Der FCL lebt – und das macht Celestini zum Philosophen
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Der dritte Pfostenschuss der Luzerner nach einer Stunde Spielzeit: Varol Tasar (links) schaut mit dem seinem Gegenspieler und dem Lausanner Goalie zu, wie der Ball wieder ins Spielfeld zurückprallt. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Auch wenn der Sieg gegen Lausanne ausblieb Der FCL lebt – und das macht Celestini zum Philosophen

4 min Lesezeit 1 Kommentar 29.08.2021, 19:44 Uhr

Nur ein Sieg hätte den Cupsieger FC Luzern im Duell der Tabellenletzten gegen Lausanne den ersten Schritt aus seiner misslichen Lage machen lassen. Stattdessen gibt es trotz dreier Pfostenschüsse bloss ein 1:1. Aber der beste Auftritt seit dem Saisonstart gegen YB gibt den Luzernern ein Gefühl des Aufbruchs in bessere Zeiten.

Zweimal Samuele Campo in den Minuten nach seiner Einwechslung – und dann auch nach Varol Tasar beim letzten Angriff vor Ertönen des Schlusspfiffs: dreimal scheiterten die Luzerner im Bestreben, den Sieg nach dem 1:1 von Silvan Sidler noch zu erzwingen, am Pfosten (zentralplus berichtete).

Für Fabio Celestini war das hinterher kein Grund, die nach fünf Meisterschaftsspielen anhaltende Sieglosigkeit seiner Mannschaft fehlender Fortune in die Schuhe zu schieben. Vielmehr philosophierte der FCL-Trainer: «Wir haben gepusht, aber der Fussball hat uns klar gesagt, dass das nicht gut genug war. Der Fussball ist wie das Leben: Du bekommst, was du verdienst.»

Celestini: Auftritt war okay, aber nicht gut genug

Im Falle des Tabellenletzten war es ein Punkt. Der zweite für die Luzerner insgesamt. Der erste Sieg hätte es vor der nun beginnenden Nationalmannschaftspause sein müssen, um die Verantwortlichen und Spieler happy zu stimmen.

«Für die drei Punkte brauchen wir die Leistung aller elf Spieler auf dem Platz.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

«Dass es ein Punkt geworden ist, sagt mir, dass unser Auftritt okay war, aber nicht gut genug für den Sieg», ordnet Fabio Celestini ein. «Für die drei Punkte brauchen wir die Leistung aller elf Spieler auf dem Platz.»

Mit wem er unzufrieden war, liess er offen. Vermutlich mit Aussenverteidiger Patrick Farkas und Mittelfeldspieler Jordy Wehrmann, die Fabio Celestini nach einer Spielstunde als Erste auswechselte. Aber auch FCL-Captain Dejan Sorgic ist in der laufenden Spielzeit (noch) nicht auf Touren gekommen.

Ein anderer FCL als zuletzt

Das Resultat stimmte für die Luzerner nicht, das Gefühl aber schon. «Wir haben einen klar anderen FCL gesehen als in den drei vorangegangenen Spielen gegen St. Gallen, Zürich und Servette», blickt Celestini zurück. «Wir haben mehr Zweikämpfe gewonnen, mehr als Team gearbeitet und darum sowohl in der Abwehr als auch im Angriff besser ausgesehen.»

Optimisten sagen: Der FCL hat ein wichtiges Lebenszeichen von sich gegeben. Pessimisten weisen darauf hin: Es geschah gegen einen Gegner, der in dieser Meisterschaft bislang auch kaum ein Bein vors andere brachte.

Badstuber im Aufwärtstrend

Die Aufbruchstimmung beim Cupsieger wird aber genährt durch positive Akzente einzelner Spieler: Samuele Campo hat beim zweiten Teileinsatz seit dem spektakulären Startspiel gegen YB (3:4) angedeutet, dass er das Offensivspiel der Luzerner mit seinem guten Auge und feinem linken Fuss bereichern kann. Der Basler hätte sich zum Matchwinner der Luzerner krönen können.

Und Holger Badstuber, dem Bundesligatitanen, ist das beste Spiel geglückt, seit er das Dress der Luzerner trägt (zentralplus berichtete). Seine Angriffsauslösung ist nach wie vor erstklassig und nach dem zweiten Pfostenschuss von Campos verpasste der Deutsche im gegnerischen Strafraum um Haaresbreite den möglichen Siegtreffer. Das grosse Fragezeichen steht nach wie vor hinter seiner Schnelligkeit.

Und jetzt kommt die Nationalmannschaftspause – bis zum nächsten FCL-Heimspiel am 11. September gegen GC. Zeit, um die Nöte und Bedürfnisse im Team anzusprechen, damit das sportliche Konzept der Luzerner bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet werden kann.

Was wir vom Philosophen Celestini lernen

Die beinahe zwei Wochen Meisterschaftsunterbruch geben aber auch Teamleader Marius Müller, Vorkämpfer Pascal Schürpf und Pechvogel Tsiy Ndenge die Vorlaufzeit, um sich fit fürs Comeback zu machen (zentralplus berichtete). Es steht ausser Frage, dass dieses Trio die Erfolgsaussichten des FC Luzern mit ihrer Qualität und Persönlichkeit potenziert.

Mitnichten ist das aber eine Erfolgsgarantie. Fabio Celestinis Mannen haben wegweisende Spiele vor der Brust: Aufsteiger GC auf Platz 8 hat bereits drei Punkte Vorsprung auf den FCL, Sion als nächster Auswärtsgegner aktuell deren fünf und Lugano als übernächster Heimspielgegner deren vier. Im Misserfolg droht eine üble Lücke zwischen den Abstiegsplätzen und den ersten Acht aufzugehen.

Aber was lernen wir vom Philosophen Celestini? Im Fussball wie im Leben bekommst du das, was du verdienst. Es ist jetzt seine Aufgabe, die nötigen Vorkehrungen für eine sportlich erfreulichere Zukunft vorzunehmen. Krise kann Fabio Celestini meistern, das hat er in seiner Zeit beim FCL schon zweimal bewiesen. Jetzt ist ein drittes Mal angesagt.

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1 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 30.08.2021, 09:16 Uhr

    Die selbstgefällige Zufriedenheit gipfelte in einem Remis zwischen Luzern und Lausanne. Sinnbildlich für die Zufriedenheit ist der Jubel nach dem Ausgleich. Dieser «Meisterschaftsgewinner-Jubel» drückt alles aus, was in diesem Verein nicht stimmt. Niemand ist bereit mehr zu tun. Der Trainer rettet sich schwafelnd von Spieltag zu Spieltag, der Präsident befindet sich in den Dauerferien und der Sportchef hält ab und an sein selbstgefälliges Lachen in die Kamera und rezitiert Drei-Euro-Phrasen. Die gesamte Peinlichkeit gipfelt in der Sammelaktion der Fans. Scheinbar sind Verein, seine Angestellten und die mehrfachen Millionäre nicht in der Lage eine Busse von CHF 7’000.—zu bezahlen. An Satire ist das ganze Verhalten nicht zu überbieten und steht sinnbildlich für den gesamten Zustand des Vereines. Kein Angestellter des FC Luzern verfügt über die Eier, sich der Verantwortung zu stellen! Niemand verfügt über eine «Winner-Mentalität». Man ist spielt vielleicht in der Super League. Die Vereinsführung befindet sich jedoch in der Regionalliga.

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