Der Kanton Luzern erlebt in diesen Tagen ein Test-Fiasko
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In einer langen Schlange stehen am Freitagnachmittag Testwillige für ihren Covid-Test an. (Bild: zentralplus)

Gründe stimmen nachdenklich, Besserung nicht in Sicht Der Kanton Luzern erlebt in diesen Tagen ein Test-Fiasko

3 min Lesezeit 21 Kommentare 18.09.2021, 18:58 Uhr

Im Kanton Luzern herrscht derzeit eine immense Nachfrage nach Testangeboten. Doch dieses ist zu klein. Die Gründe dafür stimmen nachdenklich. Und ein Aufstocken der Kapazitäten innert nützlicher Frist ist gleichzeitig fast unmöglich.

Die Nachfrage nach Covid-Tests im Kanton Luzern ist in den letzten Tagen enorm angestiegen. Grund dafür ist die Erweiterung der Zertifikatspflicht, die in den vergangenen Tagen und Wochen zu diskutieren gab. Klar ist: Seit Montag kann nur in Restaurants, Hallenbäder, Zoos, an Konzerte und Partys, wer geimpft, genesen oder getestet ist.

Aufgrund des Freizeitverhaltens ist die Nachfrage nach Covid-19-Tests kurz vor dem und übers Wochenende wenig überraschend am höchsten. So entstand beispielsweise am Freitagmittag vor dem Testcenter auf der Luzerner Allmend eine weit über hundert Meter lange Warteschlange. Die Wartezeit zog sich hier über Stunden. Dies berichtet ein Leserreporter. Wie es bei der Dienststelle für Gesundheit und Sport des Kantons Luzern heisst, beobachte man eine ähnliche Entwicklung auch in anderen Schweizer Kantonen.

Testcenter schliessen wegen Gehässigkeiten

David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, erklärt auf Anfrage: «Der grosse Ansturm seit Montag führt dazu, dass die Testzentren an die Kapazitätsgrenzen stossen.» Und dies, obwohl der Kanton Luzern die personellen Ressourcen in den kantonalen Testzentren bereits aufgestockt hat.

«Zunehmende Gehässigkeiten gegenüber dem Testpersonal führen dazu, dass sich mehrere private Anbieter dazu entschlossen haben, das Testen zu reduzieren oder vollumfänglich einzustellen.»

David Dürr, Leiter Dienststelle Gesundheit und Sport beim Kanton Luzern

Dennoch sind die Angebote viel zu knapp. Der Grund stimmt nachdenklich: «Die kantonalen Testzentren geraten umso mehr an ihre Kapazitätsgrenzen, als zunehmende Gehässigkeiten gegenüber dem Testpersonal dazu führen, dass sich mehrere private Anbieter dazu entschlossen haben, das Testen zu reduzieren oder vollumfänglich einzustellen», so Dürr. Insbesondere Testzentren, die in der Nacht das Partyvolk testen, dürften immer wieder mit dem Druck alkoholisierter Testkandidaten zu kämpfen gehabt haben.

Infrastruktur und Ressourcen sind nicht umsetzbar

Auf Nachfrage bei der Mediensprecherin des Luzerner Apothekervereins, Karin Häfliger, taucht noch ein ganz anderes Problem auf: «Die Geschichte wiederholt sich eigentlich immer wieder. Weil der Bundesrat neue Entscheide schnell treffen muss, steigt die Nachfrage nach Corona-Tests sprunghaft an. Die Nachfrage ist auf die Schnelle gar nicht zu bewältigen.»

«Wenn der Bundesrat zackig neue Entscheide trifft und dadurch der Bedarf nach Corona-Tests steigt, ist das in den Testzentren erst mal gar nicht umsetzbar.»

