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Die nächste Pleite in Lugano
Der FC Luzern im freien Fall

  • Lesezeit: 3 min
  • Kommentar: 1
Sein Job steht nach der Niederlage in Lugano zur Debatte: FCL-Trainer Fabio Celestini.
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Sein Job steht nach der Niederlage in Lugano zur Debatte: FCL-Trainer Fabio Celestini. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Steht Cupsiegertrainer Fabio Celestini (46) trotz einem bis 2023 weiter laufenden Vertrag kurz vor seiner Freistellung als FCL-Trainer? Nach dem 1:3 gegen den FC Lugano sind die Luzerner neu Tabellenletzter – und sie haben schon fünf Punkte Rückstand aufs rettende Ufer.

Die sechste Niederlage von Fabio Celestinis Mannen im 14. Meisterschaftsspiel zeichnete sich schon zur Pause ab. Bis dahin hatten Ziegler (4.), Amoura (35.) und Maric mittels Penalty in der Nachspielzeit für die Tessiner getroffen. Für die Gäste hatte Dejan Sorgic den zwischenzeitlichen Ausgleich (10.) erzielt.

In der zweiten Halbzeit begann quasi das «Celestini-Playoff». Hätten sich die Luzerner vorführen lassen, wäre Fabio Celestini seinen Job so gut wie sicher los gewesen. Aber sie zeigten Willen und bemühten sich, den Geschehnissen auf dem Fussballplatz einen anderen Lauf zu geben.

Sie zeigten damit, dass sie nach wie vor hinter ihrem Übungsleiter stehen. Weil es aber am Können mangelt, blieb eine Wende ausser Reichweite. Ein Signal, das Angst machen muss.

Videosession mit Meyer

Damit gibt es eine immer stärkere Übereinstimmung zwischen dem, was intern im Klub schief läuft (zentralplus berichtete) und den unbefriedigenden Auftritten der Luzerner in der Meisterschaft. Der FC Luzern befindet sich im freien Fall – und der Klub wird jetzt auf die eine oder andere Art Handlungsfähigkeit beweisen müssen.

Man kann davon ausgehen, dass die Klubverantwortlichen heute die Videotelefonie bemühen werden, um den nach einer Corona-Infektion in Selbstisolation befindlichen Sportchef Remo Meyer zu konsultieren und das weitere Vorgehen gemeinsam zu beratschlagen. Meyer hat den Vertrag mit Fabio Celestini Anfang Jahr um zwei Jahre bis im Sommer 2023 verlängert.

Seit Saisonstart ist der FC Luzern nie mehr in die Gänge gekommen und hinkte dem Leistungsniveau vom Cupfinal deutlich hinterher (zentralplus berichtete). Nach der Niederlage in Lugano und dem 1:0-Sieg von Lausanne in St. Gallen ist er auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Viel bedrohlicher noch: Der Rückstand auf Platz 8, auf das rettende Ufer, beträgt aktuell fünf Punkte.

Wird Michel Renggli zum Thema?

Kommt dazu, dass sich in den letzten Tagen und Wochen eine Anti-Celestini-Stimmung eingenistet hat. Befeuert von Kräften im Hintergrund, die den Romand nach fast zwei Jahren beim FC Luzern unbedingt weghaben wollen. Das wird den Druck auf Remo Meyer zusätzlich erhöhen, sich von seinem Bruder im Geiste, was eine moderne Auffassung von Fussball betrifft, zu trennen.

Denn eine kreative Lösung traut man dem aktuellen Führungsgremium der Luzerner kaum zu. Allerdings bleibt dem Klub auch bei einem möglichen Trainerwechsel ein gravierendes Problem erhalten: Die Mannschaft hat nicht die Qualität, um ein höheres Leistungsniveau zu erreichen. Fabio Celestini hat sich in seiner Taktik flexibel gezeigt, nachdem seine Schützlinge ins Schlittern geraten waren. Gebracht hat es nicht viel.

Vielleicht kommt im Verlauf des heutigen Abends bei den Diskussionen der Klubverantwortlichen der Name von Michel Renggli ins Spiel. Der frühere FCL-Spieler wird im nächsten Mai den Lehrgang zum Erhalt der Uefa-Pro-Lizenz abschliessen. Er übernahm nach der Entlassung von Davide Morandi Mitte Oktober für drei Spiele interimistisch den Trainerjob beim SC Kriens und fuhr den ersten Saisonsieg des Tabellenletzten in der Challenge League ein.

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1 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 22.11.2021, 10:29 Uhr

    Erfolgreiche Unternehmer sollten es doch besser wissen, wie man ein Unternehmen richtig führt. So wie der FC Luzern zurzeit aufgestellt ist, kann man nicht erfolgreich führen. Dies sollten die beiden Herren Alpstaeg und Bieri doch wissen. Es wird schnell klar, wer beim FC Luzern tatsächlich das Sagen hat. Die Installation seiner Adlaten offenbart, dass Herr Alpstaeg nicht nur Investor ist. Selbstverständlich hat er sich gleich selber bei der neuen Vergabe des Stadionnamen einen netten Rabatt gewährt. Ohne Konsequenzen bleibt die desaströse Vereinsführung durch Herr Studhalter, welcher das Finanzdebakel zu verantworten hat. Als Nachfolger hat man einen weiteren Stadthalter installiert. Bleibt die Frage, warum der Sportchef nicht kontrolliert wird (Thema: Badstuber etc.).
    Herr Alpstaeg muss nun die Konsequenzen ziehen. Entweder führt er seine Adlaten enger oder führt das Unternehmen FC Luzern selbst.
    Was ist zu tun? Kurzfristige Massnahmen tätigen und den drohenden Abstieg verhindert (neuer Trainer, neuer Sportchef etc.)
    Längerfristig ist tatsächlich ein Sportchef zu installieren, der willig und kompetent ist, den Kader des FC Luzern erfolgreich aufzustellen. Dazu gehören auch die richtigen Leute im Junioren-/Nachwuchsbereich. Weiter muss die Vereinsführung neu aufgestellt und mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet werden. Selbstverständlich bedeutet dies, dass sämtliche Personen in Frage gestellt werden müssen.
    Die Alternative heisst der direkte Abstieg in die Challenge League! Was dies für den FC Luzern bedeutet würde, beantwortet ein Blick nach Gelsenkirchen.

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