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«Der EVZ ist wohl der am besten aufgestellte Klub Europas»
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Dan Tangnes hat sich todesmutig unseren 50 Fragen gestellt. (Bild: wia)

50 Fragen an den neuen Headcoach Dan Tangnes «Der EVZ ist wohl der am besten aufgestellte Klub Europas»

15 min Lesezeit 01.07.2018, 06:32 Uhr

Vor kurzem hielt Dan Tangnes Einzug beim EV Zug. Und auch wenn er selbst seinen neuen Arbeitgeber als «den am besten aufgestellten Club Europas» bezeichnet: Nur mit netten Worten lassen wir den neuen Headcoach nicht davonkommen, sondern stellten dem gebürtigen Norweger 50 Fragen.

Nach 19 Jahren ist mit Dan Tangnes wieder ein Skandinavier am Drücker. Der neue EVZ-Coach wurde in Norwegen geboren, hat jedoch die Hälfte seines 39-jährigen Lebens in Schweden verbracht. Erst als Hockeyspieler, dann als Coach. Die letzten vier Jahre beim Erstligisten Linköping HC. Wir treffen den EVZ-Neuling in der Bossard Arena. Tangnes kommt an, leicht verspätet, und entschuldigt sich mehrmals. Er sei ausgesperrt gewesen, erklärt er. In der Hand hält er dennoch einen Schlüssel. Seinen neuen Wohnungsschlüssel, erklärt er. Und das, obwohl er die Wohnung noch gar nicht live gesehen habe.

1. Dan Tangnes, Sie haben Ihren Job als Trainer in Zug bereits angetreten. Ihrem unbenutzten Wohnungsschlüssel nach zu urteilen, pendeln Sie aber noch immer zwischen Schweden und der Schweiz und haben sich noch nicht gänzlich in Zug niedergelassen.

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Nein, noch reise ich hin und her. Aktuell bin ich gerade während einer Woche hier und reise dann zurück nach Südschweden, wo meine Frau und meine Tochter noch leben. Am 22. Juli ziehen wir gemeinsam nach Cham.

2. Haben Sie schon einen Lieblingsort in Zug?

Ich hatte die letzten Abende etwas Zeit, um spazieren zu gehen und mir die Stadt anzuschauen. Die Altstadt und die Seepromenade gefallen mir bereits sehr gut.

3. Wenn Sie wählen müssten: Zugerberg oder Zugersee?

Das ist für mich das Spezielle an der Schweiz: Man hat sowohl die Berge als auch die Seen. Darum würde ich mich für beides entscheiden. Obwohl ich noch nicht einmal auf dem Zugerberg war. Das wird sich jedoch hoffentlich bald ändern.

4. Sie arbeiten ja nun im Crypto Valley. Sind Sie selber im Besitz von Cryptowährungen?

Nein, bis jetzt nicht. So weit ich weiss, ist es aber gerade nicht empfehlenswert, Bitcoin zu kaufen.

5. Was ist Ihr Lieblingsessen aus Ihrem Heimatland Norwegen?

Es gibt dieses spezielle Gericht, das meine Grossmutter manchmal für mich kochte, mit Schinken und Kartoffelstock. Ausserdem jede Art von Fisch.

6. Und gibt es bereits ein Schweizer Gericht, das Sie besonders mögen?

In Skandinavien kennen wir vor allem Fondue und Rösti. Ich möchte jedoch mehr über die Schweizer Küche erfahren. Gerade heute Abend gehe ich mit Josh Holden in ein Restaurant mit Schweizer Küche essen.

7. Nun zur sportlichen Seite. Sie haben Ihren Job hier vor einigen Wochen angetreten. Was sind Ihre ersten Eindrücke vom EVZ und von Ihrem neuen Team?

Als ich das erste Mal hier war, habe ich vor allem das Management kennengelernt. Dieses Mal die Spieler und das Coaching-Team. Ich bin beeindruckt, wie gut der Verein organisiert ist und wie toll die Infrastruktur hier ist. Nicht unbedingt von der Grösse oder den Anlagen her, doch im Bezug auf ihre Spielerentwicklung. Mit den Ausbildungsmöglichkeiten bei der Academy und dem entstehenden Kompetenzzentrum «OYM» in Cham ist der EVZ wohl der am besten aufgestellte Club Europas.

