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Der Morgen vor dem grossen Showdown
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Auf Tuchfühlung im Podium 41. Wie ist die Stimmung vor der Abstimmung? (Bild: zvg )

Auf Tuchfühlung im «Podium 41» Der Morgen vor dem grossen Showdown

3 min Lesezeit 29.11.2015, 12:57 Uhr

In wenigen Augenblicken ist klar, ob das «Podium 41» weiter von der Stadt finanziell unterstützt wird oder nicht. zentral+ hat sich am morgen noch einen Tee in eben diesem Lokal gegönnt. Sich umgeschaut. Und Zuversicht gespürt. Zuversicht, die eine gewisse Verunsicherung zu überdecken versucht.

Sonntagmorgen, halb 12 Uhr. Das Podium 41 liegt noch etwas verschlafen da. Ein Angestellter macht eine Rauchpause vor dem Haus, der Betrieb liegt noch lahm. Kein Wunder. Das Lokal hat noch geschlossen. Eigentlich. Einzig vier Herren genehmigen sich gemeinsam ein Sonntagsbier.

Äusserlich passen sie wohl eher an den Stammtisch des «Bären», tragen Karo-Hemden und politisieren inbrünstig. Der «25 Jahre Podium 41»-Button, den einer der Herren stolz auf der Brust trägt, verrät jedoch seine Gesinnung.

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Das Problem liege eher beim Bahnof

«Wir sind Stammgäste hier. Kommen häufig nach dem Fischen für ein Bier», erklärt einer. Lieber als ins Hafenrestaurant, das noch direkter am See liegt? «Das ist eine andere Preisklasse», heisst es nur lakonisch. Alle vier sind überzeugt davon, dass es das Podium 41 braucht. Finden, die «offene Drogenszene» sei ein Mythos.

«Es ist doch viel sinnloser, einen Sprungturm mit einer halben Million Franken zu bauen, der nur drei Monate im Jahr genutzt wird.»

Ein Stammgast im Podium 41

«Viel eher ist doch die Bahnhofstreppe ein Problem. «Dort sieht es manchmal aus, wie nach einem Krieg.» Die Leiterin des Podium 41 kommt mit Gewürznüssen angerauscht, die sie den Gästen auftischt. Das Lokal muss bleiben, so sind sie überzeugt. «Es ist doch viel sinnloser, einen Sprungturm mit einer halben Million Franken zu bauen, der nur drei Monate im Jahr genutzt wird.»

 

(Bild: wia)

Mittlerweile ist ein weiterer Stammgast angekommen. Er bestellt ein grosses Bier und sagt: «Ich komme gerade vom Abstimmen.» Meyer antwortet: «Vielleicht ist genau das die Stimme, die wir noch brauchen.» Der Gast kontert: «Ich habe natürlich Nein gestimmt, gäll.» Er lacht, schnappt sich sein Bier und setzt sich an einen der Bänke an der frischen Luft.

«Obwohl das einige Freundinnen skeptisch beäugen. Das jeweils so lange, bis sie selber einmal hier waren.»

Anita Schillinger, Stellvertretende Geschäftsleitung der GGZ@Work

Eine Familie mit zwei Kindern kommt herein. Sie setzen sich an den runden Tisch, bestellen ihr Mitagessen. Was bewegt sie hier her? «Ich bin die stellvertretende Geschäftsleiterin von der GGZ@Work», erklärt Anita Schillinger, die Mutter der zwei Mädchen. Häufig sei sie sonst nicht da, erklärt sie. «Das hat jedoch damit zu tun, dass wir nicht mehr in Zug wohnen.»

Früher, als die Mädchen noch kleiner gewesen seien, sei sie öfters hergekommen. «Obwohl das einige Freundinnen skeptisch beäugen. Das jeweils so lange, bis sie selber einmal hier waren.»

Angst, dass nur wenige abstimmen

Schillinger glaubt zwar daran, dass heute Nachmittag eine Mehrheit Ja zum Podium 41 sagt, sieht jedoch eine potenzielle Gefahr: «Es wird heute nur über das Podium abgestimmt. Es könnte daher sein, dass weniger Leute abstimmen gehen, oder aber, dass nur jene abstimmen, die klar dafür und klar dagegen sind.»

Nun beginnt die Podiums-Crew damit, Bartische aufzustellen und weiss zu decken. Man will offenbar bereit sein, wenn ein positives Ergebnis rauskommt.

Zuversicht vor Verunsicherung

Und wie geht es der Leiterin des Lokals? «Klar, eine gewisse Verunsicherung ist da. Bei den Gästen wie auch beim Personal. Ich habe jedoch versucht, mir nicht zu viele Gedanken darüber zu machen und einfach meiner Arbeit nachzugehen wie bisher», erklärt Judith Meyer. Eine weitere Angestellte ist da optimistischer. «Ich bin zuversichtlich, dass die Abstimmung positiv ausfällt und eigentlich nicht verunsichert.

Doch vorerst gilt es, abzuwarten. Das Resultat wird am frühen Nachmittag erwartet. Bis dann wird hier präventiv schon mal etwas Weisswein ausgeschenkt.

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