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Der Hochwasserschutz begleitet Fabian Peters Politkarriere
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Premiere: Fabian Peter informiert zum ersten Mal an einer pressekonferenz als Regierungsrat. (Bild: uus)

Neuer Luzerner Baudirektor lanciert Projekt neu Der Hochwasserschutz begleitet Fabian Peters Politkarriere

3 min Lesezeit 1 Kommentar 11.09.2019, 18:02 Uhr

Das Projekt zum Hochwasserschutz an der Reuss wird neu aufgelegt. An seiner ersten Pressekonferenz hatte Fabian Peter dazu zwar nicht viel Neues zu berichten. Dafür konnte er sich als kompetenter Dossierkenner in Szene setzen.

Es gibt solche, für die sind Pressekonferenzen ein notwendiges Übel. Da gilt es – wenn möglich – mit einem besserwisserischen Ton aufzutreten. Damit das Gegenüber auch ja spürt, wer hier der Informationsgeber ist. Andere lesen halb gelangweilt, halb unwissend vom Blatt, delegieren Fragen an Experten und sind froh, wenn die Sache vorüber ist.

Und dann gibt es solche wie Fabian Peter. An seiner ersten Pressekonferenz als Luzerner FDP-Regierungsrat berichtet er aus persönlicher Erfahrung: Damals, 2005, traten auch die Bäche in Inwil über die Ufer. Das Perlenwehr drohte zu brechen. Als Gemeindeammann hatte Peter die Aufgabe, den Bewohnern diesen Worst Case zu vermitteln und dass sie, falls sie den mobilen Alarm hören würden, in die oberen Stockwerke ihrer Häuser flüchten sollten.

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Das Thema wird er nicht mehr los

Die Planung zum Hochwasserschutz und zur Renaturierung der Reuss wurden kurz danach aufgenommen. Stand heute wird nun das überarbeitete Projekt ab dem 28. Oktober öffentlich aufgelegt. So viel zu den Neuigkeiten (zentralplus berichtete). Dass das Projekt nun eher 195 statt 176 Millionen kosten würde, war schon vor einem Jahr bekannt.

«Aus Sicht der Betroffenen frisst die Verbreiterung der Reuss immer ihr Land weg.»

Stefan Moser, land- und forstwirtschaftliche Begleitgruppe

Mit dem überarbeiteten Konzept wurde auch eine land- und forstwirtschaftliche Begleitgruppe ins Leben gerufen. Diese hat die Aufgabe, bei unfreiwilligen Landverkäufen oder gar Enteignungen mit diplomatischem Fingerspitzengefühl das Projekt zu begleiten. Rund 30 Betriebe sind davon in unterschiedlichem Umfang betroffen.

Peters Versprechen an die Landeigentümer

Stefan Moser ist der Mann, der diese delikate Aufgabe wahrnimmt. Er war ebenfalls vor Ort. Die Gespräche mit den Landbesitzern verlaufen oft emotional – oft unabhängig davon, wie gross der Landverlust tatsächlich ist. «Aus Sicht der Betroffenen frisst die Verbreiterung der Reuss immer ihr Land weg.»

«Ich werde mich persönlich engagieren, um mit den Betroffenen Lösungen zu finden.»

Fabian Peter, FDP-Baudirektor

Peter liess es sich nicht nehmen, Moser sogleich seine Unterstützung zuzusichern: Dass er, wenn nötig, auch persönlich helfen wolle. Er und sein Departement seien nämlich überzeugt, dass diese Verhandlungen ein Schlüssel für den Erfolg dieses Projekt sind. «Ich werde mich persönlich engagieren, um gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu finden», versprach er.

Zuhören, notieren, ergänzen, vergleichen

Fabian Peter hörte auch dann aufmerksam zu, wenn er nicht an der Reihe war. Er machte während der Pressekonferenz Notizen und scheute sich nicht, auch Ergänzungen anzubringen, wenn er eigentlich an die Experten hätte delegieren können.

Kann auch zuhören: Baudirektor Fabian Peter (FDP) an seiner ersten Pressekonferenz als Regierungsrat (Bild: uus)

Etwa wenn Urs Zehnder, Abteilungsleiter Naturgefahren bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur über die Aufweitung – also die Verbreiterung – der Reuss und deren Nutzen sprach. Schnell war der Vergleich zu damals, 2005 in Inwil, wiederhergestellt.

Und dann musste er doch noch spicken

Peter wirkte an seiner ersten Pressekonferenz als Regierungsrat unverbraucht, motiviert und im komplexen Dossier sattelfest. Nur bei den Ausführungen zur «ökologischen Aufwertung» musste er sich offensichtlich mit einem Spickzettel behelfen. Das legt die Vermutung nahe, dass Peter in seiner Freizeit kein Angler ist.

Dass trotz wenig «News» diese Pressekonferenz zum Hochwasserschutz die erste Peters als Baudirektor war, ist kaum ein Zufall. Das «Generationenprojekt», wie er es nennt, wird ihn wohl über seine ganze Amtszeit hinweg begleiten – egal wie lange sie dauern wird. Das zeigt auch die Langzeitplanung: Sie geht bis 2035.

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1 Kommentare
  1. Kasimir Pfyffer, 11.09.2019, 19:03 Uhr

    Hmm. Eine akute Häufung von FDP-Fanboy-Artikeln. Gerade erst die Lobpreisung auf Damian Müller gelesen, und schwupp ist eine Hymne auf Fabian Peter dran. Wer kommt als Nächste(r) dran?