8. Inwiefern ist Schweizer Hockey anders als Skandinavisches?

Es ist wohl noch etwas früh, diese Frage abschliessend zu beantworten. Mein erster Eindruck ist jedoch, dass die Schweizer offener spielen und dadurch viele Torchancen haben. In der schwedischen Liga wird defensiver gespielt.

9. Immer wieder wurde geschrieben, dass Ihnen die Entwicklung junger Spieler besonders am Herzen liege. Ist dem so?

Natürlich ist es erstrebenswert, dass etwa Academy-Spieler den Sprung in die NLA und womöglich in die NHL schaffen. Dennoch muss ich die Aussage relativieren. Mit Linköping hatte ich eine Erfolgsgeschichte im Bezug auf die Entwicklung jüngerer Spieler. Das hatte jedoch seinen Grund. Vor drei Jahren wurde uns das Budget massiv gekürzt. Von einem Team mit vielen hochdekorierten Spielern wandelten wir uns in ein Team mit vielen jungen Spielern. Trotzdem blieben wir in der ersten Liga. Es stimmt also, dass ich viel Erfahrung gesammelt habe in der Entwicklung junger Spieler. Doch war das kein bewusster Schritt.

10. Sie unterstützen jedoch den Ansatz, dass man auch Jungen Verantwortung übergeben soll. Auch Ihr neuer Assistent Stefan Hedlund hat bei der Academy nach diesem Motto gearbeitet. Ein skandinavischer Ansatz?

Vielleicht. Wenn ein Spieler erfolgreich sein will, muss er Verantwortung tragen. Es ist wichtig, dass sich die Spieler an bestimmte Situationen gewöhnen, damit sie wissen, was sie im Match erwartet. Falls sie keinen Erfolg haben, arbeite ich mit ihnen daran, was sie besser machen können. Wenn man den jungen Spielern diese Verantwortung nicht überträgt, weiss man gar nicht, welches Potenzial in ihnen schlummert. Aber man muss aufpassen.

11. Inwiefern?

Diese Herangehensweise beschränkt sich nicht auf junge Spieler. Man darf etablierte Spieler wie beispielsweise Raphael Diaz nicht als fertige Produkte betrachten. Dasselbe, was für junge Spieler gilt, gilt nämlich auch für ihn. Es ist für alle wichtig, ihr Potenzial auszuschöpfen. Egal, ob Sie Journalistin sind oder Eishockeyspieler. Egal, ob man 16 oder 36 Jahre alt ist.

12. CEO Patrick Lengwiler hat Sie als «Wunschkandidaten» für den Trainerposten betitelt. Ist das eine Ehre oder bedeutet das eher Druck?

Das ist natürlich schmeichelhaft. Druck kommt jedoch erfahrungsgemäss vor allem von mir selbst oder von meinem Team. Dennoch bin ich überzeugt von dem, was ich tue, und ich hoffe, dass das andere auch so wahrnehmen.

13. Was ist Ihre Formel für den Erfolg?

Gute Kommunikation. Zudem volles Vertrauen zwischen Trainern und Spielern. Nur so können sich diese verbessern. Weiter braucht es den Fokus auf die Stärken der Spieler und Geduld. Jeder Spieler hat mehr als nur eine Chance verdient.

14. In den letzten Jahren scheiterte der EVZ mehrmals im Viertelfinal. Auch Ihr Team in Linköping schied in den letzten drei Saisons im Viertelfinal aus. Ist das eine Tradition, mit der Sie gerne brechen würden?

(lacht.) Sehr sogar. Auch wenn ich das Ergebnis während der letzten drei Jahre nicht als Versagen ansehe. Gemessen an den Umständen war das eher eine Erfolgsgeschichte.

15. Es wird gesagt, Sie verliessen Linköping, weil Sie nicht genügend Energie hatten, um das Team weiter zu coachen. Was braucht es, dass Ihr Energielevel in Zug konstant hoch bleibt?

