Der FC Luzern muss bis Ende 2023 fünf Millionen zurückzahlen
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Der neue Präsident Stefan Wolf (links) und Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg sind auf den Goodwill aller, die den FC Luzern im Herzen tragen, angewiesen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Neue Führung hofft auf deine Unterstützung Der FC Luzern muss bis Ende 2023 fünf Millionen zurückzahlen

3 min Lesezeit 6 Kommentare 18.03.2021, 19:30 Uhr

Jetzt liefert die neue Führung des FC Luzern erste Anhaltspunkte, wie sie die Zukunft des Vereins bestreiten will. Das vordringliche Thema in der Weltviruskrise? Natürlich das liebe Geld. Bis im Herbst des nächsten Jahres haben die Luzerner Verantwortlichen eine Finanzierungslücke von 11,5 Millionen Franken errechnet.

An diesem Donnerstagabend sind die angespannten Finanzen des Super Ligisten an der öffentlichen Orientierung durch die neue FCL-Spitze das Hauptthema. Finanzchef Richard Furrer legt im Sinne der Transparenz dar, dass dem FC Luzern 11,5 Millionen Franken bis im Herbst 2022 fehlen.

Mehr als die Hälfte davon, nämlich 6,5 Millionen, haben die beiden verbleibenden Aktionäre Bernhard Alpstaeg und Josef Bieri nach einem Kapitalschnitt, der den Klub von Altlasten befreite, eingeschossen. Dieser ist erfolgt, nachdem Josef Bieri die Aktien der verkaufswilligen «Sieberianer» übernommen und damit den Startschuss in eine neue Zeitrechnung beim FCL gegeben hat (zentralplus berichtete).

Staatliches Darlehen über fünf Millionen

Die restlichen fünf Millionen Franken haben sich die Luzerner über ein zinsloses Darlehen vom Staat vorstrecken lassen. Dieses Vorgehen hatte Philipp Studhalter, der Vorgänger von Stefan Wolf als FCL-Präsident, gegenüber zentralplus angekündigt.

Aber das Geld muss bis Ende 2023 zurückbezahlt sein, sonst werden Einschränkungen in der sportlichen Kompetivität unumgänglich. Darum appelliert Finanzchef Richard Furrer an alle, die den FC Luzern im Herzen tragen: «Wir sind jetzt erst recht auf die Unterstützung aller angewiesen.»

Sein ambitioniertes Ziel ist es, bereits Ende 2022 die fünf Millionen beisammen zu haben, um die finanzielle Verpflichtung ohne drohende Konsequenzen erfüllen zu können.

Neue Abo-Card für aktuelle Inhaber gratis

Einen ersten Anhaltspunkt, wie gross die Solidarität der Zentralschweizer Bevölkerung mit dem finanziell in engen Hosen steckenden FCL ist, wird die Klubleitung in der nächsten Zeit bekommen.

An diesem Freitag erhält jeder aktuelle Abocard-Besitzer Post vom FC Luzern. Er wird darüber orientiert, dass er die Saisonkarte für die nächste Saison kostenlos zugestellt bekommen wird. Dabei steht es ihm frei, einen seiner Ansicht nach angemessenen Beitrag einzuzahlen.

Weil der FCL wegen der andauernden Coronapandemie seinen Teil der vertraglichen Pflicht gegenüber einen zahlenden Fan nicht einhalten konnte, sah er dieses Vorgehen als einzig gangbaren Weg an. Rund 4000 Briefe werden in die Briefkästen der Zentralschweiz flattern.

Wer sich seine neue Abo-Card auf freiwilliger Basis etwas kosten lässt, wird im Garderobengang des FC Luzern mit Namen verewigt.

Neue FCL-Strategie muss noch finalisiert werden

Stefan Wolf, seit dem 11. Februar 2021 als FCL-Präsident in Amt und Würden (zentralplus berichtete) und seine Verwaltungsratskollegen benötigen noch etwas Zeit, um die neue Strategie mit konkreten Inhalten zu befüllen und bekanntzugeben. Sie sind dabei, eine Gesamtstrategie bis 2025 mit einem klaren Plan aufzubauen, heisst es in einer Medienmitteilung der Luzerner.

Das Gremium wird innerhalb der Handlungsfelder Sport (1. Mannschaft, Nachwuchs, Frauenfussball), Finanzen, Gesamtorganisation, Kultur und Kommunikation klare kurz-, mittel- und langfristige Ziele und Strategien definieren.

