Der Kanton Luzern bleibt auf den Stipendien sitzen
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Im Kanton Luzern wurden weniger Stipendien beantragt als angenommen. (Bild: mag)

Weniger Anmeldungen durch Studenten Der Kanton Luzern bleibt auf den Stipendien sitzen

3 min Lesezeit 04.05.2021, 18:45 Uhr

Stipendien sollen Studentinnen dabei unterstützen, sich vollumfänglich auf das Studium zu konzentrieren. Wie sich zeigt, ist die Nachfrage danach aber im Coronajahr zurückgegangen. Warum, darüber herrscht noch Unklarheit.

Im Jahr 2020 stand dem Kanton Luzern mit insgesamt 9,6 Millionen Franken eine Million mehr zur Auszahlung von Stipendien zur Verfügung als noch im Vorjahr. Zusätzlich trat zu Beginn des Januars 2020 ein neuer Berechnungsparameter für die Stipendien in Kraft, durch den künftig mehr Personen von den Ausbildungsbeiträgen profitieren können (zentralplus berichtete).

«Im Ganzen sorgen sieben Parameter dafür, dass ein Stipendium an die richtigen Person ausgezahlt wird», erklärt Christof Spöring, Leiter der Berufs- und Weiterbildung Luzern gegenüber zentralplus die Vergabepraxis. «Durch den neuen Parameter sollen grössere Ausreisser im System reduziert werden», so Spöring weiter. Dies bezieht er vor allem auf die Verlagerung der Stipendienauszahlungen auf die Sekundarstufe II. «Mit dem Berechnungsparameter wollten wir der Verlagerung entgegenwirken.»

Kontrollphase im Gange

Im vergangenen Jahr wurden aber trotz dieser Anpassungen vom Kanton Luzern nur knapp 8 Millionen Franken für Stipendien ausgezahlt, wie die Dienstelle Berufs- und Weiterbildung Luzern am Dienstagmorgen mitteilt. Damit bleibt die Anzahl der vergebenen Stipendien auf Vorjahresniveau. Die vom Kantonsrat vorgenommenen Ziele bei der Stipendienauszahlung konnten zwar erreicht werden, dennoch befindet sich dieser Bereich im Moment in einer Monitorringphase, heisst es weiter.

«Wir haben heute noch keine erklärenden Fakten für den Rückgang.»

Christof Spöring, Leiter der Berufs- und Weiterbildung Luzern

Konkret sollen dabei die rückläufigen Stipendiengesuche beobachtet werden. Tatsache ist nämlich, dass im Jahr 2020 rund 500 Gesuche weniger eingereicht wurden. «Der Rückgang der Gesuche kam für uns eher überraschend», sagt Spöring. «Wir gingen eigentlich davon aus, dass eher mehr Menschen ihr Studium beginnen würden, da z. B. Zwischenjahre durch Corona nur reduziert möglich sind. Wir haben heute noch keine erklärenden Fakten für den Rückgang.»

Mehr Beratungen im Berufsinformationszentrum

Der Kanton informiert in seiner Mitteilung nebst den Stipendienzahlen auch über die Beratungen des Berufsinformationszentrums (Biz). Dort haben vor allem die Laufbahnberatungen zugenommen und sind im Verlauf des Jahres 2019 von 1420 Menschen auf 1685 im Jahr 2020 angestiegen.

«Weil sich mehr Menschen mit ihrer Zukunft in der Berufswelt auseinandersetzten, wird auf der nationalen Ebene über dieses Thema diskutiert.»

«Es gibt zwei Faktoren, die zu dieser Zunahme führen», erklärt Spöring. «Auf der einen Seite verändert sich der Arbeitsmarkt wegen der digitalen Transformation immer mehr und auf der anderen Seite haben sich mehr Menschen während der Coronapandemie kritisch mit ihrer Berufslaufbahn auseinandergesetzt.» Dies sei eine positive Entwicklung, so Spöring.

«Weil sich mehr Menschen mit ihrer Zukunft in der Berufswelt auseinandersetzten, wird auch auf der nationalen Ebene über dieses Thema diskutiert», ergänzt Spöring. So sollen auch Über-40-Jährige unterstützt und gefördert werden. Derzeit werde ein Konzept geplant, welches eine kostenlose Laufbahnberatung für genau diese Zielgruppe ermöglichen soll.

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