Der FCL sieht dem Saisonabbruch entgegen
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Werden in der Swissporarena noch Geisterspiele abgehalten, um die unterbrochene Meisterschaft zu Ende führen zu können? (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Ab 8. Juni sind Geisterspiele möglich Der FCL sieht dem Saisonabbruch entgegen

3 min Lesezeit 1 Kommentar 29.04.2020, 21:09 Uhr

Der FCL und seine Konkurrenten in der Super League dürfen ab dem 11. Mai wieder das gemeinsame Training in Gruppen aufnehmen. Doch bis Ende August sind nur Geisterspiele möglich. Wie weiter mit dem Betrieb?

Endlich hat der Bundesrat entschieden. Mit Blick auf den Spitzensport gilt: Ab Montag, 11. Mai, sind Trainings unter Berücksichtigung des weiterhin geltenden Versammlungsverbots von höchstens fünf Personen erlaubt. Für den EV Zug bedeutet das vorerst die Aufnahme des Sommertrainings und die Inbetriebnahme des topmodernen Leistungszentrums OYM (zentralplus berichtete).

Vier Wochen später ist eine Wiederaufnahme der Fussball-Meisterschaft durch den Bundesrat genehmigt: Aber weil bis Ende August in der Schweiz ein Verbot für Grossveranstaltungen ab 1’000 Personen gilt, sind bis dahin ausschliesslich Spiele ohne Zuschauer möglich (zentralplus berichtete).

Den Ball zurückgespielt

Damit spielt der Bundesrat den Ball zurück an die Liga: Diese darf jetzt, wenn die Klubs aus der Super und der Challenge League überhaupt wollen, die Meisterschaft unter restriktiven Massnahmen einschliesslich eines ambitionierten Schutzmassnahmen-Katalogs zu Ende bringen. In der Tat sind noch 13 Runden und drei Cup-Partien seit dem Unterbruch Anfang März ausstehend.

Doch in der Liga sind die Meinungen der Vereinsverantwortlichen gespalten: Der in Existenznöte geratene FC Luzern war aus finanziellen Gründen vor ein paar Wochen für die Wiederaufnahme der Meisterschaft (zentralplus berichtete), der SC Kriens als Mitglied der zweithöchsten Spielklasse befürchtete hohe Kosten im Zusammenhang mit dem vom Bund verlangten Schutzkonzept (zentralplus berichtete).

Und am Dienstag votiert der FC Basel gemäss einem SRF-Interview mit Präsident Bernhard Burgener für den Abbruch der Meisterschaft. Ihm sind die Kosten für Geisterspiele zu hoch und die Einnahmen durch das TV-Geld zu tief im Vergleich mit den fehlenden Einnahmen aus dem Zuschauer-, Sponsoren-, Hospitality- und dem Fanshop-Bereich.

Derweil die meisterlichen Berner Young Boys in der Person von CEO Wanja Greuel gegenüber «Blick» sagen: «Wir sind eine Ausbildungsliga, würden mit einer mehrmonatigen Pause aber all unsere Transferwerte vernichten.» Die Berner stehen ein für die Fortführung der unterbrochenen Meisterschaft.

Am Donnerstag weitere Beratung

Dem Vernehmen nach geht es in der Swiss Football League (SFL) in erster Linie aber um die Wahrung von Partikulärinteressen. Letzten Endes also um Klubs, die Meister werden wollen, und solche, die aufsteigen wollen. Der Rest scheint sich gegen die Fortsetzung der Meisterschaft zu sträuben.

Die Liga wird morgen Donnerstag evaluieren, wie die Befindlichkeit im Schweizer Fussball in den beiden höchsten Ligen vor dem Hintergrund der Rückmeldungen zum SFL-Konzept ausfiel.

Der alles entscheidende Schuss vom Elfmeterpunkt: Es geht um höhere Gewalt. Vor allem finanziell. Keine Ansprüche von «Teleclub» und den Klubsponsoren, die für die Vereine vertraglich schmerzhafte Konsequenzen nach sich zögen.

Wie sieht die Rettung aus?

Es scheint keinen Sinn zu machen, im Hinblick auf den 11. Mai ein personal- und deshalb kostenintensives Corona-Schutzprogramm für den Schweizer Profi-Fussball hochzufahren. Der sofortige Saisonabbruch ist unausweichlich.

Deshalb muss es ab diesen Tagen und Wochen primär um eine zentrale Frage gehen: Wie kann der nationale Fussball gerettet werden?

Allenfalls muss der Schnauf bis zum Ende dieses Jahres reichen.

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1 Kommentare
  1. Kaufmann, 02.05.2020, 15:28 Uhr

    Wir freuen uns endlich wieder auf Fussball !
    Kommerz ist wichtig, aber ist Fussball unersetzlich!
    Bitte sucht eine gute Lösung!
    Warum wird nicht mit dem Teleclub nach Möglichkeiten gesucht die Spiele auf diesem Weg anzubieten?
    So könnten zusätzliche Mittel an die Vereine angewiesen werden.
    Die Basis könnten die Durschnitts-Teleclub-Zuschauer der jeweiligen Begegnung aus den Vorrunden sein. Der Überschuss würde den Vereinen (z.B. Heimteam) nach einem vorab vereinbarten Schlüssel verteilt.
    Ich bezahle gerne ein paar Franken mehr pro Spiel!

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