Ich glaube, diese Aussage in den Medien war ein Missverständnis. Auch nach vier Jahren beim Verein konnte ich das Team nicht auf das nächste Level bringen. Die Philosophie im Verein war eine andere, als ich sie hatte. Wir hatten unterschiedliche Ansichten bezüglich der weiteren Strategie. Ich glaube, es ist besser, einen Verein zu verlassen, statt weiter als Coach tätig zu sein, ohne 100 Prozent hinter der eigenen Arbeit zu stehen. Der Hauptgrund, warum ich Linköping jedoch verliess, ist, dass meine Familie während meiner Zeit dort im Süden Schwedens lebte. Das war sehr unbefriedigend.

16. Es gibt Leute, die sagen, Sie seien als Hockeyspieler zu wenig ambitioniert gewesen.

Das stimmt wohl. Ich war immer ein guter Spieler in meiner Altersklasse, war mit 18 Jahren Teil der Nationalmannschaft. Doch sobald die Dinge nicht reibungslos liefen, tat ich mich schwer. So entschied ich mich, mit dem Spielen aufzuhören und stattdessen zu coachen. Daneben arbeitete ich in der Baubranche, zuletzt als Projektmanager. So konnte ich zwei Leidenschaften kombinieren.

17. Haben Sie sich nie überlegt, zurückzukehren in die Baubranche? Gerade, als es in Linköping nicht rund lief?

Überhaupt nicht. Man lernt, mit harten Zeiten umzugehen. Und man lernt, zwischen sich selbst als Mensch und als Coach zu differenzieren. Ich sage nicht, dass ich die Herausforderung liebe, doch bin ich mir bewusst, dass es Zeiten gibt, in denen man weniger zufrieden ist.

18. Sie haben bei den Vertragsverhandlungen auf die Unterstützung zweier Assistenztrainer bestanden. Warum?

Wir wollen den EVZ entwickeln. Wenn man das seriös machen will, reichen zwei Trainer nicht. In der NLA-Mannschaft stehen 24 Spieler. Das Ziel ist, dass man diese alle erreicht. Während eines Spiels kommt das nicht darauf an, aber in der Arbeit davor und danach machen drei Trainer durchaus Sinn.

19. Warum glauben Sie, dass Sie sich mit Ihren beiden Assistenztrainern Stefan Hedlund und Josh Holden verstehen werden?

Es ist wichtig für den EVZ, dass wir auch über Trainer verfügen, die den Club gut kennen, wie das Holden tut, und denen der Verein stark am Herzen liegt. Hedlund hat einen ähnlichen Hintergrund wie ich, das dürfte die Zusammenarbeit vereinfachen. Es ist mir lieber, zwei Männer mit weniger Erfahrung zu haben, die sich jedoch zu hundert Prozent einsetzen wollen fürs Team und die gleiche Strategie haben. Obwohl es vielleicht der einfachere Weg wäre, einen 55-Jährigen zu engagieren, der schon 30 Jahre Erfahrung hat.

Dan Tangnes hat sich todesmutig unseren 50 Fragen gestellt.

Dan Tangnes hat sich todesmutig unseren 50 Fragen gestellt.

(Bild: wia)

20. Sie sagen, Sie teilen die Visionen, die der EVZ hat. Inwiefern?

Im Bezug auf die Entwicklung der Spieler mittels Academy oder dem OYM. Natürlich ist es wichtig, Titel zu gewinnen. Doch es ist wichtig, das entsprechende Umfeld zu generieren, um Spieler zu verbessern. Zudem ist der EVZ innovativ und scheut sich nicht davor, Neues auszuprobieren.

21. Man könnte es innovativ nennen, dass der Verein Sie zum neuen Coach gewählt hat. Man hätte sich, wie Sie es schon angetönt haben, einen erfahrenen, älteren Trainer suchen können, der bereits viele Titel gewonnen hat.

Ja, nun hat man einen 39-Jährigen gewählt, der dreimal hintereinander im Viertelfinal ausschied. Doch denke ich, der EVZ hat sich den Entscheid gut überlegt. Mittlerweile habe ich innerhalb Europas bereits ein gewisses Ansehen erlangt.

