So soll das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Kapellgasse in Zukunft aussehen. (Bild: Bildmontage Planauflage)
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So soll das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Kapellgasse in Zukunft aussehen. (Bild: Bildmontage Planauflage)

Grauer Kapellgasse-Klotz weicht für 11 Millionen Franken

4min Lesezeit

Der Kapellplatz steht vor einer grossen Veränderung: Die Zeit des Kleidergeschäftes C&A läuft aus. An gleicher Stelle entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus für rund elf Millionen Franken. Nun liegen die Baupläne auf, die darauf hindeuten, dass die Arbeiten länger dauern als bisher kommuniziert wurde.

Die Tage des angeblich hässlichsten Hauses der Luzerner Altstadt sind gezählt. Der Neubau des C&A-Gebäudes an der Kapellgasse rückt näher. Seit Freitag liegen die Pläne für das mehrstöckige Gebäude im Luzerner Stadthaus auf.

Auf März 2019 wird laut den Plänen mit dem Baubeginn gerechnet. C&A wird laut der Bauherrin noch im Januar 2018 aus dem bestehenden Geschäftshaus ausziehen (zentralplus berichtete). Das Grossunternehmen ist damit nur noch mit einer Filiale an Hertensteinstrasse in der Stadt Luzern vertreten. Anschliessend ist an der Kapellgasse eine Zwischennutzung des Zürcher Modehändlers «Bollag the Outlet» vorgesehen.

Zürcher Architekten überzeugen Jury

Rund elf Millionen Franken kostet der Bau des vierstöckigen Wohn- und Geschäftshauses an der Toplage. Die Fertigstellung des Gebäudes ist auf Oktober 2020 vorgesehen – ein ganzes Jahr später, als auf der Webseite der Liegenschaftsbesitzerin Newport vermerkt. Das viergeschossige Haupthaus orientiert sich am bestehenden Bau, während in Richtung der Hans-Holbein-Gasse ein Anbau entsteht. Dieser soll das Ensemble der Häuser am Sternenplatz aufwerten.

Laut dem Projektbeschrieb knüpft der Neubau in seiner Erscheinung an die Tradition von Wohn- und Geschäftshäusern verschiedener Zeitepochen an. Dabei werde einerseits der denkmalpflegerischen Sicht Rechnung getragen, andererseits auch dem Nutzen eines modernen zeitgemässen Gebäudes. Das Siegerprojekt stammt von den Zürcher Architekten Joos & Mathys. Sie überzeugten die Wettbewerbsjury, in der auch die Stadt sowie die Denkmalpflege Einsitz nahmen.

Das Gebäude bietet Ladenflächen vom ersten Untergeschoss bis zum ersten Obergeschoss. Auf der Webseite ist von einem einzelnen, hochwertigen Hauptmieter die Rede. Die aufliegenden Pläne deuten jedoch auf zwei Geschäftsmieter im Erdgeschoss hin, die jeweils eineinhalb Geschossflächen nutzen. Hinzu kommen zwei Untergeschosse, die als Lager und Kellerräume genutzt werden.

Das bestehende Haus an der Kapellgasse weicht bald einem Neubau.
Das bestehende Haus an der Kapellgasse weicht bald einem Neubau. (Bild: zvg)

Im Besitz einer multinationalen Holding

In den oberen drei Stockwerken entstehen elf Wohnungen. Im bisherigen Gebäude waren in den Obergeschossen Büros eingemietet. Sie teilen sich im Neubau rund 1’100 Quadratmeter Wohnfläche. Es werden zwei 4,5-Zimmer-, fünf 3,5-Zimmer-, drei 2,5-Zimmer und eine 1,5-Zimmer-Wohnung entstehen. Die Bauherren möchten insbesondere auch Familien als Mieter ansprechen.

Von den elf Wohneinheiten sind fünf als Maisonette-Appartements konzipiert. Die Wohnflächen bewegen sich zwischen 67 und 114 Quadratmetern. Hinzu kommt eine Dachterrasse zur gemeinsamen Nutzung. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt über die Rückseite der Immobilie, während Shopper direkt über die Kapellgasse eintreten können.

Die Bauherrschaft hat die Firma «NPH Luzern AG» inne, welche auf den Geschäftsführer der «Newport Swiss AG» eingetragen ist. Das Unternehmen hat die Liegenschaft an der Kapellgasse vor rund vier Jahren erworben. Die Immobilienfirma mit Sitz in Zug gehört wiederum der namensgleichen Holding mit Sitz in Hamburg.

Kurzfristiger Profit nicht im Vordergrund

Newport ist ein privates Immobilienunternehmen, das schwerpunktmässig in Handels- und Gewerbeimmobilien investiert. Sie ist neben Deutschland und der Schweiz auch in den USA präsent. In der Schweiz erneuert oder ersetzt sie derzeit verschiedene weitere Liegenschaften in Baden, Bulle, Lausanne, Morges, Solothurn, Winterthur, Yverdon und Genf.

Ziel der Gesellschaft ist laut eigenen Angaben der Auf- und Ausbau des eigenen Immobilienportfolios mit ausgewählten Liegenschaften in erstklassigen Lagen. Sie setzt auf eine langfristige Anlagestrategie. Gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagte Newport-Inhaber Olaf Kunkat Ende 2017, dass ein Weiterverkauf von Immobilien äusserst selten sei; es gehe nicht um kurzfristigen Profit.

Welche Detailhändler an der guten Lage einziehen werden, ist noch nicht bekannt. Ausgeschlossen hat der Investor eine weitere Uhrenfirma. Er setzt stattdessen auf einen guten Branchenmix in der Altstadt. Die Geschäftsführung von Newport war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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