Karin Häfliger, Mediensprecherin Luzerner Apothekerverein

Die Situation für Ungeimpfte wird damit nicht einfacher. Langes Warten auf den 48-Stunden-Freipass ist derzeit oftmals die Realität. Absurd wird es durch die Tatsache, dass sich die Aufstockung der Testkapazität gar nicht mehr umsetzen lässt. Dies, weil eine Einarbeitung von neuem Personal immer viel Zeit in Anspruch nimmt. Und diese Zeit bleibt derzeit schlichtweg nicht.

Denn: In zwei Wochen kosten die Corona-Tests. Dies hatte der Bundesrat am Freitagnachmittag beschlossen. «Dann ist ein grosser Einbruch bei der Nachfrage nach Corona-Tests zu erwarten», so Häfliger. So würde das Angebot wohl innert zwei Wochen wieder hinfällig.

Nun stehen wieder alle Akteure vor einer scheinbar unlösbaren Herausforderung. Es ist eine Art Vakuum, in der sich die Gesellschaft befindet. Es gelten Massnahmen, die nötig, doch gerade für viele schwer tragbar sind. Die kantonalen und privaten Testzentren kämpfen sich durch die grosse Zahl von Testkandidatinnen, deren Zahl diese Woche sprunghaft grösser wurde. Andere kämpfen für ihren Corona-Test mit ewiger Geduld, noch andere kämpfen gegen alle diese Massnahmen. Und schliesslich kämpft das Gesundheitspersonal in den Spitälern um das Leben vieler Patienten in den zunehmen überlasteten Intensivstationen.

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21 Kommentare
  1. mebinger, 21.09.2021, 07:53 Uhr

    Das grosse Fiasko folgt erst noch in Form einer Wirtschaftskrise, welche noch nie gesehen wurde, und zwar nicht wegen Corona, sondern wegen der unsinnigen Corona-Politik im Interesse der Pharma und auf Kosten unsrer Gesundheit

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  2. hegard, 20.09.2021, 09:10 Uhr

    Ich finde diese Zertifikate-Aktion einfach lächerlich.
    Ersten sind die Labors überfordert. Zweitens bringt das Zertifikat nichts, solange die Genesenen und Geimpften nicht auch getestet werden. Solange erfolgt auch keine Übersicht der Pandemie.
    Warum muss das in Bars, Resti usw. funktionieren und bei der Chilbi geht das nicht. Anscheinend sind noch andere Funktionäre überfordert

    Typisch Bundesrat, einfach anordnen, aber keine Ahnung von Logistik. Von einem Chaos zum andern Chaos.

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  3. MikeLeon, 19.09.2021, 21:44 Uhr

    Interessant wie man diese ewigen Nasenstochereien zwei kurzen, kostenlosen Pieks vorziehen kann. Das Personal ist jedenfalls nicht zu beneiden, vor allem wenn es verbal angegangen wird. Diese Respektlosigkeit ist beschämend.

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    1. Kasimir Pfyffer, 20.09.2021, 12:06 Uhr

      Leider kennt man das von anderen Einsätzen in der Rettungskette. Da werden SanitäterInnen oder Feuerwehrleute beschimpft, bedroht oder gar tätlich angegangen. Oder man hindert die Feuerwehr gar am Löschen von Bränden. Solches **** gehört dafür rechtlich belangt, empfindlich bestraft und vielleicht auch mal einen Tag, zwei in U-Haft eingeweckt. Wer sich dermassen daneben benimmt, hat offenbar keine Ahnung vom Zusammenleben mit anderen Menschen.

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  4. Renata, 19.09.2021, 21:40 Uhr

    Die Tests sollten bei den Studenten und Jugendliche gratis sein.

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  5. Fabrizio, 19.09.2021, 20:13 Uhr

    Lasst doch einfach unsere Jugendliche in Ruhe mit dieser experimentellen Impfung! Es wird sowieso nie eine Herdenimmunität geben können, da der Impfstoff 1. nicht zu 100% schützt 2. die Wirkung mit der Zeit sich reduziert 3. sich das Virus immer wieder mutieren kann! Jeder darf noch immer über sich selbst bestimmen.

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  6. Heinrich Lüthi, 19.09.2021, 11:40 Uhr

    Lasst euch Impfen und das Problem ist gelöst!