22. Welches sind Ihre Strategien, damit Ihr Team auch während schwierigen Phasen positiv bleibt?

Es ist sehr wichtig, dass bereits zu Beginn der Saison eine klare Strategie festgelegt wird, an der man sich zu jeder Zeit orientieren kann. Und es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass es immer Ups und Downs gibt. Zudem bin ich jemand, der Feedbacks enorm wichtig findet. Gegen aussen wird vor allem wahrgenommen, ob man verloren oder gewonnen hat. Für uns ist das Warum jedoch genauso wichtig. Wir dürfen uns von schwierigen Phasen nicht zu sehr entmutigen lassen. Genauso wenig, wie wir bei guten Phasen euphorisch sein sollten.

23. Wie verhalten Sie sich gegenüber Schiedsrichtern? Haben Sie ein feuriges Temperament wie etwa HCD-Trainer Arno del Curto, oder sind Sie ein Gentleman, wie es Harold Kreis war?

Ich bin sicher nicht so exzentrisch wie del Curto. Die eigenen Emotionen sollten einen nicht im Griff haben. Ich bin aber auch nicht so ruhig wie Kreis. Wie bereits gesagt, ist es mir wichtig, ausgeglichen zu sein. Und authentisch.

24. Was werden Sie anders machen als Harold Kreis?

Das ist eine schwierige Frage und ich habe mich ehrlich gesagt nicht allzu stark mit seiner Herangehensweise befasst. Ich habe höchsten Respekt dafür, was Harold Kreis gemacht hat. Er ist ein sehr guter Coach. Doch wurde ich aus einem bestimmten Grund angestellt. Mich interessiert, was ab jetzt passiert. Dazu gehört, eine klare Identität zu schaffen. Und zwar gegen innen, wie auch gegen aussen. Weiter wollen wir Spieler entwickeln, egal ob jung oder alt.

25. Was würden Ihre früheren Spieler in Linköping über Sie sagen?

Ich hoffe, und ich denke, dass sie mich als leidenschaftlichen, direkten und unterstützenden Coach wahrgenommen haben, der ihnen darin geholfen hat, besser zu werden und zu gewinnen. Und dass ich sie mit Respekt behandelt habe. Bei 24 Spielern wird es zweifellos den einen oder anderen geben, der findet, ich hätte ihm nicht genügend vertraut und ihm nicht genügend Eiszeit gegeben. Dennoch denke ich, dass ich als ein fairer Coach angesehen wurde.

26. Nun möchten wir noch etwas über Sie persönlich erfahren. Wofür interessieren Sie sich, abgesehen von Hockey?

Reisen. Meine Familie und ich versuchen, regelmässig zu verreisen. Abgesehen davon: Paddle-Tennis. Das ist eine eher unbekannte Sportart. Ich bin gar nicht sicher, ob es in Zug Plätze dafür gibt. Ich weiss nur, dass es in Wädenswil eine Anlage gibt.

27. Stellen Sie sich vor, es brennt und Sie müssten Ihr Haus so schnell wie möglich verlassen. Welche drei Gegenstände würden Sie mitnehmen?

Ich bin wohl genauso süchtig nach meinem Handy wie alle anderen Menschen, darum wäre das mein erster Gegenstand. Der zweite. Hm. Ein paar gute Flaschen Wein vermutlich. Und der Laptop, auf dem alle meine Daten drauf sind.

28. Wenn Sie zurückblicken auf Ihr bisheriges Leben: Gibt es etwas, was Sie bereuen und heute anders machen würden?

Ich bin von Zuhause weggezogen, als ich erst 16 Jahre alt war, um meine Eishockey-Karriere in Schweden zu beginnen. Heute weiss ich, dass ich nicht reif genug war für diesen Schritt.

29. Sie haben Ihr halbes Leben in Norwegen, die andere Hälfte in Schweden verbracht. Welche Dinge dieser beiden Länder werden Sie hier vermissen?