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6 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 19.03.2021, 10:37 Uhr

    In meinen Augen ist dies ein weiteres satirisches Schmankerl, dass sich die FCL-Führung leistet. Man biedert sich beim Pöbel an, welches man sonst aus der VIP-Lounge von oben herab beobachten kann. Bereitwillig verzichtet man in Luzern auf A-fonds-perdu-Beiträge des Bundes an, weil man Löhne nicht senken möchte. Man vergisst die Verantwortung gegenüber dem Breitensport, schützt hochbezahlte Angestellte, leistet Lohnfortzahlungen an entlassene Trainer in Millionenhöhe und deckt so, die unprofessionelle Arbeit eines Sportchefes (äusserst plakativ formuliert). Natürlich kann man argumentieren, dass man keine Steuergelder in Anspruch nimmt. Doch angesichts der Tatsache, dass der FC Luzern tief verschuldet ist und somit nicht gut arbeitet, grenzt es schon an eine gewisse Überheblichkeit, dass gerade millionenschwere Unternehmer den FC Luzern dazu bewegen, dass der Verein nun beim Pöbel um Geld betteln muss. In Anbetracht der exorbitant hohen Löhne seiner Angestellten sehr stillos.

  2. Mac Tanner, 18.03.2021, 23:22 Uhr

    Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, A-fonds-perdu-Beiträge zu beziehen, welche nicht zurück bezahlt werden müssen. So müsste man nicht die Fans angebetteln. Aber in Luzern wehrt man sich mit Händen und Füssen gegen Lohntransparenz, Verpflichtungen gegenüber dem Breitensport usw. Daher finde ich die Tatsache, dass der FCL lieber seine Fans anbettelt, als die Rahmenbedingungen der A-fonds-perdu-Beiträge zu erfüllen, äusserst spannend. Aber die Luzern-Fans rechnen, gemäss den meisten Leserkommentaren, offensichtlich nach eingespartem Bierpreis ab, daher erstaunt es mich nicht, das der perfide Plan der FCL-Führung nicht durchschaut wird. Im Schweizer Fussball wird aktuell um jeden Preis ein krankes, kaputtes System zu schützen versucht, anstatt die Pandemie als Chance zu nehmen, die Liga und die Vereine auf ein gesundes Mass zurückzuschrumpfen.

  3. paul, 18.03.2021, 21:45 Uhr

    pitsch ! bravo! jeder soll unterstützen was er will. nörgelis müssen ja nix bezshlen.
    finde der fcl macht das gar nicht so schlecht ….
    toi toi toi alken

  4. Müller ken, 18.03.2021, 21:39 Uhr

    BRAVO!

    Ich glaube an die FCL Fans, ich jedenfalls zahle 100% ein, habe schliesslich viele Bierkosten eingespart. Damit unser – unterdessen – toller (noch nicht ganz so erfolgreich) Fussball weiterleben kann (und dies über Generationen hinweg) benötigt es Alle. Denkt daran der FCL kann nichts für die Pandemie, die letzte Karte haben alle aufgrund der Lage der Pandemie selber gekauft (freier Entscheid).

  5. Mac Tanner, 18.03.2021, 19:59 Uhr

    Die Aktion mit der Gratis-ABO-Card werte ich mal so, dass der Aboschwund zwischen der letzten und der aktuellen Saison wohl um einiges grösser war, als es die Verantwortlichen je zugegeben haben. Da die AGB‘s zur ABO-Card dermassen einseitig und unfair sind, wären sie wohl kaum freiwillig dazu bereit! Was jetzt folgt ist die Betteltour beim achso ungeliebten Volch abseits der Haupttribühne. Von mir gibts keinen Rappen! Tipp: Unterstützt besser den Amateur- und Breitensport als das Spielzeug gewisser Herren!

    1. Pitsch Weber, 18.03.2021, 21:20 Uhr

      Punkt 1: der Fcl kann sowenig für die Pandemie wie du, aber vielleicht hast du ja während der Pandemie andere Kanäle (netflix) benutzt und hast davon profitiert

      Punkt 2: es stand dir frei die abocard zu verlängern, auch ich habe für rund 1200 CHF exakt ein Spiel gesehen, habe mir selber aber die Verpflegung im Stadion gespart

      Punkt 3: exakt diesen eingesparten abobetrag rechne ich mal 20 spiele hoch und zahle dies dem FCL für die neue Abocard sowie 50% meiner abocard
      (4x 5.50 x 20 Spiele= 440 CHF plus 750 gleich gerundet 1200 CHF sowie die Hoffnung dass die Pandemie das Zuschauen wieder zulässt.

      Punkt 4: allez Lozärn

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