Surferlebnis für Gross und Klein. Das bietet die «stehende Welle» in der «Mall of Switzerland» (Bild: facebook/citywave)
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Surferlebnis für Gross und Klein. Das bietet die «stehende Welle» in der «Mall of Switzerland» (Bild: facebook/citywave)

Mall of Switzerland: Jochen Schweizer steigt aus der Welle aus

4min Lesezeit

Eigentlich hätte sie bei der Eröffnung der Mall of Switzerland das Highlight sein sollen: Die Indoor-Surfanlage. Nachdem es mit deren Einweihung immer wieder zu Verzögerungen kam, steigt der Betreiber Jochen Schweizer nun ganz aus. Ist ein schwerer Unfall Schuld?

Die Indoor-Surfanlage in der Mall of Switzerland wurde von den Mall-Verantwortlichen immer als das grosse Highlight angepriesen. Eine stehende Welle im Unterhaltungstrakt des Einkauftempels kombiniert mit einer Erlebnisgastronomie sollte die Besuchermassen nach Ebikon locken. Ein Shopping-Center Plus sozusagen.

Wohl auch deshalb wurde der deutsche Erlebnisunternehmer Jochen Schweizer schon früh mit ins Boot geholt. Er entwickelte zusammen mit der Mall-Führung das Konzept und begleitete den Bau. Doch an der Anlage selbst wird er nicht beteiligt sein: «Jochen Schweizer wird die Indoorwelle nicht betreiben», sagt Mall-Sprecher Werner Schaeppi. Erst die Verzögerung um vier Monate – nun der nächste Dämpfer. Ausserdem verzögert sich die Eröffnung der Surfanlage um mindestens einen weiteren Monat.

Jochen Schweizer auf der Surf-Anlage in München:

Schwerer Unfall in München

Was sind die Gründe – ist die Mall nicht attraktiv genug? «Nein, Jochen Schweizer glaubte immer an den Standort», sagt Schaeppi. «Die Gründe liegen wohl in den umfassenden Veränderungen, welche der Konzern derzeit durchmacht.» Das Unternehmen, das Erlebnisgutscheine und Reiseangebote verkauft, wurde vom umtriebigen Unternehmer veräussert. Schweizer hat im vergangenen Sommer 2017 einen Grossteil seines Angebots an die Firma «ProsiebenSat 1» verkauft.

Das Surf-Angebot, das Schweizer weiterhin selbst betreibt, sorgte zuletzt für Negativschlagzeilen. Auf der ersten Indoorwelle, in der Jochen Schweizer Arena in München, verunfallte ein 13-jähriges Mädchen. Das Kind wurde laut der «Abendzeitung München» mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen mit einem Rettungshelikopter in eine Spezialklinik geflogen.

Es fiel beim Surfen so unglücklich ins Wasser, dass ihm das Brett zwischen Rücken und Sicherheitshelm ins Genick knallte. Das Mädchen konnte noch selbst aus dem Becken klettern, brach dann aber zusammen und konnte nicht mehr aufstehen. In der Spezialklinik gab es jedoch Entwarnung. Es wurden keine physischen Schäden festgestellt.

Mall hofft auf Hallenbad

Laut dem «Tagesanzeiger» war der Vorfall der Grund, weshalb die Welle in Ebikon nicht pünktlich auf Anfang November eröffnet wurde. Fakt ist, aus der Verzögerung wurde nun eine endgültige Absage.

Weshalb betreibt die deutsche Firma die Surfanlage nicht selbst? Glaubt Schweizer nicht mehr an die Mall? Darauf gibt es vorerst keine Antwort – der Unternehmer befindet sich derzeit im Ausland und stand deshalb für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

Seine Pressemitarbeiterin liess ausrichten, das Unternehmen ziehe sich nicht aus der Mall zurück, man sei weiterhin mit einem Erlebnisgeschenkeshop vor Ort. Sie betont, dass die stehende Welle in der Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen beinahe rund um die Uhr ausgebucht sei.

Neuer Betreiber noch nicht bekannt

Laut Schaeppi wird dennoch eine Surf-Anlage mit Gastronomie-Angebot entstehen. «Wir werden das neue Konzept in den kommenden Wochen präsentieren.» Details zum Umfang des Ersatzangebotes und wer die Anlage betreiben wird, dazu äussert sich Schaeppi nicht.

Die Zürcher Firma «The Wave Factory», welche die einzige Wellenreitanlage in der Schweiz vertreibt, sagt auf Anfrage, sie sei nicht am Ersatzprojekt in der Mall beteiligt. Die Mall of Switzerland hofft derweil weiterhin auf den Zuschlag, für die Rontaler Gemeinden ein Hallenbad betreiben zu können (zentralplus berichtete).

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