Setzt auf Ballerinas: Geschäftsinhaber und Designer Licio Greco. (Bild: Salvatore Vinci)
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Setzt auf Ballerinas: Geschäftsinhaber und Designer Licio Greco. (Bild: Salvatore Vinci)

Neues Schuhgeschäft in der Luzerner Altstadt – trotz der Krise

5min Lesezeit

In den vergangenen Jahren schlossen zahlreiche Schuhgeschäfte ihre Pforten. Und immer mehr Luxus-Kleidergeschäfte setzen auf den Standort Luzern. Nun eröffnete ein neuer Schuhladen an der Luzerner Weggisgasse. «Angst hat in diesem Zusammenhang nichts zu suchen», gibt sich der Inhaber kämpferisch.

In Luzern kann man kaum über zu viele Schuhläden klagen. Per Ende des letzten Jahres schlossen das Traditionsgeschäft Riesen an der Luzerner Ledergasse (zentralplus berichtete) sowie Vögele Shoes an der Hertensteinstrasse (zentralplus berichtete) ihre Pforten. Blickt man noch weiter zurück, waren es «Imgrüth» an der Pilatusstrasse und am Hirschenplatz Bata, Pasito und Vögele Shoes. Allesamt Geschäfte an besten Lagen.

Der stationäre Handel ist insgesamt unter Druck. Im Bereich Schuhe und Textilien besonders. Ausprobieren im Home-Shopping und kostenlos ohne Folgen retournieren, wenn’s nicht passt. «Dies ist nicht nur für den Detailhandel, sondern auch ökologisch eine katastrophale Entwicklung», sagt André Bachmann vom Vorstand der City-Vereinigung Luzern.

«Ballerina-König» expandiert nach Luzern

Inmitten dieser turbulenten Zeit eröffnete die Schuhgeschäftskette «Day» kürzlich ihren neuen Standort an der Weggisgasse. Es ist der sechste Laden von «Day», die bereits zwei Geschäfte in Zürich, je eines in Zug, Rapperswil und St. Gallen hat. Sie betitelt sich selbst als «Schuhparadies der italienischen Art» und setzt auf Wildledersneakers sowie Ballerinas, die in über 100 verschiedenen Farben, Materialien und Ausführungen auf den Regalen des Geschäfts thronen.

«Luzern passt perfekt in unser Konzept», ist Licio Greco, Inhaber und Designer von «Day», überzeugt. Da er mit seinem Schuhgeschäft eine Expansionsstrategie verfolge, liege der Fokus auf attraktiven Standorten in Schweizer Städten.

Überzeugt von seinem Konzept

Die schwindende Anzahl Schuhgeschäfte in Luzern beobachte Licio Greco aufmerksam. Nicht zuletzt sieht er darin jedoch eine Chance: «Wir konzentrieren uns auf unser Geschäftsmodell, das wir bereits erfolgreich in Zürich, Zug und anderen Städten umgesetzt haben», so Greco. Bei ihm bilden Produkt und Ambiente eine Einheit. So hängt im Luzerner Geschäft ein prunkiger Kronleuchter an der Decke, an den Wänden sind Bilder von Filmdiven wie Audrey Hepburn angebracht. Greco setze auf eine kompetente und persönliche Beratung. «Es soll Spass machen, Schuhe anzuprobieren.»

«Wir sind Unternehmer. Angst hat in diesem Zusammenhang nichts zu suchen.»

Licio Greco, Inhaber des Schuhgeschäfts «Day»

Dass ein neues Schuhgeschäft in der Luzerner Altstadt Fuss fassen möchte, freut die City-Vereinigung Luzern. «Eine ausgezeichnete Beratung, besondere Dienstleistungen und ein möglichst exklusives Sortiment sind wichtiger denn je», betont auch André Bachmann.

Angst, zu scheitern, hat man aufseiten des Schuhgeschäfts nicht. «Wir sind Unternehmer», stellt Licio Greco klar. «Angst hat in diesem Zusammenhang nichts zu suchen.» Die Schuhbranche befinde sich generell im Wandel – und dies sei kein Luzerner Phänomen, sind sich Greco und Bachmann einig.

So sieht es im Innern des neuen Schuhgeschäfts aus.
So sieht es im Innern des neuen Schuhgeschäfts aus. (Bild: zvg)

Immer mehr Luxusgeschäfte

Licio Greco will mit hochwertigen Schuhen sowohl Luzerner als auch Touristen ansprechen. «Alle Modelle werden ausschliesslich von Hand gefertigt – Design, Eleganz und die besten Materialien gehen Hand in Hand», sagt er. Die klassischen Ballerinas gibt’s ab 159 Franken, die etwas exklusiveren Modelle kosten bis zu 400 Franken. «Wir bewegen uns jedoch nicht im preislichen Luxussegment», so Greco.

Auffällig ist jedoch, dass gerade auch vermehrt Luxusgeschäfte in Luzern einen Store eröffnen. Vergangenes Jahr waren dies das Bekleidungsgeschäft Moncler am Luzerner Grendel, welches insbesondere für seine Daunenjacken bekannt ist, und der Herrenkleiderladen Boggi Milano an der Hertensteinstrasse. Laut André Bachmann von der City-Vereinigung sei es wichtig, dass ein Warenmix an Luxusmarken, einem Angebot aus dem mittleren Segment, aber auch günstigeren Produkten in einer Stadt herrsche. In Luzern sei dieser Mix überdurchschnittlich attraktiv: «Dies verdanken wir in Luzern der Zentrumsfunkton in der Zentralschweiz und insbesondere auch unserem äusserst erfolgreichem ‹Ankermieter›, dem Tourismus», so Bachmann.

Mehr als 60 Prozent der Tagesgäste in Luzern sind aus der Schweiz. Doch auch die Uhren- und Schmuckbranche, die vermehrt Touristen anspricht, hält laut Bachmann die Balance. Die Angestellten verdienen zwar ihren Lohn über den Verkauf von Luxusgütern. Ihr Geld investieren sie für ihren eigenen Lebensunterhalt, «und das vermutlich weniger im Luxussegment, sondern eben im ganz alltäglichen Detailhandel», so Bachmann. Es sei dies «ein äusserst erfolgreiches Zusammenspiel, welches es zu pflegen gilt.»

Das neue Schuhgeschäft Day an der Luzerner Weggisgasse hat seit Dezember offen.
Das neue Schuhgeschäft Day an der Luzerner Weggisgasse hat seit Dezember offen. (Bild: zvg)

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