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Der ehemalige Pferdehof wird zum Weingut
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Weinreben auf dem Sonnenberg, die im Frühling gepflanzt wurden. (Bild: jwy)

Neuer Winzer auf dem Sonnenberg Der ehemalige Pferdehof wird zum Weingut

3 min Lesezeit 1 Kommentar 13.08.2019, 17:13 Uhr

Die Reben sind schon ausgesteckt und wachsen munter. Nun soll auch die ehemalige Scheune auf dem Sonnenberg für den Weinbau umgenutzt werden. Dafür investiert der Besitzer eine halbe Million.

Seit im Frühling die Reben ausgesteckt und gepflanzt wurden, hat jeder Sonnenbergspaziergänger gemerkt: Hier ist etwas Grosses geplant. Der Besitzer des Böschenhofs baut auf der Krete mit Blick aufs Horwer Seebecken eine Weinproduktion auf (zentralplus berichtete).

Dazu hat Hof- und Grundstücksinhaber Beat Eberli 2018 die Schönwein GmbH gegründet und macht die Ausbildung zum Winzer.

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Die Reben wachsen munter und sind schon rund einen Meter hoch. Nun soll auch die alte Scheune des ehemaligen Pferdehofs für den Weinbau umgebaut werden, wie das Baugesuch verrät, das in Kriens noch bis Ende August aufliegt.

In der Scheune soll künftig der Wein produziert und direkt auf dem Hof degustiert werden können. Äusserlich wird sich das Gebäude nicht gross verändern – die rote Holzverschalung soll bestehen bleiben. In Richtung des Wohnhauses gibt es einen Ausbau im Obergeschoss.

Keine Infos vom Besitzer

Beat Eberli gibt sich auf Anfrage zugeknöpft und will keine Auskunft zum Vorhaben machen, bevor das Baugesuch bewilligt ist.

Rund 500’000 Franken investiert der Besitzer in den Um- und Ausbau des 450-Quadratmeter-Gebäudes vis-à-vis des Restaurants Schwyzerhüsli. Das Gebäude liegt in der Landwirtschaftszone und somit nicht in der Bauzone – was bauliche Veränderungen heikel macht.

Im Erdgeschoss der Scheune sollen künftig die Trauben angeliefert und zu Wein verarbeitet werden. Zudem gibt’s ein Lager, ein Büro, eine Küche sowie einen grosszügigen Raum für Degustationen, Ausstellungen und Präsentationen sowie gedeckte Vorplätze.

Die alte Scheune auf dem Böschenhof wird für den Weinbau umgenutzt. (Bild: Baugesuch)

Im oberen Stock gibt’s weitere Lagerfläche, Platz für Technik und Labor sowie Räume für Angestellte mit Duschen. Das ist den Plänen im Baugesuch zu entnehmen.

Die grössten äusserlichen Veränderungen sind ein Vordach, das wiederhergestellt wird, neue Fenster und eine fast 150 Quadratmeter grosse Solaranlage auf dem Dach. Zudem wird für die Beheizung eine Wärmepumpe installiert.

Bewegte Vorgeschichte

Der Böschenhof hat eine bewegte Vergangenheit: Er war lange ein Reithof und Therapieort für körperlich und geistig behinderte Menschen (zentralplus berichtete). Dann gab es Probleme mit dem Kanton wegen unbewilligter Aussenbauten in der Landwirtschaftszone – ein nachträglich eingereichtes Baugesuch wurde abgelehnt.

Kürzlich wurde neben der Scheune anstelle des alten Bauernhauses ein neues Wohnhaus gebaut. Dem Bau ging ein Rechtsstreit voraus. Nach einem zehnjährigen Knatsch – unter anderem hatte sich die Interessengemeinschaft Pro Sonnenberg gewehrt – erhielt Eberli 2014 schliesslich die Baubewilligung.

Rebhang mit schönster Aussicht auf dem Sonnenberg. (Bild: jwy)

Weinbau als Aufwertung

Der Rebbau auf der Krete oberhalb des Hofs brauchte eine Bewilligung durch die kantonale Dienststelle Landwirtschaft und Wald, weil es sich betreffend Höhe um eine Grenzlage für den Weinbau handelt. Allerdings wurden alle Kriterien für die Neuanpflanzung zur Weinerzeugung erfüllt und deshalb das Vorhaben mit Auflagen bewilligt. Der Weinbau könnte auch eine bildliche und ökologische Aufwertung der Landschaft darstellen, so der Kanton.

Das Potential für Weinanbau im Gebiet Sonnenberg scheint gross. Bereits seit 2012 produziert die Rebbaugenossenschaft Sonnenberg am Fusse des Hügels erfolgreich Weine (zentralplus berichtete). Und die hiesige Weinproduktion erfreut sich in den letzen Jahren wachsender Beliebtheit.

Der geplante Rebhang und der Böschenhof.

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1 Kommentare
  1. Frau, 13.08.2019, 17:49 Uhr

    Ich finde diesen Artikel gut