Heinz Tännler und Andreas Kleeb haben über die Ticket-Verlosung des ESAF gesprochen. (Bild: Screenshot/Montage)
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Heinz Tännler und Andreas Kleeb haben über die Ticket-Verlosung des ESAF gesprochen. (Bild: Screenshot/Montage)

Schwingfest-Tickets erzielen schon heute unverschämte Preise

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56'500 Plätze wird die ESAF-Arena in Zug bieten. In den öffentlichen Verkauf gelangen davon allerdings nur deren 4'000. Die Tickets kosten auf dem Graumarkt heute denn auch schon das Dreifache des Originalpreises. Für jene, die bisher leer ausgegangen sind, gibt es aber noch andere Möglichkeiten.

Elias Wyrsch

Kürzlich verkündete das ESAF-OK, dass am 22. Mai 4'000 Tickets zum Verkauf verlost werden (zentralplus berichtete). Das sind gleich viele Tickets wie bei den Eidgenössischen Schwingfesten in Burgdorf und Estavayer.

Im Gegensatz zu den bisherigen Schwingfesten werden die Tickets aber nicht an die Ersten und Schnellsten verkauft, sondern verlost. Während 24 Stunden kann sich jeder Interessent für ein bis vier Tickets online oder per Telefon bewerben. Der Zufall entscheidet dann, wer sie bekommt.

Ansturm auf Tickets

«Es nützt übrigens nichts, wenn man sich auf der Website zehnmal anmeldet», warnt OK-Präsident Heinz Tännler. Das System registriere, dass der Versuch zehnmal vom gleichen Hans Muster getätigt worden sei und man käme nur einmal in die Verlosung.

«Wir haben jetzt schon einen enormen Ansturm auf Tickets», erklärt der Stabschef Informatik, Andreas  Kleeb. Im Büro des OK klingle immer wieder das Telefon. Leute wollen Tickets haben und man müsse ihnen jeweils erklären, dass das nicht möglich sei.

«Gleiche Chancen für alle»

«Für die Verlosung haben wir uns entschieden, weil bei anderen ‹Eidgenössischen› die Tickets jeweils nach einer Viertelstunde weg waren», so Kleeb. «So hatten einige Leute keine Chance, eins zu kaufen. Mit der Verlosung wollen wir gleiche Chancen für alle schaffen», sagt er weiter.

Der Grossteil aller Tickets geht bei allen ESAF an die fünf Teilverbände des Eidgenössischen Schwingerverbandes. Diese teilen die Billette, die sie zugesprochen bekommen, unter den einzelnen Klubs auf, welche sie wiederum an die Mitglieder abgeben. Am einfachsten erhält man also als aktiver Schwinger eine Eintrittskarte.

Wie kommen Normalsterbliche an Tickets?

Wenn man aber nicht in einem Schwingverein ist, kommt man durch diese auch nicht an Billette. Die Chance, an eine der 4'000 Karten zu kommen, wirkt auch nicht sehr vielsprechend. Wo bekommt man also sonst noch Tickets? Es gibt einige Lichtblicke.

Beim Königspartner V-Zug sind noch Eintrittskarten zu ergattern. Dies sogar mit zwei unterschiedlichen Wettbewerben. Zum einen über die «Glücksurne», zum anderen mit einem kreativen Wettbewerb, bei dem es ein Foto in den sozialen Medien zu posten gilt.

Was wissen Sie über den Schwingsport?

Auch die Zuger Kantonalbank (ZKB) ist Königspartnerin und verlost ebenfalls noch Tickets. So zum Beispiel monatlich über Radio «Sunshine», wo man sein Schwingerwissen auspacken muss, um sich gegen einen anderen Spieler zu behaupten.

Insgesamt will die ZKB etwa 100 Tickets verlosen, die Gewinnspiele dazu sind teils noch in Planung. In einem eigens auf das Schwingfest ausgerichteten Newsletter wird man laut Mediensprecherin Carmen Wyss regelmässig über die Wettbewerbe informiert.

Viele Wettbewerbe kommen erst

Die Migros verlost in den nächsten Wochen und Monaten über ihr Magazin, online und auf Eistee-Packungen etliche Tickets. Ausserdem werden in der Zentralschweizer Genossenschaft Migros Luzern im Rahmen der «Stark wie de Wicki-Kampagne» in den Supermarktfilialen bis Ende Juli wöchentlich 14 Tickets verlost. National gibt es beim Detailhändler über 300 Tickets zu gewinnen.

Die «Mobiliar» versendet in den nächsten Tagen ein Kundenmagazin, in dem ein Wettbewerb enthalten sein wird. Sechs Personen werden zwei Sitzplätze gewinnen können, drei für den Samstag und drei für den Sonntag. Den grossen Wettbewerb wird die Mobiliar erst im Juli lancieren, wo es über Social Media 100 Tickets zu gewinnen geben wird.

Spezialisten sind gesucht

Als Helfer kann man ausserhalb der eigenen Schicht in einen abgetrennten «Helfersektor» auf der Tribüne. Wer sich nun als Helfer meldet, um es so in die Arena zu schaffen, hat aber schlechte Aussichten auf Erfolg. Die Schwingvereine des Zuger Kantonalen Schwingerverbandes haben zwar fleissig Helfer gesucht, sind inzwischen aber auch fündig geworden.

Seitens des ESAF-OKs heisst es, von den «normalen» Helfern habe man inzwischen genug. Was noch fehlt seien lediglich Spezialisten. Dies wären beispielsweise Sicherheitspersonal, oder Staplerfahrer. Für diese Jobs kann man sich auf der Webseite des Schwingfestes noch anmelden, sollte aber Erfahrung im entsprechenden Bereich mitbringen.

Verkaufsplattformen laufen warm

Erste Privatpersonen versuchen bereits mit ihren Tickets Geld zu erwirtschaften. Zwei nebeneinanderliegende Rasensitzplätze und auch Stehplätze werden beispielsweise auf der Auktionsplattform Ricardo gehandelt. Die Gebote für zwei Sitzplätze haben sich dort teilweise schon auf über 450 Franken hochgeschaukelt. Es ist anzunehmen, dass Schwarzmarkttickets preislich durch die Decke schiessen werden.

Auf der Gratisplattform Tutti.ch gibt es bisher vor allem Inserate, in denen Tickets gesucht werden. Doch auch hier haben die ersten Verkäufer bereits inseriert. Die Ticketpreise sind auch hier bereits bei 400 Franken für zwei Rasensitzplätze angesetzt. Dass ein Rasensitzplatz im offiziellen Verkauf 150 Franken kostet, relativiert den Preis allerdings.

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