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Der FCL sucht einen unabhängigen Friedensstifter
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Im Luzerner Investorenkrach hat Bernhard Heusler Schlagseite: Er ist im Juli von FCL-Machtinhaber Bernhard Alpstaeg als Berater engagiert worden. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Wer vermittelt zwischen den verkrachten Parteien? Der FCL sucht einen unabhängigen Friedensstifter

4 min Lesezeit 3 Kommentare 25.10.2019, 13:24 Uhr

Dieser Tage steht das wirtschaftliche und sportliche Wohl des FC Luzern auf dem Spiel. Dafür müssen die verkrachten Parteien in der Investorengruppe an einen Tisch gebracht werden. Doch wer ist ein unabhängiger Mediator, der eine gute Lösung in diesem Hahnenkampf herbeiführen kann?

Der Riss durch den FC Luzern zieht sich von den Geldgebern über die Büroräume bis hinunter zur Wäschefrau im Bauch der Swissporarena: Entweder gehört man zu den «Zeugen Alpstaegs» oder wird den «Sieberianern» zugerechnet. Dazwischen gibt es in den Tagen des Ego-Zanks zwischen FCL-Machthaber Bernhard Alpstaeg und der ihm feindlich gesinnten Gruppe um Marco Sieber, Hans Schmid und Samih Sawiris praktisch nichts (zentralplus berichtete).

Aber die unversöhnlichen Positionen können kein Dauerzustand sein. Je länger das unwürdige Schauspiel auf höchster Klubebene dauert, umso mehr nimmt nach dem Image auch das sportliche und wirtschaftliche Wohl des FC Luzern Schaden. Was also als Nächstes tun, um eine der beiden Parteien zum Verkauf der Aktien zu bewegen und dergestalt eine Lösung im Investorenkrach herbeizuführen?

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Headhunter: «Es braucht eine Gesprächskultur»

«Jetzt braucht es einen Mediator», sagt Werner Raschle als Inhaber und CEO des Executive Search-Unternehmens Consult & Pepper, ein renommierter Headhunter im Vermitteln von Führungskräften. «Der Mediator muss die Parteien im FCL an einen Tisch bringen. Zur Lösungsfindung ist gerade bei ausgesprochenen Alphatieren und erfolgreichen Unternehmern eine gemeinsame Gesprächskultur notwendig – auch wenn diese in diesem Fall nur vorübergehend notwendig ist. Die Parteien müssen zum Beispiel das Gefühl haben, dass der Prozess der Preisfindung für ein zu verkaufendes Aktienpaket fair ist.»

Raschles Ansicht nach sitzt Bernhard Alpstaeg als Mehrheitsaktionär der Holding (52 Prozent) und der Swissporarena AG (60 Prozent) am längeren Hebel: «Die entscheidende Frage ist: Was will Alpstaeg? Kaufen oder verkaufen?» Die FCL-Investoren besitzen beim Ausstieg eines Mitglieds stets ein Vorkaufsrecht.

Studhalter sind die Hände gebunden

Die Rolle des Mediators ist dem früheren Basel-Präsidenten Bernhard Heusler wie auf den Leib geschneidert. «Er wäre der kompetenteste Fachmann für diese Rolle», glaubt Raschle. Aber Heusler ist in dieser Rolle bereits gescheitert. Als Berater des FCL-Machtinhabers seit Juli dieses Jahres trägt er den Stallgeruch der Zeugen Alpstaegs in den Kleidern. Bei den Sieberianern stösst er deshalb wohl kaum auf Akzeptanz.

Auch FCL-Verwaltungsratspräsidenten und Geschäftsführer Philipp Studhalter dürfte man in den Tagen des Investorenzornes in einer Führungsrolle erwarten. Aber ihm sind die Hände gebunden. Als mandatierter Statthalter Alpstaegs ist er 2015 zum VR-Präsidenten aufgestiegen. Es ist ihm augenscheinlich nicht gelungen, die grossen Egos der Investoren auf einen gemeinsamen FCL-Kurs zu bringen. Die Sieberianer werden Studhalter nicht mehr über den Weg trauen.

«Baumgartner ist ein fähiger Mann, der die FCL-Akteure und die Strukturen kennt und auch vor einem enervierten Bernhard Alpstaeg keine Angst hat.»

Headhunter Werner Raschle

Erst recht nicht, nachdem die Sieber-Gruppe am Donnerstag über die Medien und aus dem Mund Studhalters erfahren musste, dass ihnen ihr Gegenspieler Bernhard Alpstaeg mit seinem Rücktritt aus der FCL-Holding zuvorgekommen war.

Studhalter scheint durch den Willen Alpstaegs zur Intransparenz gezwungen zu sein. Erst durch den jüngsten Eklat ist das FCL-Umfeld auf den Hahnenkampf der Investoren aufmerksam geworden. Und mit den Mandaten als VR-Präsident und Geschäftsführer in Personalunion verstösst er gegen jegliche Corporate Governance (zentralplus berichtete).

Dabei wollte die Investorengruppe mit der erstmaligen Veröffentlichung eines FCL-Geschäftsberichts 2018/19 ursprünglich einen Schritt in Richtung Transparenz machen.

Kann der SCK-Präsident dem FCL helfen?

Es scheint nach aktuellem Stand darauf hinauszulaufen, dass bloss ein Fachmann ausserhalb des FC Luzern für die Rolle des Mediators in Frage kommt. Headhunter Werner Raschle bringt den Namen von Kriens-Präsident Werner Baumgartner ins Spiel: «Er ist ein fähiger Mann, der die FCL-Akteure und die Strukturen kennt und auch vor einem enervierten Bernhard Alpstaeg keine Angst hat. Und jemand muss hier ja auch hineinbringen, dass Zehntausende von Nachwuchsspielern zum FCL aufschauen und das Verantwortung mit sich bringt.»

Allerdings arbeitete Baumgartner schon für die Firma Eberli, die das Fussballstadion auf der Allmend in die Höhe zog. Und von diesem Unternehmen kaufte Alpstaeg kürzlich die 60 Prozent Aktienanteile an der Swissporarena AG.

Aber welcher Fachmann hat bei der überschaubaren Grösse der Zentralschweiz schon keine Verbandelungen zu den Zeugen Alpstaegs oder den Sieberianern?

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3 Kommentare
  1. Joseph de Mol, 25.10.2019, 13:43 Uhr

    Da kommen meiner Meinung nach nur zwei Köpfe in Frage, welche diesen zestrittenen FCL-Gockeln mit übersteigertem Geltungsbedürfnis und Profilierungsneurosen, jedoch mit ausbleibendem sportlichen Erfolgen, die Leviten lesen können: Krisen-Franz Steinegger oder Urgestein und ex-FCL-Präsident Romano Simioni! Randnotiz: Es braucht keine Mediation. Die einzige Methode, die hier nachhaltig greift, ist mit diesen Verantwortlichen des Hühnerhaufens FCL mal so richtig Tacheles und Klartext zu reden!!

    1. Goeggeler, 25.10.2019, 21:00 Uhr

      Ich denke hier wäre eher eine Kindergärtnerin angebracht!

  2. IsmirÜbel, 25.10.2019, 13:41 Uhr

    Da kann vielleicht nur noch Bruder Klaus helfen.