Der 21. Mai soll mehr sein als ein Klimastreik-Tag
  • Gesellschaft
Klimastreikende am 18. Oktober 2019 in Luzern. (Bild: zvg)

Bewegung hat sich weiterentwickelt Der 21. Mai soll mehr sein als ein Klimastreik-Tag

4 min Lesezeit 7 Kommentare 15.05.2021, 18:00 Uhr

Der «Strike for Future» wurde bis anhin praktisch exklusiv mit der Klimastreik-Bewegung assoziiert. Mittlerweile wird der Aktionstag jedoch von einem breiten Verbund von Akteurinnen getragen. Kommende Woche soll deshalb auch auf die Zusammenhänge zwischen Klimakrise und sozialer Ungerechtigkeit hingewiesen werden.

Die Welt und ihre Probleme – ökologische und soziale – sind enger miteinander verknüpft, als uns oftmals lieb oder gar bewusst ist. Die Coronakrise hat dies im Laufe des vergangenen Jahres wiederholt mit ernüchternder Schonungslosigkeit aufgezeigt.

Diese Verknüpfung soll sich nun auch im Streik- und Aktionstag Strike for Future widerspiegeln, der in einer Woche, am 21. Mai, in Luzern und an anderen Zentralschweizer Orten stattfinden soll. Angerissen wurde das Projekt zwar von der Bewegung Klimastreik, nächste Woche werden sich jedoch eine Vielzahl von sozialen Bewegungen, Organisationen und Gewerkschaften am Aktionstag beteiligen, wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung heisst.

85 Aktionen an fünf Orten

«Wir leben in einer Welt von miteinander verbundenen Krisen», sagt Co-Organisatorin Nina Elmiger und verweist unter anderem auf die Gewalt an Frauen, intersexuellen sowie nonbinären Menschen, die während des Lockdowns zugenommen hat. Im gleichen Atemzug müsse auch das Schicksal von im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingen, die aus der Klimakrise entsprungenen Naturkatastrophen oder das unterbezahlte und überbelastete Personal in der Pflege beim Namen genannt werden.

Aus diesem Grund hätten sich in den letzten Monaten die Klimagerechtigkeitsbewegung, verschiedene NGOs, Gewerkschaften und soziale Bewegungen wie der Frauenstreik im Projekt Strike for Future zusammengeschlossen. Mit 85 Aktionen setzt sich die Strike-for-Future-Bewegung am 21. Mai für einen Wandel hin zu einer solidarischen und ökologischen Gesellschaft ein, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Die Aktionen werden an fünf Orten – Altdorf, Stans, Sursee, Zug und Luzern – durchgeführt. Das detaillierte Programm ist auf der Webseite der Aktion einsehbar.

Systemrelevante Berufe gerecht entlöhnen

«Der Kampf für Klimagerechtigkeit und feministische Anliegen gehören zusammen», erklärt etwa Miriam Helfenstein von der Aktion Frauen*streik/Feministischer Streik Luzern. So bestehe etwa eine deutliche Analogie zwischen der Ausbeutung der Natur und der Ausbeutung der Arbeit von FLINT-Personen (Frauen*, Lesben, Inter-, nonbinäre und Trans-Personen). «Während die Wirtschaft heruntergefahren wurde und die Produktion stillstand, war es die Care-Arbeit, die das System am Laufen hielt. Ohne Erziehungs-, Pflege- und Betreuungsarbeit geht es nicht. Care-Arbeit ist systemrelevant», sagt Helfenstein. «Und trotz dieser zentralen Bedeutung der Care-Arbeit, trotz ihrer Systemrelevanz, wird sie nach wie vor schlecht oder gar nicht bezahlt, strukturell abgewertet und nicht anerkannt.»

Der Kampf für mehr Klimagerechtigkeit muss intersektionale und feministische Perspektiven enthalten, ist Helfenstein überzeugt. «Mit dem Strike for Future nehmen wir unsere Zukunft selbst in die Hand und tragen unsere Forderungen auf die Strasse.»

