Der FCL übt die Grundlagen des Fussballs neu ein
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Was für Anweisungen Fabio Celestini seinem FCL-Schützling Varol Tasar während dieses Trainings übermittelt, ist nicht überliefert. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Mehr Aggressivität in den Zweikämpfen Der FCL übt die Grundlagen des Fussballs neu ein

4 min Lesezeit 1 Kommentar 21.08.2021, 05:00 Uhr

Genf ist ein gutes Pflaster für den FC Luzern, um den ersten Saisonsieg zu landen. Vor Jahresfrist gelang den Luzernern genau das im siebten Meisterschaftsspiel. Diesmal reist der FCL nach drei sieglosen Super-League-Spielen zum Auswärtsspiel bei Servette. Es wird der vorerst letzte Auftritt des «Cupsiegers light» sein.

Samuele Campo machte am Tag vor der Abreise in die Westschweiz Laufübungen im Leichtathletikstadion auf der Allmend – unter den wachsamen Augen eines FCL-Betreuers. Der Basler ist auf diese Saison geholt worden, um den Abgang von Luzerns vormaligem Spielgestalter Louis Schaub aufzufangen (zentralplus berichtete).

Allerdings ist Samuele Campo bis auf einen Kurzeinsatz zum Saisonauftakt gegen YB (3:4) bis dato nicht mehr im FCL-Dress in Erscheinung getreten. Eine Rückenprellung vermieste seinen Einstieg bei seinem neuen Arbeitgeber. Und der Offensivspieler wird sich auch über dieses Wochenende hinaus gedulden müssen.

Das Gleiche trifft auch Stammgoalie Marius Müller (Adduktoren/Hüfte), Tsiy Ndenge (Oberschenkel) und Marvin Schulz, der nach der roten Karte in St. Gallen die letzte von drei Spielsperren in Genf absitzen wird. Zusammen mit Campo werden Müller und Ndenge nächste Woche ins Teamtraining einsteigen. Bei Vorkämpfer Pascal Schürpf (Knie) dauert es noch etwas länger. Samuel Alabi (Kreuzband) wird erst auf die Rückrunde zurückerwartet.

Weniger Gegentore erhöhen Chance auf FCL-Sieg

Aber selbst wenn FCL-Trainer Fabio Celestini im nächsten Pflichtspiel am Sonntag in Genf nach wie vor bloss einen «Cupsieger light» auf den Platz bringen kann – kämpfen, beissen und kratzen muss auch dieser können. Das ist die Mindestanforderung an jedes Team – unabhängig von seiner derzeit eingeschränkten spielerischen Qualität wie beim FC Luzern.

«Die Entwicklung zu einer Winner-Mentalität ist für jede Mannschaft keine Frage von Wochen, sondern von Jahren.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Darum hat Fabio Celestini in der Woche nach dem 1:0-Knorz im Cup gegen die zwei Ligen tiefer beheimateten Chamer wieder an die Grundlagen des Fussballspiels erinnert (zentralplus berichtete). Er wolle wieder ein Team, das unbedingt gewinnen will, auf dem Feld spüren, sagt er und hält fest: «Wenn du die Mehrheit der Zweikämpfe zu deinen Gunsten entscheidest, kannst du ein Spiel, in dem technisch und taktisch nicht alles gepasst hat, gewinnen.»

Darum hat er den Fokus in dieser Woche auf die fehlende Balance im FCL-Spiel gelegt. Zur Erinnerung: In den bisherigen drei Meisterschaftsspielen und den zwei Duellen, die gegen Feyenoord zum Aus in der Qualifikation zur Europa Conference League führten, haben die Luzerner im Durchschnitt drei Gegentore pro Partie (!) einstecken müssen. Mit dieser Malaise können sie keinen Blumenstrauss gewinnen – auch wenn die momentan zwei Tore pro Meisterschaftspartie nicht von schlechten Eltern sind.

Mehr Kommunikation, mehr Aggressivität und gewonnene Zweikämpfe

In der täglichen Arbeit fühlte sich Celestinis Fokus so an: «Wir haben im Training oft zehn gegen acht verteidigt, mit dem Ziel, die «Null» zu halten», erzählte Patrick Farkas. «Es ging darum, unsere Kommunikation untereinander auf dem Platz zu verbessern, mehr Aggressivität in unser Spiel zu bringen und damit mehr Zweikämpfe zu gewinnen.»

Verlangt von sich eine deutliche Leistungssteigerung im FCL-Dress: Aussenverteidiger Patrick Farkas. (Martin Meienberger/freshfocus)

Für den FCL ist eine schwierige Phase in einer Meisterschaft nicht neu, sie begleitet den FCL seit nunmehr fünf Jahren. Für Patrick Farkas hingegen schon. Er wurde in den letzten vier Jahren viermal Meister mit Red Bull Salzburg und dreimal Cupsieger (zentralplus berichtete). «Mit Salzburg gingen wir meist in Führung und damit liess sich der Fortgang des Spiels leichter gestalten. Das ist schon ein Unterschied zum FCL.»

Was der 28-jährige Österreicher damit aber keinesfalls sagen wollte: Dass er sich leistungsmässig von der aktuellen Baisse der Luzerner ausnimmt. Er sei nach Luzern gekommen, um mit dem FCL Erfolge feiern zu können. «Und dafür muss ich mich klar steigern. Damit wir vorne die Dinger rein machen und hinten besser verteidigen», hielt Patrick Farkas fest.

Entscheidende Wochen für Krisenmanager Celestini

Kämpfen, beissen und kratzen – vielleicht hat Fabio Celestini in der aktuellen Situation seines Teams den richtigen Hebel gefunden. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen die nächsten beiden Gegner des FCL (1 Punkt) bis zur nächsten Nati-Pause und die zwei danach punktemässig in Schlagdistanz: Servette (auswärts/3 Punkte), Lausanne (heim/0), GC (h/4) und Sion (a/3).

Auf den FCL und seinen Cheftrainer Fabio Celestini, der sich gerade in der letzten Saison als Krisenmanager bewährte und letztlich den ersten Pokal seit 29 Jahren nach Luzern holte, kommen entscheidende Wochen zu. Celestini betonte vor der samstäglichen Abreise nach Genf, wie wichtig es sei, in der gegnerischen Platzhälfte weniger Fehler im Passspiel zu machen. «Sie waren oft der Ursprung unserer Gegentore.»

Die Mentalität einer Mannschaft, von der er so oft redet und den Medienschaffenden bei jeder Gelegenheit eintrichtert, ist im FCL offensichtlich ein zerbrechliches Gut. Fabio Celestini hat recht damit, wenn er festhält: «Die Entwicklung zu einer Winner-Mentalität ist für jede Mannschaft keine Frage von Wochen, sondern von Jahren.»

Dazu muss nicht nur der erste Anzug einer Mannschaft, sondern genauso der zweite beitragen.

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1 Kommentare
  1. Karl Ottiger, 21.08.2021, 20:37 Uhr

    Ich muss wieder lachen es braucht kein Krisenmanagement in Luzern eigentlich muss man nur vom Seniorentempo auf Profifussball umstellen der FCL hat in seinem spiel kein überraschende idee auf der seite wo jede Mannschaft auf der Welt schnelle spritzige Spieler hat haben wir Spieler die wie auf einer Bushaltestelle auf den Ball warten mit diesem plätscherfussball gewinnst du höchst selten ein Spiel der FCL spielt einfach sein Programm runter egal ob sie führen oder hinten sind und das ist bedenklich für Leute wo mit diesem schönen Beruf Geld verdienen schade schade aber hopp FCL

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