Der elfte Luzerner Tatort – mit Basman und einer Affäre für Flückiger
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Reto Flückiger verhaftet einen Verdächtigen im neusten Luzerner Tatort «Kriegssplitter». (Bild: SRF/Daniel Winkler)

«Kriegssplitter» in Luzern Der elfte Luzerner Tatort – mit Basman und einer Affäre für Flückiger

3 min Lesezeit 20.01.2017, 11:52 Uhr

Der neuste Luzerner Tatort steht bereits. Mit dabei sind wieder Stefan Gubser und Delia Mayer – und wie mittlerweile fast bei jeder Schweizer Produktion: Joel Basman. Die Thematik hört sich vielversprechend an und mit dem Regisseur – keinem Unbekannten – greift das SRF ebenfalls auf Bewährtes zurück.

Während Kommissar Reto Flückiger sich heimlich mit einer Frau in einem Hotel trifft, stürzt zwei Stockwerke über ihnen ein Journalist aus dem Fenster und stirbt. In der Wohnung des Schweizers findet die Polizei Hinweise auf undurchsichtige Verbindungen nach Tschetschenien. So beginnt der neuste Luzerner Tatort.

Liz Ritschard erfährt bald, dass der Journalist einem möglichen Kriegsverbrecher auf der Spur war. Doch kann man ihr trauen? Um das herauszufinden, müssen die Ermittler den Mann, der unter falschem Namen in der Schweiz abgetaucht sein soll, erst einmal finden. Und sie sind nicht die Einzigen, die das wollen: Eine mit Schleppern in die Schweiz gekommene junge Frau und die Familie ihres unbescholtenen Bruders geraten bei der Suche in höchste Gefahr. Und auch die russische Botschaft interessiert sich plötzlich für den Fall.

«Mein Urgrossvater besass keinen Pass, als er in die Schweiz kam.»
Delia Mayer

«Wir als Ermittler können darin bloss die verschiedenen Splitter des auf Schweizer Boden fortgeführten Konflikts zusammensetzen und in Beziehung bringen – ohne jedoch restlos klären zu können, was wirklich geschah und wahr ist», lässt sich Stefan Gubser alias Reto Flückiger in der Medienmitteilung zum Tatort zitieren.

Ein Thema, verschwunden aus den Medien

Der neute Luzerner Tatort handelt vom erschütternden Erbe eines aus den Medien verschwundenen Konflikts. «Kriegssplitter» erzählt, wie schwierig es ist, aus der Spirale der Gewalt zu entkommen, wenn die Grenzen zwischen «gut» und «böse» längst verwischt sind. Er handelt von den Langzeitfolgen eines schwelenden Konflikts, dessen gewalttätige Ausläufer in diesem fiktiven Fall in der Schweiz spürbar sind.

zentralplus traut sich an den Tatort

Selbstverständlich wird zentralplus auch beim kommenden Luzerner Tatort nicht mit Kritik geizen.

Bei der nächsten Folge am 5. März 2017 wird zentralplus kritisch mit der neuen Folge «Kriegssplitter» ins Gericht gehen. Und selbstverständlich wird auch das stets gnadenlose und höchst amüsante «Twittergewitter» nicht fehlen.

«Nur weil gewisse Themen von Medien nicht mehr aufgegriffen werden, heisst das nicht, dass sie nicht mehr existieren. Ich finde es immer wieder sehr erstaunlich, wie Gegebenheiten in den Köpfen wegrutschen, wenn sie in den Medien nicht mehr täglich erwähnt werden», betont Hauptdarstellerin Delia Mayer in der Mitteilung.

Gefälschte Pässe

Mayer ist das Thema jedoch auch aus der eigenen Familiengeschichte nicht fremd: «Mein Urgrossvater, der als Deutscher in New York geboren wurde, danach nach Chile ausgewandert ist und von dort mit seiner Familie erst zurück nach Berlin und danach in die Schweiz kam, war staatenlos. Das heisst, er besass keinen Pass, als er in die Schweiz kam.»

Im Moment assoziiere man mit gefälschten Pässen vor allem Attentäter, aber das Feld sei viel breiter und müsse differenziert betrachtet werden. «Menschen aus Kriegsgebieten oder aus Ländern mit totalitären Regimes können zuweilen nicht auf legalem Weg ihr Land verlassen. Sie werden in die Illegalität gezwungen», betont Mayer. «Ich denke, der Film schafft eine Möglichkeit, Handlungsweisen, die aus einem kriegerischen Erbe entstehen, besser einordnen zu können.»

Joel Basman und Jevgenij Sitochin im neusten Tatort. (Bild: SRF/Daniel Winkler)

Joel Basman und Jevgenij Sitochin im neusten Tatort. (Bild: SRF/Daniel Winkler)

Bekannte Gesichter – vor und hinter der Kamera

Neben Delia Mayer und Stefan Gubser stehen auch wieder Fabienne Hadorn als kriminaltechnische Leiterin und Jean-Pierre Cornu als Regierungsrat Mattmann vor der Kamera. Weitere Episodenrollen sind unter anderem mit Joel Basman – den man aus dem Schweizer Fernsehen und dem Tatort allgemein kaum noch wegdenken kann –, Brigitte Beyeler, Yelena Tronina und Johanna Bantzer besetzt.

Die Regie beim elften Schweizer Tatort «Kriegssplitter» übernimmt erneut Tobias Ineichen. Seit 2002 entstanden unter seiner Regie zwölf SRF-Fernsehfilme, darunter mehrere «Tatorte», «Upload» sowie «Jimmie» – ein Autistendrama, das als bester Schweizer Fernsehfilm ausgezeichnet wurde. Die Autoren von «Tatort – Kriegssplitter» sind Lorenz Langenegger und Stefan Brunner.

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