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  7. Roli Greter, 19.09.2021, 09:08 Uhr

    Immer wieder spannend zu beobachten wie sich gewisse Menschen anmassen über den Impfstatus Anderer zu verfügen.

    Warum geht ihr nicht demonstrieren? Dann wäre diese Medienpandemie endlich vorbei…

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    1. Karl-Heinz Rubin, 20.09.2021, 04:12 Uhr

      Herr Greter
      Wie schon einmal besprochen.
      Wann setzten Sie sich für Kinder mit Handicap ein.
      Ihr Wissen über Politik würde uns sehr helfen.
      Ihre Energie könnte gebraucht werden.
      Eine Demo für die Rechte von Kindern mit Handicap zu organisieren ist sicher für Sie kein Problem.
      Gerne erwarte ich Ihre Antwort.

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  8. Andreas Pearson, Kriens-Bleiche, 19.09.2021, 03:39 Uhr

    Warum lässt ihr euch nicht impfen? Dann ist die ganze Testerei vorbei. Einfach!

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    1. ulugatu, 19.09.2021, 14:52 Uhr

      Ich lasse mich wegen der abartigen Propaganda und Leuten wie Ihnen nicht impfen. Einfach!

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      1. Kaalro, 19.09.2021, 17:33 Uhr

        Wenn Sie so eine negative Einstellung haben, freuen Sie sich noch am Leben?

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      2. Michi, 19.09.2021, 21:42 Uhr

        Schade das viele sich aus Protest nicht impfen lassen..
        Für mich war die solidarität gegenüber der ganzen Bevölkerung Grund genung mich impfen zu lassen.

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  9. Beat Tanner, 18.09.2021, 22:48 Uhr

    Eine Sache für Leute ohne Beruf und ohne Hobbies. Den ganzen Winter stundenlang (in der Kälte) anstehen zum Testen, jede Woche einmal oder sogar mehrfach.
    Wäre es da nicht einfacher, sich impfen zu lassen ?

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    1. Fabrizio, 19.09.2021, 20:03 Uhr

      Wir lassen uns nicht erpressen. Das war früher so und das wird in Zukunft auch so bleiben.

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  10. hegard, 18.09.2021, 21:32 Uhr

    Sorry aber Berset und CO sind seit Anfang Corona überfordert und machen vorweg Chaos.
    die Jungen könnten auch in Apotheken während den öffnungszeiten testen und würden dadurch mehr verteilt.
    Wenn sie es nicht nutzen sel a vie
    Die Pandemie wird nur mit Testen übersichtlich
    Auch die Genesenen und Geimpften

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  11. Gabriela Gerber, 18.09.2021, 21:06 Uhr

    Ich arbeite als mpa in der permanence und es ist mehr als grenzwertig was wir mit den covidtestungen leisten müssen! Gleichzeitig wollen wir uns um unsere symptomatischen patienten, oder patienten die wegen eines unfalls zu uns kommen ect. kümmern. Wir laufen am limit?

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    1. casamia, 19.09.2021, 12:31 Uhr

      Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Ausdauer! Danke für Ihren Einsatz.

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    2. ulugatu, 19.09.2021, 14:53 Uhr

      So ich habe jetzt 2 Minuten für Sie geklatscht, das sollte reichen. Marsch zurück an die Arbeit!

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    3. Fabrizio, 19.09.2021, 20:21 Uhr

      Ich hätte wahrscheinlich noch Verständnis wenn dieses Covid Zertifikat wirklich Ansteckungen verhindern würde. Es geht lediglich nur um Impfdruck auszuüben, jedoch bei der falschen Zielgruppe! Mit Logik hat dies aber ganz und gar nichts zu tun.

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  12. hegard, 18.09.2021, 21:03 Uhr

    He Jungs + Mädels ihr schadet euch selber ,wenn ihr das Test Personal anmacht.
    Wenn es Ihnen zu viel wird,machen sie ZU und dann???????

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