Das Riesen-Areal am Chamer Alpenblick: Wo jetzt noch Amag seine Autos abstellt, wird sich Coop weiter ausdehnen mit einem grösseren Bau- und Möbelmarkt sowie mit einem weiteren Lebensmittelangebot. (Bild: woz)
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Das Riesen-Areal am Chamer Alpenblick: Wo jetzt noch Amag seine Autos abstellt, wird sich Coop weiter ausdehnen mit einem grösseren Bau- und Möbelmarkt sowie mit einem weiteren Lebensmittelangebot. (Bild: woz)

Hier expandiert Coop in grossem Stil

6min Lesezeit

Seit Jahrzehnten liegt das 30’000 Quadratmeter grosse Grundstück am Alpenblick in Cham brach. Eigentlich ein «Filetstück», auf das bisher niemand aber so richtig Appeitit zu haben schien. Doch nun ist ein grosses Projekt geplant.

Wolfgang Holz

Wer am Alpenblick vor der Ampel auf grünes Licht wartet, hat sich in den letzten Jahren immer wieder gefragt, warum eigentlich nicht schon lange die riesige Brache überbaut wird, die zwischen dem Amag-Autohaus und dem Coop-«Bau+Hobby»-Markt klafft. Die Amag ist es denn auch gewesen, die als Mieterin ihre Autos auf einem Teil des leeren Grundstücks seit längerem abstellt. Um die freie Fläche zu nutzen.

Okay – Coop hat vor Jahren seine Tankstelle auf dem Grundstück an der Hinterbergstrasse umgebaut und modernisiert. Seitdem ist aber nicht viel gelaufen. Dabei sollten doch so grosse Gewerbeflächen, die verkehrsmässig zudem noch so gut erschlossen sind wie am Chamer Alpenblick, lukrativ sein.

Grundstücksbesitzer haben sich geeinigt

Doch jetzt bahnt sich eine Zeitenwende an. Denn wie Chams Bauchef Rolf Ineichen wissen lässt, sind sich die drei Grundstückseigentümer des freien Geländes am Alpenblick einig. Sprich: Coop, dem der grösste Teil des Areals gehört sowie Heinz Häusler, seines Zeichens einflussreicher Immobilien-Mogul aus Unterägeri und der Beton-Gigant Holcim wollen künftig die Fläche überbauen.

«Und zwar so, dass über das gesamte Areal frei geplant werden kann», so Ineichen gegenüber zentralplus. Das heisst konkret: Im Oktober wurde ein Studienwettbewerb für die Überbauung des gesamten Geländes gestartet. Bis im März soll dann feststehen, was für ein Siegerprojekt gekürt werden kann. «Dieses wird später als Richtprojekt dienen, das für einen konkreten Bebauungsplan als Vorlage funktioniert. Bis dort wirklich gebaut wird und das Stimmvolk seinen Segen dazu gegeben hat, werden wohl noch zwei, drei Jahre ins Land ziehen», kann sich der Chamer SVP-Gemeinderat vorstellen.

«Vor allem der Gartenbereich soll grösser werden.»

Rolf Ineichen, Bauchef Cham

Interessant wird sein, was dort dann tatsächlich gebaut wird. Ineichen kann zumindest schon so viel verraten, dass Coop zum einen seinen Bau- und Hobbymarkt ausdehnen will. «Vor allem der Gartenbereich soll grösser werden», sagt der Gemeindepolitiker. Zum anderen soll das Möbelangebot von Coop ausgedehnt werden.

Zwischen Tankstelle und Baumarkt von Coop erstreckt sich auf rund 30'000 Quadratmetern das riesige Areal, das in den nächsten zwei, drei Jahren bebaut werden soll.
Zwischen Tankstelle und Baumarkt von Coop erstreckt sich auf rund 30'000 Quadratmetern das riesige Areal, das in den nächsten zwei, drei Jahren bebaut werden soll. (Bild: woz)

Beide Bereiche scheinen wichtige strategische Entscheidungen zu sein. Denn Coop würde auf diese Weise der Migros im nahen «Zugerland» Konkurrenz machen – die dort bereits mit einem dementsprechenden Angebot aufwartet. Zudem würde dadurch im eher «Möbelhaus armen» Kanton Zug ein Grossanbieter auf den Plan treten.

Nicht zuletzt wolle Coop, so Ineichen, auch im Food-Bereich auf der Brache in der Städtler Allmend aktiv werden. «Das könnte in Form einer Tankstellenerweiterung geschehen. Das könnte aber auch durch einen weiteren Lebensmittelmarkt in der Grösse des jetzigen Coop-Markts in der Ortsmitte von Cham realisiert werden», erklärt Ineichen.

Coop bleibt mit seinem Lebensmittelmarkt im Chamer Seehof

Sagts und dementiert im gleichen Atemzug: «Die Gerüchte sind falsch, dass Coop seine jetzige Filiale im Dorfzentrum von Cham im Seehof aufgibt. Coop hat erst vor kurzem seine Verträge verlängert.»

Warum Coop aber nun nochmals im Food-Bereich in Cham expandieren will, dazu bekommt man bei dem Detailshandels-Giganten derzeit keine Auskunft. Ebensowenig wie zur Frage, was denn sonst auf der Städtler Allmend – gemäss den Ausführungen von Bauchef Ineichen – geplant sei. «Das Projekt ist noch zu weit weg. Dazu können wir im Augenblick noch nichts sagen», meint Sprecher Markus Eugster lapidar. Coop habe eben schweizweit rund 1’000 Bauprojekte am Laufen.

So sieht das zu überbauende Areal in Cham am Alpenblick aus: Zwischen Amag und Coop ist noch eine riesige Fläche frei, die in den letzten Jahrzehnten brach lag. Nun tut sich was.
So sieht das zu überbauende Areal in Cham am Alpenblick aus: Zwischen Amag und Coop ist noch eine riesige Fläche frei, die in den letzten Jahrzehnten brach lag. Nun tut sich was. (Bild: swisstopo.ch)
 

Der Grund, warum Coop einen grösseren Food-Markt als bisher an der Hinterbergstrasse plant, könnte damit zusammenhängen, dass Aldi auf der Strassenseite gegenüber sichtlich ein Einkaufsmagnet für viele ist – wenn man sich die zumeist vollen Parkplätze vor dem Discounter anschaut. Zudem arbeiten immer mehr Leute im Gewerbegebiet Städtler Allmend – die alle verpflegt sein wollen.

Bürogebäude und Hotel denkbar

Die Migros in Cham im Neudorfcenter vergrössert sich übrigens ebenfalls. «Der Rundbau am hinteren Ende, zur Neudorfstrasse hin, wird abgerissen, und der Eingang in die Migros seitlich verlegt», berichtet Ineichen. Wobei die Expansion der Migros vor allem der Logistik diene. Sprich: die Kühlanlagen altershalber erneuert und die Anlieferung optimiert werden.

Doch zurück zum Riesenareal in der Städtlerallmend, wo Coop sich, wie beschrieben, ausdehnen will. Die Frage ist, was die anderen beiden Grundstückseigentümer – Holcim und Häusler – dort vorhaben. «Laut Zonierung handelt es sich ja um ein Arbeitsgebiet», erklärt Ineichen. Es sei deshalb davon auszugehen, dass dort Bürohäuser und möglicherweise ein Hotel entstünden. Ineichen: «Was mit Holcim passiert, ist offen – der Betonbetrieb wird wohl vorerst weitergeführt werden.»

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