(lacht.) Im Moment bin ich in einer Phase, in der ich mich nur darüber freue, hier zu sein. Doch als ich herkam, musste ich Stefan Hedlund etwa drei Kilo schwedische Süssigkeiten mitbringen. Das wird wohl das sein, was auch ich vermissen werde. Und aus Norwegen: Es gibt ein norwegisches Glacé, das mich sehr an meine Kindheit erinnert. – Nun merke ich gerade, dass es vor allem Süssigkeiten sind, die ich vermisse. Das ist nicht so gut, oder? (Wieder lacht er.)

30. Welcher Mannschaft drücken Sie an der Fussball-WM die Daumen?

Während der Hockey-WM drückte ich der Schweiz die Daumen. Es wäre eine schöne Abwechslung gewesen, hätten die Schweizer die Meisterschaft gewonnen. Beim Fussball bin ich sowohl für Schweden als auch für die Schweiz.

31. Sie sind Hockey-Coach und Vater: Ein Kind grossziehen und ein Team coachen – kann das Eine vom Anderen profitieren?

Absolut. In beiden Bereichen geht es primär um Führung und Wegleitung. Man probiert verschiedene Strategien aus. Die Erziehung von Haustieren funktioniert übrigens nach dem gleichen Prinzip. Wir haben seit einem Jahr einen Mops namens Glenn. – Ich hätte zwar nie gedacht, dass ich je einen Mops haben werde. Mittlerweile ist er mir jedoch sehr ans Herz gewachsen. – Um den Hund zu erziehen, muss ich ihn zu etwas ermutigen, indem ich ihm beispielsweise Leckerli gebe. Bestrafe ich ihn, indem ich ihn schlage, wird er mir zwar eine Weile folgen, doch respektiert er mich nicht.

32. Was haben Sie während Ihres ersten Sommers in der Schweiz geplant?

Meine Familie und ich, wir werden noch vier Wochen in Südschweden verbringen. Die letzten vier Wochen vor der Saison sind wir in der Schweiz. Es gibt noch viel zu tun. So müssen wir etwa die Wohnung noch fertig einrichten und Möbel einkaufen. Meine Tochter wird hier in die zweite Klasse gehen und davor gibt es noch Sitzungen. Ansonsten planen wir, unsere neue Heimat besser kennen zu lernen.

33. Was halten Ihre Frau und Ihre Tochter davon, in die Schweiz zu ziehen?

Ich war während vier Jahren in Linköping, während meine Familie in Südschweden lebte. Sie wollten nicht innerhalb Schwedens umherziehen. Der Umzug in die Schweiz ist jedoch für alle ein Abenteuer. Es gibt eine neue Sprache zu lernen, eine neue Kultur. Auch wenn meine achtjährige Tochter gerade realisiert hat, dass sie ihre Schulfreunde zurücklassen muss und niemanden kennt in der neuen Klasse. Das macht sie schon etwas nervös.

34. Sind Sie ein guter Vater?

Ich versuche es. Ich habe bereits vor ihrer Geburt im Hockeybereich gearbeitet und war dadurch häufig abwesend während der Saison. Ich denke jedoch, sie merkt, dass sie mir sehr wichtig ist und dass ich versuche, ihr so viel Aufmerksamkeit zu geben, wie möglich.

35. Mit wem würden Sie gern im Lift stecken bleiben?

Mit Winston Churchill. Er muss ein sehr spannender und auch unterhaltsamer Mensch gewesen sein und hatte ein grosses Talent darin, die Menschen näher zueinander zu bringen. Das inspiriert mich.

36. Ihre Lieblings-Serie?

(Er studiert lange.) Ich schaue so viel Hockey … Abgesehen davon vielleicht «Suits».

37. Ihr Lieblingsfilm?

Braveheart. Und: Darkest Hour.

38. Ihr aktueller Lieblingssong?

Für die Musik ist meist meine Tochter zuständig. Ich mag vor allem Pop und R’n’B. Und auch Singer/Songwriter-Musik.

39. Können Sie uns bitte ein Selbstporträt zeichnen?

(Er lacht. Erklärt, dass er nie zeichne, und tut es dann doch. Das Resultat ist sehr modern.)