170 Lokalgruppen beteiligen sich

Zu den weiteren Akteuren gehören etwa das Netzwerk der Psychologists for Future oder die Aktion Fashion Revolution, welche sich mit der Produktion und Nachhaltigkeit von Mode und deren Lieferketten auseinandersetzt. Zudem seien rund 170 sogenannte Lokalgruppen ins Boot geholt worden. Dazu gehört beispielsweise die Klimagruppe Bruchquartier.

Selbstredend kommen die «Kernthemen» des Klimastreikes nicht zu kurz. So werden das CO2-Gesetz wie auch der Luzerner Klima- und Energiebericht im Laufe des Aktionstages zu reden geben. «Gleichzeitig wird aber auch klar, dass die Klimakrise mit verschiedenen anderen Krisen zusammenhängt. So sind zum Beispiel ärmere Menschen stärker von der Klimakrise betroffen, da sie unter anderem nicht die nötigen Mittel haben, sich gegen Naturkatastrophen zu schützen», schreibt Vivienne Peter vom Klimastreik Zentralschweiz. «Gemeinsam verbinden wir unsere Anliegen und legen damit den Grundstein für einen sozialen und ökologischen Wandel.»

Keine Zeit, um Corona-Ende abzuwarten

Ursprünglich hätte der Aktionstag schon im Mai 2020 stattfinden sollen – damals noch eher als «klassischer» Klimastreik. In Anbetracht der Pandemie wurde der Anlass jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Pandemie ist zwar noch nicht ausgestanden, dennoch habe man sich entschieden, den nun zu neuen Dimensionen gewachsenen Anlass durchzuführen.

«Wir haben schlichtweg keine Zeit mehr, mit sozialem und ambitioniertem Klimaschutz auf das Ende dieser Pandemie zu warten (falls es überhaupt ein Ende gibt). Wir befinden uns in einer Welt der Krisen», heisst es in einem Statement zu dieser Frage. «Wenn wir zugunsten der Pandemie alle anderen Krisen ausblenden, laufen wir nicht nur direkt in die nächste Krise hinein, sondern übersehen auch, inwiefern die verschiedenen Krisen zusammenhängen und deshalb einen gemeinsamen Lösungsansatz benötigen», heisst es im Statement weiter.

Menschen mit Krankheitssymptomen oder aus Risikogruppen sind aufgefordert, von den physischen Aktionen fernzubleiben und stattdessen mittels verschiedener Online-Aktionen von zu Hause aus zu streiken.

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7 Kommentare
  1. Roland Grüter, 17.05.2021, 17:38 Uhr

    Gemeint ist damit Thea!

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  2. Roland Grüter, 17.05.2021, 17:38 Uhr

    Völlig unnötiger Kommentar!

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  3. Muriel Niggli, 16.05.2021, 10:24 Uhr

    Ziemlich anmassend, dieser Pluralis majestatis «Wir». Ich distanziere mich ausdrücklich von dieser angeblichen Bewegung.

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  4. Andy Bürkler, 15.05.2021, 18:43 Uhr

    Passt doch prima.
    Dass die «Klimakrise» ein linkes Projekt ist, wissen nun bald alle.
    Schön, wenn die Masken fallen.
    So erkennen mehr Menschen, worum es wirklich geht.

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    1. Thea, 16.05.2021, 15:04 Uhr

      Schnodergofe, die noch nie gearbeitet haben.

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    2. Thea, 16.05.2021, 15:07 Uhr

      Richtig gesagt.

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    3. Michel von der Schwand, 17.05.2021, 08:22 Uhr

      @Thea ziemlich diffamierender und peinlicher Kommentar. Nur wer arbeitet, hat das Recht sich politisch äussern zu dürfen? Dann wäre ich dafür, dass man Intelligenz als neue Masseinheit anerkennt. Da dürften Sie sich niemals mehr politisch äussern.

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