Der Hämmerplatz in Emmenbrücke ist für Kinder ein kleines Paradies
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Malen, bohren, hämmern, sägen: Auf dem Hämmerplatz lernen die Kids spielerisch den Umgang mit Werkzeugen. (Bild: Marlis Huber)

Hochkonjunktur auf der Kinderbaustelle Der Hämmerplatz in Emmenbrücke ist für Kinder ein kleines Paradies

4 min Lesezeit 1 Kommentar 18.04.2021, 12:00 Uhr

Unmittelbar hinter dem Hallenbad Mooshüsli in Emmenbrücke befindet sich der Hämmerplatz. Auf dem Themenspielplatz können Kinder im Spiel den Umgang mit verschiedenen Handwerkskünsten lernen. Bei einem Augenschein vor Ort erzählen die Kinder, was ihnen gefällt – und woran sie keine Freude haben.

So müssen Osterferien sein! Ein herrlicher Himmel, ein mildes Lüftchen und eine Frühlingssonne, die den fünfzehn Kindern in die Gesichter strahlt! Wir kommen vom Hallenbad Mooshüsli her, gehen durch das hölzerne Eingangstor und schon befinden wir uns mitten in der Abenteuerlandschaft Hämmerplatz. Noch ist das Eingangstor nicht ganz fertig. Ein Bub sägt geschickt mit der Stichsäge, ein anderer schraubt behände mit dem Akkuschrauber die Bretter zusammen.

Raphael Beck, Co-Leiter des Hämmerplatzes, war eben noch oben bei den Jungs, denn auch bei Bretterbauten gilt es die Regeln der Baukunst zu beachten. «Den Hämmerplatz gibt es seit drei Jahren», sagt uns der gelernte Zimmermann. «Seither wird hier gebaut, abgerissen und wieder gebaut. Es ist ein Ort, wo sich Kinder unabhängig von Nation, Alter und Geschlecht begegnen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen können», so Beck weiter.

«Und klar, sie lernen, wie man einen Nagel einschlägt und eine Bohrmaschine in die Hand nimmt. Viele Kinder leben leider in einer Umgebung, in der es für Kreativität wenig Platz gibt.» Beck ist überzeugt, dass es gut ist, wenn Kinder mit ein paar grundlegenden Kulturtechniken vertraut sind und zeigt auf die noch brach liegenden Gemüsebeete: «Da bauen wir mit den Kindern bald Gemüse und Kräuter an.»

Begeisterung und Selbstvergessenheit

Der Hämmerplatz in Emmenbrücke wird vom Verein Themenspielplatz betrieben und von Raphael Beck und der Heilpädagogin Simone Thalmann geleitet. Die während der Oster- und der Sommerferien stattfindenden Hammerwochen sind ein Angebot der Stadt Luzern und 16 weiterer Gemeinden. Auf dem Erlebnisspielplatz sollen sich Kinder und Jugendliche, mit und ohne Behinderung, frei und kreativ entfalten können. Hier können sie selbstbestimmt und spielerisch ihre handwerklichen Fähigkeiten weiterentwickeln und dabei ihre personalen und sozialen Kompetenzen stärken.

«Es ist cool zu bohren und zu hämmern!»

Noel

Nur ein paar Schritte neben dem Eingangstor bereiten ein paar Kinder unter Anleitung von Philip Glatzeder den Boden für eine Auswaschanlage. Einige Kinder tollen auf dem Gelände auch einfach ein bisschen herum. Schliesslich sind ja Ferien und hier auf dem Hämmerplatz müssen weder Lehrpläne eingehalten noch Lernziele erreicht werden. Die Mädchen Filipa und Alicia erzählen, dass sie das erste Mal hier sind. Mit Julia Meade malen sie gerade grosse Holzlettern an, welche nachher ans Eingangstor genagelt werden.

Auch Norah ist am Malen – blaue Farbkleckse in ihrem Gesicht zeugen davon. Etwas selbstvergessen schmiert sie auch noch die Hände voll und sagt: «Ich bin mit meiner Schwester Hannah hier» und Noel schiebt nach: »Und ich mit meinen zwei Brüdern. Es ist cool zu  bohren und zu hämmern! Aber leider gibt es Kartoffeln zum Mittagessen.» Spaghetti wären besser, sind sich die Norah und Noel einig.

Cool, ein Fotoshooting!

Nach und nach erfahren die Kinder, dass sie in einer richtigen Zeitung erwähnt werden. Die Begeisterung ist so gross, dass man für ein Fotoshooting sogar Pinsel und Farbe zur Seite zu legt. Ein Heidenspass ist das, mit Säge und Bohrmaschine zu posieren! «Ich möchte einmal Informatiker werden», gibt Noel zu Protokoll. So wie man das in einem richtigen Zeitungsinterview eben macht. Neben Fussballspielen gehört natürlich auch Gamen zu seinen Hobbys.

Noel zeigt auf einen Buben mit einer grünen Mütze: «Die schwarze Figur auf Nevios Mütze heisst ‹Creeper›, das ist eine Figur aus dem Spiel Minecraft», klärt er auf. Dann gesellt sich Nevio mit dem explodierenden Feind auf der Mütze zu uns. Er ist schon das zweite Mal auf dem Hämmerplatz: «Mir gefällt es, hier zu spielen, zu bauen und zu sägen», sagt der Sechsjährige etwas verträumt. Dann rennt er schnurstracks Richtung Bretterturmhütte, wo in farbigen Lettern geschrieben steht: «Wir sind glücklich.»

Das Glück ist den Kindern hold

Links von der Bretterturmhütte ist ein Tipi aufgestellt. Dort hat sich die bunte Truppe Anfang Woche, als es noch weiss und kalt war, am Feuer gewärmt. Jetzt kommt die sechsjährige Hannah zu uns. Auf die Frage, was ihr denn auf dem Hämmerplatz gefalle, macht sie grosse Augen und sagt kurz und bündig: «Sägen!»

So, genug geredet, schliesslich brennt unten bereits das Feuer für das Mittagessen. Höchste Zeit also, die Kartoffeln in Alufolie einzupacken. Wenig später versammeln sich alle um das Feuer und essen Würste, Spiegeleier und Kartoffeln. Nicht nur die Sonne, auch Fortuna ist den Kindern an diesem Tag sichtlich wohlgesinnt.

Über den Hämmerplatz

Ab Mai ist der Hämmerplatz für Kinder und Jugendliche  jeden Mittwochnachmittag offen. Das Angebot ist kostenlos und erfordert keine Voranmeldung. Der Platz kann auch von Schulklassen und Gruppen gebucht werden. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

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1 Kommentare
  1. Karl- Heinz Rubin, 19.04.2021, 03:05 Uhr

    Es gibt nichts besseres für die Entwicklung von Kindern als gemeinsam Projekte zu bauen.
    Jeder Rappen wo man investiert kommt hundertfach zurück.
    Auch wenn dieses Projekt von vielen Gemeinden unterstützt wird.
    Jede Gemeinde sollte sich dies selber leisten und dies auch durchziehen und nicht wie andere Projekte anfänglich gross anpreisen, bauen und wenig später fällt es dem Budget der Gemeinde zum Opfer.

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