Insgesamt wurden 50 Personen auf den Rundgang durch die neue Mall eingeladen. (Bild: pze)
Wirtschaft Freizeit Konsum

Insgesamt wurden 50 Personen auf den Rundgang durch die neue Mall eingeladen. (Bild: pze)

So präsentiert sich die Mall of Switzerland vor der Eröffnung

8min Lesezeit

In drei Wochen öffnet die Mall of Switzerland erstmals ihre Tore. Bereits am Mittwoch wurden 50 ausgewählte Besucher auf einen Rundgang eingeladen. Sie testeten Umkleidekabinen, den McDonalds und das Fitnessangebot. Für Diskussionen sorgten vor allem der Verkehr und der Ladenmix.

Pascal Zeder

Sie durften sich freuen: die 50 Gewinner der Auslosung für den Test-Shopping-Tag in der Mall of Switzerland. Immerhin hatten sich insgesamt 3’734 Personen für diesen Probetag angemeldet, einige sogar aus der Welschschweiz.

Am Mittwochabend war es so weit, das Grüppchen wurde durch die Baustelle Mall of Switzerland geführt. Einige Shops präsentierten sich bereits weitgehend eingerichtet, bei anderen ist der Innenausbau noch in einem sehr frühen Stadium. Fotos von halb eingerichteten Läden waren unerwünscht, die Eröffnung soll den Gästen doch Überraschendes bieten.

 «Der ausschwenkende Spiegel ist sensationell.»

Test-Shopperin Erika zu den neuen «Bayard»-Umkleidekabinen

Den Probebesuchern wurden verschiedene Facetten des Einkaufszentrums vorgeführt. Das Kleidergeschäft «Bayard» machte den Anfang, dann ging es zum «One»-Fitnesscenter, ins Kinderparadies «Kaleidoskop», im McDonalds gab es eine Zwischenverpflegung und im «Wonder Waffel» das Dessert. Insgesamt schlenderten die Tester während drei Stunden durch die Ebikoner Mall.

Der erste Test: Umkleidekabinen 

Nach einigen einführenden Worten durch Center-Manager Jan Wengeler war der erste Zwischenstopp im «Bayard», einem rund 100 Jahre alten Familienbetrieb aus dem Wallis. «Ein Grund, in der Mall einzukaufen», wird eine Testerin am Ende des Abends über den Laden sagen. Das Interieur auf retro getrimmt, führt Bayard viele bekannte Kleidermarken im Angebot.

90 Prozent des Sortiments bestehe aus Damenmode, erklärte Matthias Hadorn, Mitglied der Geschäftsführung.

Mall-Direktor Jan Wengeler gibt den Testern eine kurze Einführung.
Mall-Direktor Jan Wengeler gibt den Testern eine kurze Einführung. (Bild: pze)

Für die Kunden standen heute aber keine Kleider, sondern die Kabinen zum Test. «Schön gemacht und sehr geräumig», lobt Shopperin Erika, «der ausschwenkende Spiegel ist sensationell. Damit kann man sich auch von hinten sehen.» Dies sei wichtig, wenn man alleine einkaufe. ­­­Testerin Marina pflichtet bei, die Garderoben seien schön gestaltet. «Aber wichtig werden genügend grosse Vorhänge sein, damit die breiten Öffnungen auch ganzheitlich abgedeckt werden», mahnt sie.

Tester wurden auf die Matte geschickt 

Im Fitnessbereich mussten die Tester sich erst einmal bewegen. Es lagen mehrere Fitnessmatten bereit – die Geräte sind noch nicht eingeräumt. Nach einer kurzen Einleitung der Instruktoren gaben sich die Tester alle Mühe, zu einfachen Fitnessübungen mitzuhalten.

Viel eher hätte den Gästen wohl ein Bad im Wellnessbereich gefallen. Doch das gab noch nicht, denn auch dieser wird derzeit noch fertiggestellt. Das Feedback der Kunden? «Der Wellnessbereich wäre sicher attraktiv, da er für ein ‹One›-Fitnesscenter einzigartig ist», meinte eine Testerin. Mall-Besucher Pascal ergänzt: «Der Bereich ist sehr schön gestaltet, vor allem das Wellness wird viele Besucher anziehen.»

«Es muss etwas Exklusives geben, damit man hierher kommt.»

Eine Mall-Besucherin

Er würde in den ersten Tagen von einem Besuch des Bades abraten, denn «es wird wohl überlaufen sein». Beim Wellnessen wolle er entspannen können, hier befürchte er einen zu starken Besucheransturm. Auch sonst wolle er im «One» nicht trainieren. Doch er schwächt seine Kritik sogleich mit einem Schmunzeln ab: «Ich habe eine persönliche Beziehung zur Konkurrenz.»

