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Der FC Luzern gibt ein Lebenszeichen von sich
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YB-Torschütze Roger Assalé (vorne) kann sich dieses Mal nicht gegen Luzerns Innenverteidiger Stefan Knezevic durchsetzen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Ein 2:2 nach hart umkämpftem Spiel gegen Meister YB Der FC Luzern gibt ein Lebenszeichen von sich

4 min Lesezeit 01.09.2019, 21:04 Uhr

Für die Jobsicherheit von FCL-Trainer Thomas Häberli wird es ein wichtiges Signal gewesen sein: Nach drei Niederlagen in Folge trotzt seine Mannschaft den Young Boys ein Unentschieden ab. Dabei zeigte sie endlich Mut und Leidenschaft.

Er hatte die Fassung verloren. Als Christian Schwegler in der Nachspielzeit Roger Assalé vor der eigenen Strafraumgrenze zu Fall brachte und dafür die zweite gelbe Karte gezeigt bekam, fing der FCL-Verteidiger in Richtung des Schiedsrichters höhnisch zu klatschen an.

Auch sein Chef Thomas Häberli drückte gut eine halbe Stunde nach dem Ende dieser emotionalen Partie sein Unverständnis für den Entscheid des Unparteiischen aus: «Bei unserem Angriff unmittelbar davor wurde Tsiy Ndenge gefoult, erhielt aber den Freistoss nicht zugesprochen. Auf unserer Seite wird hingegen gepfiffen. Das verstehe ich nicht.»

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So etwas könne den Spielausgang massgeblich beeinflussen, merkte Häberli an. Tat es in diesem Fall aber nicht. Es blieb beim 2:2. Die Partie hätte wohl auch keinen Sieger verdient gehabt.

FCL-Verteidiger prägen das Spiel

Es waren die FCL-Verteidiger, welche die Geschichte des dritten FCL-Heimspiels prägten. Zunächst in negativem Sinne: Als die letzten zehn Minuten vor dem Pausentee anbrachen und der FCL durch ein Tor Ndiayes zu Recht in Führung lag, schnitzerte Innenverteidiger Stefan Knezevic mit einem Stellungsfehler. Ein Abschlag von FCL-Goalie Marius Müller kam postwendend zurück und Roger Assalé entwischte Knezevic.

Der Luzerner wusste sich in der Not nur noch mit einem Foul im Sechzehner zu helfen. Den fällig gewordenen Elfmeter nutzte Jean-Pierre Nsame souverän. Es war der erste Torschuss der Berner in dieser Partie.

Der Pausenstand tat den Luzernern weh

Und dieser Assalé stellte das Spielgeschehen noch vor dem Pausenpfiff gar auf den Kopf. Mit einer simplen Finte machte er Schwegler und Knezevic an der Luzerner Strafraumgrenze nass und erhöhte auf die 2:1 für die Berner. «Es tat weh, nach einer guten Leistung in der ersten Halbzeit in Rückstand zu liegen», bekannte Häberli.

«Ich kann auch offensiv spielen. Aber vielleicht bin ich als Sechser noch besser.»

FCL-Mittelfeldspieler Marvin Schulz

Durchaus nachvollziehbar: Der Trainer wählte mit einem offensiveren 4-4-2 endlich eine neue Grundordnung und wurde dafür belohnt. Die Luzerner schüttelten ihre Lethargie ab, trauten sich etwas zu und wurden für ihren Mut, ihre Energie und Leidenschaft belohnt. Der unaufhörlich rennende Ibrahima Ndiaye nutzte die dritte gute Chance der Luzerner in der 22. Minute zum 1:0.

Margiotta und Schulz blühen auf

Es erweckte den Eindruck, als habe Häberli nach fünf Meisterschaftsspielen im defensiv ausgerichteten 4-2-3-1-System einen Ansatz gefunden, um sein Offensivrätsel endlich lösen zu können. Francesco Margiotta braucht einen Stürmer neben sich, um sich entfalten zu können. Das hat er bei seinem Querpass zum 1:0 demonstriert.

Im Huckepack feierten sie das 2:2 vor der FCL-Stehrampe: Torschütze Lucas Alves mit FCL-Captain Pascal Schürpf auf dem Rücken. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Aber auch Marvin Schulz zeigte sein wohl bestes Saisonspiel. Als Sechser kann er seine Wucht, seine Zweikampfstärke einbringen. Und nach vorne geschickte Pässe spielen. Ein solcher setzte Ndiaye knapp am weiteren Pfosten vorbei.

Passt ein 4-4-2 dem FCL besser?

Entspricht das 4-4-2 den Qualitäten dieses FCL nicht besser? Nach einem Augenblick des Nachdenkens entgegnete Schulz: «So genau kann ich das nicht sagen. Wichtig war, dass jeder für jeden arbeitete, dass wir uns als Einheit präsentierten.»

Auf die Frage, ob er denn nicht auch das Gefühl habe, dass ihm die defensive Mittelfeldposition am besten liege, bemerkte er: «Ich kann auch offensiv spielen. Aber vielleicht bin ich als Sechser noch besser.»

Am schlechtesten aber sicher auf der rechten Aussenbahn (zentralplus berichtete). Schulz fing bei diesem Einwurf zu lachen an und sagte: «Ja, das Projekt ist wohl beendet.»

Alves nutzt seine zweite Kopfballchance

Um die Geschichte der FCL-Verteidiger zu Ende zu erzählen: Seine zweite Kopfballchance machte Lucas Alves rein. Es war das vielbejubelte 2:2 in der 60. Minute. Der stämmige Innenverteidiger hatte einen Corner Margiottas verwertet, nachdem er kurz nach Spielbeginn aus einer eigentlich noch besseren Position fast schon kläglich gescheitert war.

Mit den beiden Toren gegen Meister YB hat der FCL die Hälfte der Ausbeute realisiert, die ihm in den fünf vorausgegangenen Partien geglückt war. Auch das scheint für einen Systemwechsel zu sprechen.

Der FCL wird nun mit einem guten Gefühl in die Nationalmannschaftspause steigen. Am Sonntag in zwei Wochen geht es mit dem Cupspiel in Wohlen weiter. Wiederum sieben Tage später mit dem nächsten Meisterschaftsspiel in Lugano.

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