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Interne Probleme hemmen den FCL immer wieder Der FC Luzern vergrault seinen Trainer

2 min Lesezeit 1 Kommentar 08.05.2017, 18:31 Uhr

Die Führung des FC Luzern macht seinem Trainer das Leben unnötig schwer – und könnte ihn dadurch verlieren. Was sich am Samstag den Medien präsentierte, war ein desillusionierter Markus Babbel, der mit Team und Vereinsführung hadert. Ob diese Konstellation eine Zukunft hat, darf bezweifelt werden.

Markus Babbel hat Dampf abgelassen: Nach dem leblosen Auftritt vom Samstag gegen Thun (3:1) sagte er in’s Mikrophon von «Radio Pilatus»: «Die Mannschaft ist mental tot.» (zentralplus berichtete). Selbstüberschätzung der Spieler und schleppende Vertragsverhandlungen seien der Grund für einen schwächelnden Team-Spirit – und ohne den fehlt die Qualität für Europa.

Ehrliche Worte des Bayers, der sonst so bedacht mit den Medien umgeht. Wiederholt sich die Causa Berlin? Dort wurde er 2011 trotz sportlich guter Leistungen geschasst – weil er sich mit Geschäftsführer Preetz verkracht hatte. Auch da kochten die Emotionen via Medien hoch. Jetzt droht dasselbe im «Haifisch-Becken» Luzern. Die Leitung rund um CEO Marcel Kälin hat den Sportchef in Eigenregie bestimmt – Babbel wurde nicht in die Entscheidung mit eingebunden.

Dass das an einem Ego wie dem des 44-jährigen Bayern kratzt, ist klar. Natürlich muss (und darf) sich Rémo Meyer erst bewähren. Aber sich vom aktuellen Spielertrainer des Zweitligisten FC Hochdorf diktieren zu lassen, was in Sachen Transfers und sportlicher Leitung geht (und was nicht), ist dennoch keine sehr prickelnde Aussicht für einen Ex-Bundesligatrainer. Dass sich Babbel da nach einem neuen Job umschaut, verwundert nicht.

Und auch Babbels Ärger über die Vertragsverhandlungen ist berechtigt: Marco Schneuwlys Vertrag läuft noch bis 2018 – und noch schiesst er Tore. Dass Marcel Kälin ihm jetzt, in der entscheidenden Phase der Saison, einen Vertrag vorsetzt, der immense Gehaltskürzungen beinhaltet, ist vollkommen unverständlich. Kälin hätte in der Sommerpause mit dem Spieler zusammensitzen müssen – da ist Platz (und Zeit) für längere Zukunftsplanungen und Verhandlungen. Mit solchen Aktionen vergrault man einen wie Babbel, der genau weiss, was er will.

Dass der FCL intern mehr Probleme hat als auf dem Platz ist nichts Neues – und das bindet die Mannschaft zurück. Alleine in den letzten 18 Monaten kam es zu drei gravierenden Vorfällen: Erst der ohne sportlichen Grund erfolgten Rauswurf von Rolf Fringer (zentralplus berichtete), dann die Entlassung von Präsident Ruedi Stäger (zentralplus berichtete), wohl aus finanziellen Gründen und jetzt den Knatsch um Babbel. Der Verein kommt nie zur Ruhe und damit auch die Mannschaft nicht. Seine Aussage: «Wir können von Glück sagen, dass wir bereits die Punkte haben», zeigt, dass auch Babbel selbst nicht mehr an die Europaleague glaubt. Er schaut nach hinten in der Tabelle – das strahlt nicht gerade Selbstvertrauen und Optimismus aus.

Die Aussagen von Babbel könnten klarer nicht sein. Er klingt desillusioniert und mit Mannschaft und Vereinsführung unzufrieden – dass der FCL mit ihm gemeinsam die Kurve noch kriegt, scheint zum jetzigen Zeitpunkt schwer denkbar.

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1 Kommentare
  1. Priska Häller, 09.05.2017, 15:42 Uhr

    Herr Babbel ist mitverantwortlich, dass man Herr Puljic entlassen hat. Das war ein Fehler. Die Verträge von den Schneuwlys darf man noch nicht verlängern. Es ist noch nicht klar, dass sie auch in der neuen Saison noch genügen werden. Für den FCLuzern ist es ein Risiko die Verträge den Schneuwlys zu verlängern. Der FCLuzern darf dieses Risiko nicht eingehen. Das Team hat gute Qualität sonst wäre man nicht auf dem fünften Platz. Herr Babbel ist verantwortlich, dass die Mannschaft gut aufgestellt ist. Wenn Herr Babbel den FCLuzern verlassen möchte, so ist das für den FCLuzern kein Problem. Es gibt genügend fähige Schweizer Trainer die zum FCLuzern möchten gehen. Das Herr Babbel nicht helfen durfte den Sportchef auszusuchen war klar. Man darf nicht seinen Vorgesetzen selber aussuchen.