Kinderland noch in der Entstehung 

Vom Fitnesscenter, das im Nebengebäude der Mall stationiert ist, geht’s bis ganz nach oben. Im Kinderland «Kaleidoskop» wird noch immer auf Hochtouren gearbeitet. Es wird geschreinert, geschraubt und gewerkelt. Noch ist das Spielparadies in der Entstehung begriffen, an der Eröffnung soll es dann aber bereit sein. Fotos sind strikte verboten. Was man sagen kann: Es soll ein Indoor-Abenteuerspielplatz werden, der Swissness-Themen aufgreift.

Die Tester füllten eifrig Fragebögen aus.
Die Tester füllten eifrig Fragebögen aus. (Bild: pze)

Fürs Abendessen bekamen die Testesser einen Burger von McDonalds spendiert. Das Spezielle: Dank der neuen Küche kann hier der Kunde seine Extrawünsche anbringen. Also ein drittes Burgerpatty in den Bic Mac oder Extrakäse im Cheesburger – alles machbar. Schmeckt es denn auch besser? «Eigentlich nicht», meint ein Tester, «es ist halt einfach wie McDonalds.»

Grundsätzlich positives Feedback 

Bei einer mit eigenen Wunschzutaten hergestellten Waffel im «Wonder Waffel» – einer in der Schweiz bisher fast gänzlich unbekannten Ladenkette – resümieren die Tester ihren exklusiven Abend im zweitgrössten Shoppingcenter der Schweiz.

«Wichtig wird der Ladenmix sein», sind sich mehrere Tester einig. «Es muss etwas Exklusives geben, damit man hierher kommt», meinte eine Testerin. Ansonsten gefällt die neue Mall. «Schön gross, hell, sehr amerikanisch», sagt beispielsweise Roger. Herkommen würde er vor allem für das Fitness- und Wellnessangebot und das Kino. «Ich bin aus der Gegend, da werde ich die Mall sicher besuchen.» Praktisch sei vor allem die gute Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr.

«Ob sie wie angekündigt 50’000 Personen pro Tag in die Mall locken können, da bin ich noch skeptisch.»

Ein Mall-Besucher

Karin meinte zu ihrem ersten Mall-Besuch: «Es ist sehr frisch, aber ich hätte mir die Mall etwas moderner vorgestellt. Die Decke finde ich persönlich zu niedrig.» Das neue Einkaufscenter sei für sie aber definitiv eine Option, da sie nicht weit von hier lebe.

Lob erhielt die Mall für die geschwungenen Ladenflächen und die verwendeten Materialien. «Das Holz und der Steinboden geben ein heimeliges Gefühl», meinte eine Testkundin. «Die Gänge werden durch die Biegung aufgelockert, das gefällt mir.» Der Begriff «Modern» fällt bei vielen Feedbacks und jemand wirft ein, die Mall versprühe «städtisches Flair». 

Sorgenfalten beim Verkehr

Die Tester zeigten sich jedoch durchaus auch kritisch. Eine Frau meinte, die Parkkosten seien für sie ein Argument, eher ins Emmencenter zu gehen. Dort ist das Parkieren gratis (zentralplus berichtete). Andere denken an die Verkehrsproblematik. Tester Stefan meint: «Es herrscht jetzt schon Stau auf den Strassen, wenn die Mall dazukommt, wird das noch schlimmer. Vor allem im Feierabendverkehr wird man die Mall-Besucher deutlich spüren», ist er sich sicher.

Dieser Besucher lässt sich seine Waffel schmecken.
Dieser Besucher lässt sich seine Waffel schmecken. (Bild: pze)

Für einen anderen Probebesucher sind die Ladenöffnungszeiten ein Dorn im Auge. «Nur 30 Minuten von hier liegt das Zürcher Sihlcity, das hat bis acht Uhr auf. Da bin ich gespannt, wie sich das auswirken wird.» Grundsätzlich gefalle ihm die Mall. «Grosszügig, weit und hell», lobt er. Ein «Erlebnis» sei es, nicht nur einfaches Einkaufen. «Doch ob sie wie angekündigt 50’000 Personen pro Tag in die Mall locken können, da bin ich noch skeptisch», sagt er.

Am Ende des Tages ist wohl keiner der Tester unzufrieden mit dem Angebot. Vor allem die herzlich angerichtete Abschiedswaffel dürfte vielen den Abend versüsst haben.

Impressionen aus dem Shopping-Tempel sehen Sie in der Bildstrecke:

x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Mehr Wirtschaft