratmeter. Das Spielfeld hat die vorgegebenen Masse der höchsten Ligen, also 105 auf 68 Meter. Das heisst: Rund 30 Kilogramm Sand und Granulat werden pro Quadratmeter verstreut. Dies sei nicht nur in Ordnung, sondern gar gewollt, erklärt Haas: «Damit wird der Rasen beschwert und somit fixiert.»

Der grüne Rasenteppich wird schlussendlich auf eine weisse Unterlage ausgelegt. Diese ist dafür verantwortlich, dass sich das Spielfeld für die Spieler weich anfühlt. Darunter hat es sogenannten Sickerbeton, in dem Wasser gut abfliesst. So trotzt der Kunstrasen auch heftigen Gewittern.

Im Sommer kann’s heiss werden

Die offizielle Eröffnungsfeier ist am 13. Oktober. Doch laut Christian Haas könnte es nun schnell gehen: «Unser Ziel ist, bis am 28. September fertig zu sein.» Man möchte es dem SC Kriens ermöglichen, das Heimspiel gegen Schaffhausen bereits im neuen Kleinfeldstadion zu bestreiten. Teleclub würde das Spiel live übertragen.

Doch nicht nur muss der Rasen verlegt werden, er will auch vom Schweizerischen Fussballverband abgenommen sein. «Die Vorprüfungen haben wir hinter uns», so Haas, «nach der Fertigstellung wird das gesamte Stadion noch einmal kontrolliert.»

Bis Ende Woche soll das ganze Feld in Grün erscheinen.

Bis Ende Woche soll das ganze Feld in Grün erscheinen.

(Bild: pze)

Ein grosses Thema könnte die Temperatur werden – Kunstrasen erhitzt sich in der Sonne stärker. «Im Sommer wird es auf einem Kunststoffrasen sehr heiss», sagt Haas. Um Abhilfe zu schaffen, werde eine Bewässerung eingesetzt. Sieben sogenannte «Regner» werden den Platz wenn nötig innerhalb von zwölf Minuten mit zehn Kubikmetern Wasser bewässern, erklärt Haas. Dies sei entscheidend, so könne beispielsweise in der Pause der Platz bewässert werden, um die Rasentemperatur zu kontrollieren.

Präsident ist optimistisch

SCK-Präsident Werner Baumgartner ist am Montag ebenfalls vor Ort. Er ist zuversichtlich, dass es am 28. September losgeht. «Wäre ich kein Optimist, würde hier heute kein Stadion stehen», sagt er mit einem Lachen. Es wäre eine zusätzliche Freude, gegen die «Freunde aus Schaffhausen» das erste Spiel zu bestreiten, sagt er. Das Grün sei jetzt das «Pünktchen auf dem i». Der Rasen, die Spielstätte sei es doch, worum es schlussendlich gehe.

Kriens-Präsident Werner Baumgartner hofft auf ein 3:3 bis zur 85. Minute – und auf einen gerechten Sieger im Cup-Derby.

Für SCK-Präsident Werner Baumgartner ist der Kunstrasen das «Pünktchen auf dem i».

(Bild: Alex Schüpbach)

Auch er sieht in der neuen Unterlage keinen Nachteil. «Die Jungen sind es gewohnt, auf Kunstrasen zu spielen», sagt er. Und der Krienser weiss: «Auch auf einem Kunstrasen kann man Spiele über Kampf und durch gute Teamorganisation gewinnen.» Das Team freue sich zudem auf den Rasen. Baumgartner ist stolz auf die Truppe: «Sie haben sich in eineinhalb Jahren Bauzeit nicht ablenken lassen, haben nie reklamiert.»

So freut sich der «Dorfklub» (zentralplus berichtete) auf sein neues Stadion. Es war ein langer Weg, der mit dem Verlegen des neuen Grüns sein Ende findet. Den Kriensern ist zu wünschen, dass der neue Rasen noch viele Challenge-League-Partien zu spüren bekommt.

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