Dan Tangnes. Selbstporträt. 2018

Dan Tangnes. Selbstporträt. 2018

 

40. Wovor fürchten Sie sich?

Dass meinen Liebsten etwas passieren könnte. Und Höhen.

41. Was ist das Gefährlichste, was Sie je getan haben?

Vor einigen Jahren bin ich einmal in einem schwedischen Kampfflugzeug mitgeflogen für eine Werbung. Das war lustigerweise zusammen mit Garrett Roe. Der Flug war ziemlich heftig und ich war zeitweise ziemlich nah dran, ohnmächtig zu werden.

42. Lesen Sie?

Ja, insbesondere neben der Saison. Ich finde Lesen entspannend und inspirierend. Normalerweise lese ich Sachbücher, Biografien bekannter Personen und Bücher über Weltgeschichte. Gerade lese ich ein Buch über Churchill.

43. Was liegt denn gerade auf Ihrem Nachttisch?

Zwei weitere Bücher über Churchill.

44. Was bringt Sie zum Lachen?

Viele Dinge. Ich bin ein ziemlich entspannter, umgänglicher Typ. Ich komme mit fast allen Leuten gut aus. Davon abgesehen: Gewinnen. Gewinnen bringt mich zum Lachen.

45. Carlsberg oder Baarer Bier?

Ich habe noch nie Baarer Bier getrunken. (Wir sind entsetzt.) Ich bin eher ein Wein-Typ. Aber ich versuche, heute Abend beim Essen mit Josh Holden ein Baarer Bier zu trinken.

46. Haben Sie bereits Unterschiede festgestellt zwischen Norwegern und Schweizern?

Ja, die Kulturen sind schon unterschiedlich. Die Schweizer scheinen sehr organisiert zu sein. Das beginnt schon mit den vielen Formularen und Papieren, die man ausfüllen muss, wenn man hierher zieht. (Er lacht.) Auch scheinen die Schweizer nicht so exzentrisch zu sein. Als Beispiel: Ich bin es mich gewöhnt, morgens jeweils schnell im Büro vorbeizuschauen, um Hallo zu sagen. Wenn ich das hier mache, finden das die Mitarbeiter etwas komisch, glaube ich.

47. Was ist für Sie Luxus?

Dass ich einkaufen gehen kann, ohne auf die Preise achten zu müssen. Das ist Luxus. Als ich noch Trainer war in Linköping, haben Schülerinnen einmal ein Interview mit mir gemacht. Sie wollten wissen, wie viel ein Liter Milch kostet. – Ich hatte keine Ahnung und sagte, etwa vier Franken. Woraufhin mich die Schülerinnen ziemlich ausgelacht haben.

48. Gibt es in Ihrem Leben Rituale, die Ihnen wichtig sind?

Ja, an Spieltagen beispielsweise. Da mache ich es gleich wie die Spieler. Ich stehe früh auf und trainiere. Am Nachmittag lege ich mich hin und schlafe ein paar Stunden. Meine Frau hat sich schon darüber gewundert, warum ich das mache, da ich ja selber nicht auf dem Eis stehe. Doch wenn ich das so mache, gehe ich fokussierter an einen Match heran.

49. Wofür geben Sie gerne Geld aus?

Fürs Reisen. Man kauft sich da quasi indirekt Erinnerungen. Einige meiner besten Erinnerungen sind von Reisen, die wir gemacht haben. Und wie Josh Holden interessiere ich mich auch für Wein. Dafür gebe ich ebenfalls gern Geld aus. Ausserdem für den Hund. Etwa für Tierarztkosten und die Tagesstätte, wo wir den Hund in Schweden manchmal hingebracht haben. Die kostet dreimal mehr als die Kita unserer Tochter.

50. Wofür geben Sie nur ungern Geld aus?

Für Autoreparaturen und Verkehrsbussen.

Mit viel Ernsthaftigkeit und leicht verschämt macht sich der neue EVZ-Coach ans Zeichnen seines Selbstporträts.

Mit viel Ernsthaftigkeit und leicht verschämt macht sich der neue EVZ-Coach ans Zeichnen seines Selbstporträts.

(Bild: wia)

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