Dass nach der Sanierung und Erweiterung zur Doppelspur mehr Güterzüge durch Walchwil fahren, bestreiten die SBB. (Bild: anm)
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Dass nach der Sanierung und Erweiterung zur Doppelspur mehr Güterzüge durch Walchwil fahren, bestreiten die SBB. (Bild: anm)

Wegen Streckensperrung Zug-Arth: Das ändert sich für Bahnpassagiere

3min Lesezeit

Vom 9. Juni diesen Sommer bis am 12. Dezember 2020 wird die Bahnstrecke zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Aufgrund der Streckensperrung ändert der Fahrplan teilweise stark. Das Busangebot der Linien 5 und 21 der ZVB wird ausgebaut, zwischen Zug und Schwyz verkehrt eine neue Linie.

Duch die komplette Sperrung während eineinhalb Jahren könne die Bauzeit und die Emissionen deutlich reduziert werden. Ohne Totalsperre würden die Bauarbeiten rund sechs Jahre dauern, schreiben die SBB auf ihrer Webseite.

In dieser Zeit saniert die SBB auf der Strecke Zug–Arth-Goldau rund 80 Objekte wie Tunnel, Unterführungen, Durchlässe und Brücken (worum es dabei geht). Der Bau der neuen 1,7 Kilometer langen Doppelspur bei Walchwil ermöglicht mehr und schnellere Verbindungen im Personenverkehr auf der Gotthard-Achse. Zudem können die Züge der S-Bahn-Linie S2 künftig nicht nur stündlich repektive alle zwei Stunden halbstündlich, sondern ständig im Halbstundentakt zwischen Baar Lindenpark und Walchwil verkehren. Ebenso kann die S2 neu alle 30 Minuten die Haltestelle Walchwil Hörndli bedienen. Mit den Erhaltungsmassnahmen an den Tunnel können künftig auch Doppelstock-Züge zwischen Zug und Arth-Goldau verkehren.

Gotthardzüge via Rotkreuz bis 15 Minuten länger unterwegs

Diesen Mehrwert müssen sich die Zugpassagiere aber teuer erkaufen. Während der 18 Monate dauernden Bauarbeiten wird der gesamte Fernverkehr von Zürich HB–Zug–Arth-Goldau Richtung Gotthard via Rotkreuz umgeleitet (EuroCity, InterCity 2 und Interregio 46). Die Züge wenden in Rotkreuz und halten meist auch dort. Die Fahrzeiten der Fernverkehrszüge Basel SBB–Luzern–Arth-Goldau–Erstfeld respektive Lugano/(Milano) werden ebenfalls angepasst, um die Anschlüsse zu gewährleisten. Die Fahrzeit im Fernverkehr zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin verlängert sich um 8 bis 15 Minuten.

Angepasster S-Bahn-Fahrplan und ausgebautes Busangebot

Auch im Regionalverkehr kommt es zu grossen Anpassungen. Zwischen Baar Lindenpark und Zug Oberwil verkehrt die S-Bahn montags bis freitags im Halbstundentakt.​ Die S-Bahn von (Flüelen)–Brunnen–Arth-Goldau nach Rotkreuz verkehrt im Stundentakt, in Rotkreuz besteht Anschluss an den IR75 von/nach Zürich. Die S32 Arth-Goldau–Immensee–Rotkreuz verkehrt während der Bauarbeiten nicht. Die S2 verkehrt stattdessen teilweise zu den Zeiten der S32.

Wo möglich, wurde als Ersatz in der Hauptverkehrszeit ein Halt der S2 in Immensee eingeplant. Bei der S3 Brunnen–Luzern wurden Anpassungen im Minutenbereich vorgenommen. Zwischen Zug und Arth-Goldau wird das Busangebot der Linien 5 und 21 der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) ausgebaut. Eine neue Buslinie 71 verbindet Schwyz (Post) direkt mit Zug (Bahnhofplatz), mit Anschluss von/nach Zürich. Zwischen Brunnen und Erstfeld verkehrt ein Bahnersatzbus mit Anschluss an die S2 in Brunnen, in der Hauptverkehrszeit in Flüelen.

Neuer Fahrplan gilt ab 9. Juni

Der angepasste Fahrplan gilt ab Pfingstsonntag, 9. Juni 2019. Die Zusatzzüge für den Pfingstverkehr aus dem Tessin verkehren jedoch noch über die Ostseite des Zugersees. Dies ist möglich, da die Bahnstrecke zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau erst am 10. Juni 2019 abends komplett gesperrt wird. Die Fahrausweise werden weiterhin über die direkte Strecke Arth-Goldau–Zug ausgestellt und berechnet. Sie berechtigen zur Fahrt via Rotkreuz, werden jedoch nicht speziell gekennzeichnet.

Wegen eines Gerichtsverfahrens (zentralplus berichtete) verzögerte sich der Baustart um zweieinhalb Jahre. Weiterhin befürchten Anwohner, dass die Doppelspur zukünftig auch für den Güterverkehr genutzt werden könnte.

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